VW Crafter: Variabler Transporter ohne Mercedes-Gene

Autor / Redakteur: sp-x / Christoph Seyerlein

VW will es wissen: Der neue Crafter ist nicht länger ein Bruder des Mercedes Sprinter, sondern ein eigenständiges Modell. Den VW-Transporter gibt es mit bewährten Tugenden, aber auch mit vielen Neuheiten.

Anfang 2017 startet die zweite Generation des VW Crafter.
Anfang 2017 startet die zweite Generation des VW Crafter.
(Bild: VW)

Klappern gehört bekanntlich zum Handwerk. Volkswagen hat bei der Präsentation des neuen Crafter das Klappern durch lautes Trommeln ersetzt, und ließ bei der Vorstellung seines neuen Nutzfahrzeugs von Percussionkünstlern auf allerlei Handwerksgerät laut und rhythmisch einschlagen. Klare Botschaft: Wir können was, und das zeigen wir hier auch.

Der Crafter ist die erste komplette Eigenentwicklung für VW in diesem Segment. Bislang kooperierte man der Autobauer mit Mercedes, deren Sprinter das Pendant zum Crafter war. So gesehen steckt im lauten Trommeln auch die Hoffnung, dem einstigen Partner auf dem europäischen Markt einen guten Teil seiner Stammkunden abspenstig machen zu können.

Mit sparsamen Zweiliter-Motoren, zusätzlichen Antriebsvarianten, mehr Komfort und vielen Assistenzsystemen kommt die neue Crafter-Generation im Frühjahr 2017 auf den Markt. Premiere feiert der Transporter, der wie gehabt in den Varianten Fahrgestell mit Doppel- und Einzelkabine sowie Kasten und Bus erhältlich ist, dieser Tage auf der IAA-Nutzfahrzeuge in Hannover. Für den Crafter wurde im polnischen Wrzesnia in 28 Monaten ein neues Werk errichtet. Dort können maximal 100.000 Einheiten im Jahr produziert werden, was eine Verdopplung des bisherigen Crafter-Absatzes wäre.

VW setzt bei seinem neuen Transporter auf Variabilität. Er kann wahlweise mit Heck-, Allrad- oder – erstmals – auch mit Frontantrieb geordert werden. Der Antrieb über die Vorderräder war bislang innerhalb der Kooperation mit Mercedes den Sprinter-Versionen vorbehalten gewesen. Außerdem stehen drei Längen zwischen 5,98 bis 7,39 Meter sowie drei Innenraumhöhen zwischen 2,34 und 2,80 Meter zur Wahl. Dazu kommen drei Radstände. Zwischen 3,5 und 5,5 Tonnen beträgt die erlaubte Zuladung. Maximal sind 8 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht möglich. Die neue Version mit Frontantrieb verfügt über ein Ladevolumen von bis zu 18 Kubikmetern.

Als Motor kommt der bereits aus dem T6 bekannte und für den Crafter modifizierte 2,0-Liter-TDI-EA288 zum Einsatz, die sich durch Sparsamkeit und Langlebigkeit auszeichnen soll. Das Aggregat wird in den vier Leistungsstufen 75 kW/102 PS, 90 kW/122 PS, 103 kW/140 PS und 130 kW/177 PS offeriert. Das leistungsstärkste Bi-Turbo-Triebwerk wird verstärkt bei den hohen Nutzlastansprüchen der Heckversionen oder bei den Allradmodellen Verwendung finden. Die Motoren sollen im Schnitt einen Liter sparsamer sein als die Vorgänger-Aggregate.

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