Wenn Stahl leichter als Alu ist

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Das Ergebnis: Der spezifische Verbrauch im Bestpunkt sank von 195 g/kWh auf enorm günstige190 g/kWh. In allen anderen Betriebspunkten lag er ebenfalls niedriger als beim Aluminiumkolben. Die Stickoxidproduktion stieg durch den wärmeren Kolbenboden etwas an, während die Partikelproduktion ein uneinheitliches Bild zeigt. Zu vermuten ist, dass die Schadstoffe CO und HC durch die verbesserte Verbrennung etwas zurückgingen. Geringer fiel auch der Reibleistungsverlust aus.

Da der Motor mit höheren Kolbentemperaturen läuft, konnte auf dem Prüfstand ein günstigerer Brennverlauf festgestellt werden. Es ist zu vermuten, dass die Kaltstartemissionen erheblich zurückgingen. Sie machen bei konventionellen Motoren noch immer bis zu rund 80 Prozent der im Test gemessenen Schadstoffemissionen aus.

Drei Prozent Einsparung über das ganze Kennfeld

Das wichtigste Ergebnis war jedoch die Kraftstoffeinsparung von drei Prozent über das ganze Kennfeld. Es mag nicht viel erscheinen, wenn ein Motor statt 5 Litern nur noch 4,85 Liter auf 100 Kilometern verbraucht. Doch dabei wird es nicht bleiben, wenn der Motor von Anfang an mit Stahlkolben entwickelt wird.

Aluminiumkolben haben einen langen Entwicklungsprozess durchlaufen. Die Stahlkolben stehen erst am Beginn dieses Prozesses. Einen spontanen Wechsel von Aluminium zu Stahl wird es trotz der ersten Serienanwendung nicht geben. Dazu ist die Motorenentwicklung viel zu aufwändig. Kolben- und Motorenhersteller versichern zudem, dass der Aluminiumkolben noch genügend Entwicklungspotenzial besitzt. Es wird also spannend zu beobachten sein, wie sich der Stahlkolben bewährt.

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