Widmann: Kernmarken im Vordergrund

Autor / Redakteur: Stephan Richter /

Das Autohaus Widmann trennte sich 2009 von seinem Chrylser-Händlervertrag, möchte damit die firmeninternen Prozesse verschlanken und die Qualität steigern.

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Die Strukturkrise ging auch an der Widmann-Gruppe nicht spurlos vorbei. „2009 war ein schwieriges Jahr“, fasst es Geschäftsführer Bernd Widmann zusammen. Gerade deswegen habe sich viel getan im Unternehmen, immer getreu dem Motto: „Widmann bewegt“. Kein leichtes Unterfangen für eine Autohausgruppe, die mittlerweile über 14 Betriebe an zwölf Standorten verfügt.

Im Juni eröffnete die neue Mercedes-Benz-Filiale in Zeithain als Ersatz für den Standort im sieben Kilometer entfernten Riesa. Der Neubau in der Teninger Straße beherbergt einen Verkaufsbereich, sechs Nutzfahrzeug- und 14 Pkw-Arbeitsplätze sowie eine Waschhalle – zudem einen Stützpunkt der firmeneigenen Gebrauchtwagen-Marke Solid.

Bei diesem Schritt kam wieder das Faible von Geschäftsführer Bruno Widmann zum Tragen: Neubauten im Autohaus Widmann. Der Unternehmer zieht sich zwar nach und nach aus dem operativen Geschäft zurück, schaut jedoch täglich in der Widmann-Zentrale in Aalen vorbei. Mit seiner weitreichenden Erfahrung fungiert er weiterhin als Berater und steht seinem Sohn Bernd zur Seite.

Der Standort in Zeithain ist ein weiteres Zeichen dafür, dass sich die Autohausgruppe voll und ganz auf ihre Stammmarken Mercedes-Benz und Smart konzentriert. Unlängst kündigte Widmann daher seinen Chrysler-Händlervertrag und möchte damit die firmeninternen Prozesse verschlanken und die Qualität steigern.

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Ein Unternehmen wächst

Als Ergebnis der langen Partnerschaft zu Mercedes-Benz feierte das Autohaus am 1. September sein 50-jähriges Vertragsverhältnis mit dem Hersteller. Es geht zurück auf die Anfangszeiten in Schwäbisch Gmünd/Hussenhofen, wo Bruno Widmann 1956 eine freie Autowerkstatt gründete. Drei Jahre später verwandelte sich das kleine Unternehmen in eine Daimler-Benz-Vertragswerkstatt. 1967 zog die Firma von Schwäbisch Gmünd nach Aalen, wo sie 1972 den Neubau am heutigen Standort in der Carl-Zeiss-Straße errichtete. Ganz konnte er sich seiner Wurzeln in Schwäbisch Gmünd aber nicht entledigen und eröffnete 1967 dort ein Audi-Autohaus.

Schon 1968 übernahm Widmann den Mercedes-Benz-Betrieb in Ellwangen. Das Unternehmen wuchs.

Den Betrieb in Schwäbisch Gmünd erweiterte Widmann 1975 um die Marke Volkswagen. Damit stellte Bruno Widmann schon früh die Vertriebsweichen für mehrere Marken unter seinem Namen.

Im Jahr 1978 spaltete das Unternehmen den Gebrauchtwagenmarkt von den Neuwagen ab und gründete die Solid-Auto-Markt GmbH in Aalen. Diese Trennung besteht noch heute, und die gebrauchten Fahrzeuge verkauft das Gesamtunternehmen ausschließlich über die eigene Marke. Die Neuwagenverkäufer geben Kundenfahrzeuge, die sie in Zahlung genommen haben, oder Leasingrückläufer gleich an Solid-Auto-Markt weiter.

Nach der Wende

Das Automobilgeschäft besteht nicht nur aus Zahlen und Statistiken, sondern auch aus Zufällen und Emotionen. Das beweist ein Tag im Jahr 1991: Bruno und Bernd Widmann besuchten die neuen Bundesländer, da ihnen angeboten worden war, die Vertragsgebiete in Meißen, Riesa und Haida nach einer Insolvenz zu übernehmen. Dabei verpassten sie eine Ausfahrt und fuhren eine Zeit lang an der Elbe entlang. Die Landschaft, die Sonne und der schöne Ausblick überzeugten die beiden Unternehmer, sich in dem Gebiet anzusiedeln, und sie begannen mit dem Aufbau der dortigen Standorte.

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