Hyundai/Kia-Rückruf Wieder Brandgefahr

Von Niko Ganzer 2 min Lesedauer

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Bei bis zu 15 Jahre alten Modellen der Koreaner drohen Kurzschlüsse im ABS-Modul und im Kupplungsaktuator. Bislang ist in Deutschland für über 165.000 Einheiten eine Reparatur angekündigt.

Unter anderem müssen hierzulande knapp 38.000 Rios bei den Servicepartnern vorgefahren werden. (Foto:  Kia)
Unter anderem müssen hierzulande knapp 38.000 Rios bei den Servicepartnern vorgefahren werden.
(Foto: Kia)

Bei Hyundai und Kia gibt es eine neue Rückrufwelle wegen Problemen mit dem hydraulisch elektronischen ABS/ESP-Modul (HECU). Bereits vom Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) gemeldet wurde die Aktion mit der Hyundai-Kennung „41D091“. Sie ist aufgeteilt und gilt einmal weltweit für etwas über 76.000 Einheiten des Grand Santa Fe, iX35 und Veloster. Sie ist außerdem für rund 164.000 i40 vorgesehen. Auf Deutschland entfallen 3.268 beziehungsweise 25.046 Stück, die zwischen November 2010 und Oktober 2014 vom Band liefen.

Noch nicht behördlich erfasst sind hierzulande die Kia-Rückrufnummern „240S28“ sowie „241142“ bis „241154“. Auf welche Modelle und Produktionszeiträume sich diese Maßnahmen aufteilen, zeigt eine Tabelle unter diesem Text. Hier summieren sich die zu reparierenden Autos auf weltweit rund drei Millionen, davon circa 94.000 hierzulande. Angesichts der vielfältigen Modellverwandtschaft könnten also auch noch weitere Hyundai-Baureihen einbestellt werden.

Ursache: Bremsflüssigkeitsleck

Ursache für den Rückruf ist „ein Bremsflüssigkeitsleck, das im Laufe der Zeit zu einem Kurzschluss führen kann, wodurch es zu einem Überstrom im ABS-Modul kommt“, erklärte ein Sprecher von Kia Deutschland. Zu den Symptomen gehört das Aufleuchten der Störungswarnleuchte (MIL) oder der ABS-Leuchte sowie Rauch und Brandgeruch aus dem Motorraum und den HECU-Komponenten. Im schlimmsten Fall kann ein Brand im Motorraum entstehen, „unabhängig davon, ob das Fahrzeug geparkt oder in Bewegung ist“, wie der Sprecher sagte.

Neue Sicherungen mit geringerer Kapazität sollen künftig den Betriebsstrom auf der elektrischen Platine der HECU begrenzen, kündigte er an. Der Einbau dauere etwa eine halbe Stunde und werde anschließend im Garantiesystem vermerkt. Zuletzt machte das Problem Ende 2022 und Anfang 2023 Schlagzeilen bei Hyundai und Kia.

Weitere Aktion wegen Brandgefahr für PHEV-Modelle

Bislang nur für Kia-Modelle amtlich ist dagegen ein anderer Rückruf, der für die Plug-in-Hybriden des (X-)Ceed und Niro ansteht. Auch hier geht es um ein bereits bekanntes Problem mit dem hydraulischen Kupplungsaktuator (HCA). Im Bauteil droht ebenfalls ein Kurzschluss mit Brandgefahr im Motorraum, weil in den Anschlussstecker Feuchtigkeit eintreten könnte.

In Deutschland müssen daher um die 43.500 Teilzeitstromer in die Vertragsbetriebe, gebaut in unterschiedlichen Zeiträumen zwischen 26. Oktober 2015 und 14. August 2023. Weltweit sind die Aktionscodes „231113“ und „240S01“ für über 558.000 Niros und 85.000 (X-)Ceeds gültig, wie der Kia-Sprecher sagte. Bei ihnen überprüfen die Werkstattmitarbeiter die HCA-Einheit und ersetzen sie bei Bedarf durch ein verbessertes Bauteil.

Außerdem werde eine neue HCA-Sicherung mit geänderter Kapazität eingebaut, um die Kurzschlussgefahr zu verringern. „Der Zeitaufwand für die Durchführung der Arbeiten beträgt etwa zweieinhalb Stunden. Für den kompletten Werkstattablauf einschließlich Fahrzeugannahme und -rückgabe sind jedoch bis zu dreieinhalb Stunden einzuplanen", hieß es abschließend.

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