KI-Software im Autohaus „Wer den Zug verpennt, gerät ins Hintertreffen“

Von Silvia Lulei 3 min Lesedauer

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Das Autohaus Kuhn & Witte nutzt die KI-Software Pricetronic für das Preismanagement. Für Geschäftsführer Oliver Bohn ist das der richtige Weg, um Preisdiskussionen auszuhebeln und Erträge zu steigern.

Schluss mit Reservierungen und Preisdiskussionen: Oliver Bohn, Geschäftsführer des Autohauses Kuhn & Witte, nutzt jetzt eine KI-Software für das Preismanagement.(Bild:  Mauritz - VCG)
Schluss mit Reservierungen und Preisdiskussionen: Oliver Bohn, Geschäftsführer des Autohauses Kuhn & Witte, nutzt jetzt eine KI-Software für das Preismanagement.
(Bild: Mauritz - VCG)

Was passiert, wenn künstliche Intelligenz das Preismanagement im Autohandel übernimmt? Nichts, was der Händler nicht will. Diese Erfahrung machte das Autohaus Kuhn & Witte, als es sich bereit erklärte, die KI-Software Pricetronic zu testen.

Pricetronic ist eine Weiterentwicklung der Software Carobserver, die mehrere Hundert Händler in Deutschland zur Markt- und Bestandsanalyse einsetzen. Mit der Anwendung können sie ihren eigenen Bestand sowie regionale und überregionale Märkte analysieren und Angebote von Wettbewerbern beobachten. Darüber hinaus erhält der Händler Daten zur aktuellen Marktsituation, um die Preise seiner Fahrzeuge richtig einschätzen und ändern zu können. So werden Verkaufschancen generiert, Standtage und Kosten optimiert und höhere Margen erzielt (laut Anbieter zwischen 400 und mehr als 1.000 Euro pro Fahrzeug). Zudem unterstützt Car Observer bei der Preisfindung im Einkauf und gibt eine Standzeitprognose ab. Mit Pricetronic geht das Ganze jetzt automatisiert; mit dem Ziel, Gebrauchtwagen tagesaktuell einpreisen zu können und darüber den Ertrag pro Fahrzeug deutlich zu erhöhen.

Bei Kuhn & Witte ist das gelungen, aber für Geschäftsführer Oliver Bohn war das nicht der einzige Grund, eine KI-Software im Verkaufsalltag zu testen. Ihm ging es auch darum, die leidigen Preisdiskussionen auszuhebeln. „Die Preise für Hotels und Flüge werden tagesaktuell angepasst. Das muss auch für Gebrauchtwagen gehen“, meint der Automobilunternehmer.

KI live erleben beim Deutschen Remarketing Kongress 2025

Deutscher Remarkting Kongress

Welche KI-Lösungen gibt es bereits für das Gebrauchtwagengeschäft? Wie funktionieren diese und wie lassen sie sich in bestehende Prozesse integrieren? Künstliche Intelligenz birgt für viele Händler noch eine gewisse Unsicherheit. Antworten liefert der Deutsche Remarketing Kongress am 26. Februar 2025 – unter anderem mit einer Sonderausstellung zum Thema KI und den Erfahrungen von Oliver Bohn mit der Software Pricetronic. Daneben erwarten Sie zahlreiche Best Practices und Vorträge zu Themen, die den GW-Handel aktuell beschäftigen. Nutzen Sie die Veranstaltung, um sich wertvolle Tipps zu holen und mit Branchenkolleg:innen auszutauschen

Mit Einführung der Pricetronic bei Kuhn & Witte mussten die Verkäufer Abschied nehmen von einer liebgewonnenen Gewohnheit: Es gibt keine Reservierungen mehr. „Reservierungen blockieren das Geschäft“, sagt Bohn. Bei Kuhn & Witte waren es 50 bis 60 Fahrzeugreservierungen pro Tag. Damit ist jetzt Schluss: Reserviert ist ein Fahrzeug erst, wenn der Kaufvertrag gedruckt ist. Vorher ist es jederzeit für jeden verfügbar. Das habe, gibt Bohn zu, zu Diskussionen unter den Verkäufern geführt. Ein neues Provisionssystem hat die Wogen geglättet. Die Verkäufer erhalten jetzt einen Bonus von 100 Euro pro verkauftem Auto zum ausgezeichneten Preis.

Den Preis ermittelt die Software Pricetronic. Sie berechnet mittels künstlicher Intelligenz marktgerechte Preise, indem sie Angebot und Nachfrage abgleicht. Möglich ist ein tagesaktuelles Pricing; die Intervalle stimmt das Carobserver-Team aber jeweils individuell mit dem Autohaus ab.

Circa sechs Monate dauert es nach den Erfahrungen bei Kuhn & Witte, bis der neue Preismanagementprozess in einem Autohaus eingeführt ist. Dabei ist die Installation der Software nur ein vergleichsweise kleiner Part. Einen viel größeren Raum nehmen die Entwicklung neuer interner Abläufe, die Akzeptanz der Software und der Ergebnisse, die sie ermittelt, sowie der selbstverständliche Umgang mit der KI ein. Wobei diese Umstellung anfangs zeitintensiv ist und sich von Woche zu Woche abschwächt. Für Oliver Bohn war die Entscheidung, KI-Software im Autohaus zu testen, der richtige Weg: „Wer den Zug verpennt, gerät ins Hintertreffen.“

Beim Deutschen Remarketing Kongress 2025 teilen Oliver Bohn und Thomas Stenzel, Geschäftsführer von Carobserver, ihre Erfahrungen mit dem Einsatz von KI im Autohaus Kuhn & Witte.

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