Volvo-Händlernetz ist fast komplett
Mindestens 95 Prozent der Volvo-Händler haben die neuen Verträge unterzeichnet oder stehen kurz davor. Die Ziele in Deutschland sind ehrgeizig: 2020 steht ein Marktanteil von zwei Prozent auf dem Plan.
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Noch bis Ende Juli haben die Volvo-Partner Zeit, die neuen, unbefristeten Händlerverträge zu unterzeichnen. Mit der bisherigen Rücklaufquote ist Volvo-Deutschland-Geschäftsführer Thomas Bauch mehr als zufrieden: 85 Prozent der unterzeichneten Verträge lägen bereits vor, von 10 weiteren Prozent gebe es eine fixe Zusage. Der Manager rechnet unter dem Strich nicht damit, Händler zu verlieren.
Noch nicht final geklärt ist indes, wie es nach der Rückkehr zum einstufigen Netz mit den 60 ehemaligen Vertriebspartnern weitergeht – nicht für alle lohnt sich ein Händlervertrag, zumal dieser mit CI-Investitionen von mindestens 25.000 Euro gekoppelt ist. Nach Aussage von Thomas Bauch erarbeite man mit den Vertriebspartnern aktuell individuelle Konzepte. Freiwillige Händlerkooperationen seien eine mögliche Übergangsoption, eine Zukunft als Servicepartner eine weitere.
Die Ziele, die sich Volvo Deutschland für die kommenden Jahre gesetzt hat, sind ehrgeizig: Bis 2020 will der Importeur hierzulande mit einer komplett erneuerten Modellpalette in einem gesättigten Markt zwei Prozent Marktanteil erreichen, für 2014 hat Thomas Bauch 32.000 Einheiten und damit gut ein Prozent Marktanteil im Visier.
Während sich Volvo bis Juli vor allem auf das Privatkundengeschäft konzentriert hatte und in diesem Segment vor allem dank der starken Nachfrage nach dem V 40 um 13,8 Prozent gewachsen war, liegt der Fokus ab August vor allem auf dem Gewerbekundengeschäft. Im Visier hat der Importeur dabei vor allem Flotten mit bis zu 50 Einheiten. Mit einem Flottenverbrauch von 138 Gramm CO2 pro Kilometer sei man hier sehr gut aufgestellt.
Seine Angebote für die Gewerbekunden will Volvo Deutschland konsequent ausbauen. Unter anderem stellt der Kölner Importeur aktuell ein komplett neues Vermietkonzept samt einer Carsharingkomponente auf die Beine. Mit dem klassischen Carsharingangeboten habe es nichts gemeinsam, betont Thomas Bauch. Vielmehr ziele man unter Einbindung der Handelsorganisation auf eine nahtlose und flexible Mobilitätskette für Flottenkunden ab – von wenigen Stunden bis zum 48-Monate-Leasingmodell. Spätestens Ende 2016 soll das Konzept final im Markt implementiert sein.
Ein zweites Großprojekt, dem sich der Importeur aktuell widmet, ist die Neustrukturierung des Serviceprozesses. Geplant ist, den Serviceprozess im Handel bis Mitte 2015 an den klassischen automobilen Produktionsprozess anzugleichen. Ziel ist es, zum einen die Kundenzufriedenheit durch kürzere Wartezeiten und eine persönlichere Betreuung zu erhöhen und zum anderen die Effizienz in den Werkstätten zu erhöhen. Künftig sollen alle Volvo-Partner bis zu drei Mal täglich von einem Local Distribution Center (LDC) beliefert werden – und zwar schon vorkonfektioniert nach Kundenauftrag. Auch den Monteuren kommt künftig eine neue Rolle zu: Sie werden auch direkten Kundenkontakt haben.
In der Ausgabe 33/34 von »kfz-betrieb« können Sie detailliert lesen, wie der Serviceprozess bei den Volvo-Händlern künftig aussehen wird, wie das geplante Mobilitätskonzept für Gewerbekunden funktionieren soll und wie Thomas Bauch das Remarketing neu strukturieren will.
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