Werkstatt bleibt Renditebringer
Knapp ein Viertel der Vertragshändler erwartet 2015 eine sinkende Rendite im Neuwagenhandel. Die Ertragssäule im Autohaus bleibt das Werkstattgeschäft. Doch auch dort wächst der Druck.

Obwohl das Marktvolumen im Neuwagengeschäft 2014 gegenüber dem Vorjahr um knapp drei Prozent gestiegen ist, bleibt die wirtschaftliche Situation der Autohäuser in diesem Geschäftsbereich angespannt. Nur neun Prozent der Vertragshändler der Automobilhersteller und Importeure verbuchten im Verkauf von neuen Autos eine Umsatzrendite von 1,5 Prozent. Bei etwa 30 Prozent der markengebundenen Unternehmen lag sie zwischen 0,5 und 1 Prozent. Dies ergab die Branchenindexbefragung von »kfz-betrieb« und der Bank Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (BDK).
Auch die Prognosen für das Geschäftsjahr 2015 geben den Vertragshändlern keinen Grund zur Freude: 42 Prozent der Befragten erwarten bis zum Ende dieses Jahres eine gleichbleibend schlechte und 23 Prozent eine sinkende Rendite im Neuwagenverkauf.
Vertragshändler erwarten stabile Umsatzrenditen im Service
Besser als den Autohandel beurteilen die Unternehmer ihr Werkstattgeschäft. So gab gut ein Viertel der Inhaber von fabrikatsgebundenen und freien Kfz-Betrieben an, dass ihre Umsatzrendite im Service und im Verkauf von Ersatzteilen im vergangenen Jahr zwischen zwei und fünf Prozent lag. 13 beziehungsweise 14 Prozent erzielten hier sogar eine Rendite zwischen fünf und zehn Prozent. Zudem sind die Aussichten sehr erfreulich: Rund 25 Prozent aller Befragten rechnen in diesem Jahr im Vergleich zum Vorjahr mit steigenden und 56 Prozent mit stabilen Umsatzrenditen im Werkstattgeschäft.
30 Prozent der Vertragshändler und 23 Prozent der Inhaber von Freien Werkstätten prognostizieren allerdings auch rückläufige Wartungs- und Reparaturarbeiten. Um sinkende Serviceaufträge kompensieren zu können, wollen 50 Prozent der Fabrikatsbetriebe ihr Glasgeschäft ausbauen und 47 Prozent neue Reparaturmethoden wie Smart Repair anbieten. Dagegen möchten die unabhängigen Servicebetriebe ihre Werkstattauslastung mit einem intensiveren Reifenservice (48 Prozent) und Karosserie- und Lackgeschäft (43 Prozent) sichern.
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