Mobilität Die Wellergruppe legt das E-Bike-Geschäft auf Eis

Von Julia Mauritz 2 min Lesedauer

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Die Wellergruppe konzentriert sich beim Ausbau ihres Mobilitätsangebots vorerst nur auf E-Roller. Entgegen ihrer ursprünglichen Planung werden E-Bikes nicht in die Showrooms ihrer beiden Marken „B&K“ und „Autoweller“ ziehen.

Die Wellergruppe zieht mit Blick auf die aktuelle Marktentwicklung bei E-Bikes die Notbremse und konzentriert sich auf E-Roller.(Bild:  Wellergruppe)
Die Wellergruppe zieht mit Blick auf die aktuelle Marktentwicklung bei E-Bikes die Notbremse und konzentriert sich auf E-Roller.
(Bild: Wellergruppe)

Die Berliner Wellergruppe wollte in diesem Jahr im großen Stil ins Zweiradgeschäft einsteigen und in 25 ihrer 35 Autohäuser neben E-Rollern auch E-Bikes verkaufen. Jetzt hat die Handelsgruppe ihre strategischen Weichen im Zweiradgeschäft neu justiert: Sie beschränkt sich auf den Vertrieb von E-Rollern und E-Motorräder der Marke „Horwin“.

„Nachdem der E-Bike-Markt einige Jahre gewachsen ist, hat sich die Situation nun geändert und es herrscht ein starkes Überangebot. Das sind keine guten Rahmenbedingungen für einen Markteintritt. Somit haben wir uns dazu entschieden, den Fahrradvertrieb vorerst nicht zu forcieren“, begründet die Handelsgruppe ihre Entscheidung.

Der Fahrradmarkt befindet sich aktuell in unruhigen Gewässern: Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie war die E-Bike-Nachfrage laut Zahlen des Zweirad-Industrie-Verbands (ZIV) stark gestiegen – auf einen Rekordabsatz von 2,2 Millionen Stück im Jahr 2022. Die Nachfrage war aufgrund von massiven Lieferengpässen und brüchigen Lieferketten deutlich höher als das Angebot. In diesem Jahr dreht die Lage.

Das untermauert auch eine Analyse des europäischen Fahrradmarkts der Unternehmensberatung „EY“. Die Analysten berichten zum ersten Mal seit Jahren von leicht gesunkenen Fahrradpreisen – und das gilt auch für E-Bikes.

3.570 Euro Durchschnittspreis

Die Lager der Fahrradhändler sind bereits seit einigen Monaten übervoll – nicht nur weil die Lieferketten wieder stabiler sind und das Produktionsvolumen gestiegen ist. Auch die Nachfrage nach den im Schnitt 3.570 Euro teuren E-Bikes stagniert wegen der gestiegenen Lebenshaltungskosten. Der Verband des Fahrradhandels (VDZ) hatte im Frühjahr davon berichtet, dass die Hersteller auf einen Schlag große Mengen an den Handel ausgeliefert hätten. So hatte dieser plötzlich 2021er-, 2022er- und 2023er-Modelle zeitgleich zu verkaufen. Die Händler müssten verbindlich und losgelöst von ihrem tatsächlichen Bedarf Ware vorbestellen.

Mittel- und langfristig stellen aber sowohl der VDZ als auch der ZIV weiterhin ein stabiles Zweiradwachstum in Aussicht. Als Wachstumstreiber nennen sie unter anderem, dass ältere Fahrräder durch E-Bikes abgelöst werden und einen Trend hin zum Zweit- oder Drittrad für spezielle Nutzungszwecke, beispielsweise Lastenräder.  

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