Tiemeyer-Gruppe VW-Partner sichert Markterfolg mit Volumenstrategie

Von Dr. Martin Achter 2 min Lesedauer

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Hohe Zinsen, gestiegene Lebenshaltungskosten und die allgemeine Kaufzurückhaltung setzten 2023 auch bei Tiemeyer den Absatz unter Druck. Der Top-100-Händler hat seine strategische Antwort darauf gefunden – und mit dem Umsatz die Milliardenmarke geknackt.

Stellten die Bilanz der Tiemeyer-Gruppe für das Geschäftsjahr 2022/2023 (im Bild v.l.n.r.): Michael Evers (stellv. Vorstandsvorsitzender), Heinz-Dieter Tiemeyer (Vorstandsvorsitzender) und Dirk Reitzer (Vorstand).(Bild:  Tiemeyer AG)
Stellten die Bilanz der Tiemeyer-Gruppe für das Geschäftsjahr 2022/2023 (im Bild v.l.n.r.): Michael Evers (stellv. Vorstandsvorsitzender), Heinz-Dieter Tiemeyer (Vorstandsvorsitzender) und Dirk Reitzer (Vorstand).
(Bild: Tiemeyer AG)

Die Tiemeyer-Gruppe (VW, Audi, Skoda, Seat/Cupra) hat angesichts der Kaufzurückhaltung der Verbraucher einen Strategieschwenk vollzogen – und setzt mit ihrem Fahrzeug- und Preisangebot auf ein höheres Absatzvolumen. Das Unternehmen habe die Veränderung des Pkw-Markts hin „zu einem Käufermarkt frühzeitig erkannt und sich strategisch dahingehend ausgerichtet“, teilte es am Freitag in Bochum angesichts der Vorstellung seiner Bilanz für das Geschäftsjahr 2022/2023 mit. Die Folge sei der „Übergang zu einer Volumenstrategie“ gewesen.

Dementsprechend habe die Tiemeyer-Gruppe ihre „Angebotsstruktur, gemessen an den gegenwärtigen Bedingungen, attraktiv gestaltet“. Auf diese Weise habe „die Preissteigerung weitestgehend, im Sinne des Kunden, vermieden werden“ können. Neben den hohen Zinsen habe das schrittweise Förder-Aus für E-Autos und Plug-in-Hybride den Absatz belastet. Jedoch habe der Volkswagen-Konzern auch wieder mehr Fahrzeuge liefern können.

Mehr Verkäufe – mehr Werkstattgeschäft

Durch die zusätzlichen Fahrzeugverkäufe konnte Tiemeyer nach eigenen Angaben auch sein Werkstattgeschäft stärken. Die aus der Volumenstrategie „resultierende Neukundengewinnung generierte darüber hinaus auch Zusatzgeschäft im Aftersales“, erklärte das Unternehmen. „Die Tiemeyer-Gruppe hat sich mit ihrer Agilität den Marktbedingungen angepasst.“ Dadurch habe das Unternehmen außerdem den Umschlagsfaktor bei Neu- und Gebrauchtwagen erhöhen können.

Unterm Strich erzielte die Tiemeyer-Gruppe im Geschäftsjahr 2022/2023, das bis zum 31. August 2023 lief, einen Umsatz von 1,11 Milliarden Euro. Der Absatz lag bei 39.046 verkauften Fahrzeugen, davon 24.072 Gebrauchtwagen. Der Gebrauchtwagenverkauf stieg um 10 Prozent, der Neuwagenabsatz um 45 Prozent. Angaben zur Umsatzrendite machte der Händler nicht.

Im Werkstattgeschäft erhöhte sich das Volumen der Werkstattdurchläufe um 7 Prozent (183.533). Tiemeyer verkaufte ein Zehntel mehr Werkstattstunden (419.003).

Weitere strategische Schwerpunkte waren im abgelaufenen Geschäftsjahr nach Unternehmensangaben die Kundenkommunikation und die Digitalisierung. So schuf Tiemeyer 2023 ein Kundenkontaktcenter mit zentraler Terminvereinbarung. Dadurch erhöhte sich die telefonische Erreichbarkeit, und Termine können seitdem standortübergreifend vergeben werden – wodurch sich die Auswahl für Kunden erhöhte, wie Tiemeyer mitteilte.

Im Onlinegeschäft verzeichnete Tiemeyer nach eigenen Angaben 40 Prozent mehr Leads. Insgesamt hätten Kunden die digitalen Angebote des Händlers im Internet deutlich stärker genutzt. Und auch im stationären Kontakt mit Kunden setzt Tiemeyer verstärkt auf digitale Angebote. Als Beispiel nannte der Händler eine digitale Station für die Serviceannahme, die er als Pilotprojekt umgesetzt hat. Damit können Kunden ihr Fahrzeug kontaktlos ohne Wartezeit übergeben. Besonders Flotten- und Geschäftskunden nähmen dieses Angebot in Anspruch.

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