Der Xpeng G6 kommt aus China und ist eines dieser vielen Mittelklasse-SUVs, die auf dem Markt sind und immer noch kommen. Während einer lange Tour lässt sich das das Auto kennen lernen.
20 Minuten vergehen für das Laden des Akkus von 10 auf 80 Prozent. In der Spitze steigt die Ladeleistung auf 280 kW am Schnelllader.
(Bild: Xpeng - Mario-Roman Lamprecht)
Fika ist eine schwedische Kaffeepause am Nachmittag. Man trinkt in Ruhe mit Kollegen oder Verwandten ein Heißgetränk und isst dazu eine Zimtschnecke. Wir haben beides in der Raststätte bei Docksta kaum zu uns genommen, da hat der Ladestand unseres Xpeng G6 schon die 80 Prozent-Marke erreicht.
Das Mittelklasse-SUV G6 bietet der Hersteller in drei Varianten an. Unser Testfahrzeug ist ein Long Range Modell (87,5 kWh) mit permanenterregtem Synchronmotor im Heck. Mit dieser Batteriegröße gibt es auch einen Allradantrieb. Die Standard-Range-Variante nutzt eine kleinere LFP-Batterie mit 66 kWh.
Mit einer Spannung von 800 Volt in der 87,5 kWh fassenden Batterie sind Ladepausen fast zu kurz – zumindest für die Kaffeepause. 20 Minuten vergehen für eine Ladung von 10 bis 80 Prozent. In der Spitze steigt die Ladeleistung auf 280 kW am Schnelllader. Von den entsprechenden High Power Chargern (HPC) haben wir an dieser Raststätte an der schwedischen E4 die Wahl zwischen mehreren Anbietern. Am Morgen sind wir in Luleå in Nordschweden gestartet. Unsere Route führt über knapp 2.000 km südwärts nach Hamburg.
Digitales Know-how für VW
Wie heute üblich hört das Auto aufs Wort. Aber wie spricht man Xpeng eigentlich aus? Beim Versuch im Auto den digitalen Assistenten zu starten, klappt „Hey, iks-peng.“ am zuverlässigsten. Ein kleiner Roboter erscheint auf dem Bildschirm. Auf Anhieb versteht er Wünsche wie Scheibenheizung an oder Fahrmodus ändern. Ob der Sprachbefehl vom Beifahrer oder Fahrer kommt, ordnet der Roboter ebenfalls korrekt zu. Die Aussage „Mir ist kalt“ genügt, und auf dem entsprechenden Sitz wird die Heizung aktiviert.
Auf dem Touch-Display mit einer Diagonale von 25,9 cm (10,2 Zoll) kann man die Anzeige in zwei Bereiche teilen. Mit dem Finger schiebt man die beiden Fenster auf die gewünschte Größe. Ein App-Store bietet Erweiterungen für das Infotainment. Setzt man den Blinker, erscheint auf dem großen Bildschirm das Bild der nach hinten gerichteten Kameras, die den toten Winkel zeigen. Die Anzeige gibt beim Überholen, aber vor allem beim rechts abbiegen in der Stadt ein sicheres Gefühl, nichts und niemanden zu übersehen. Muss man an der Ladestation rückwärts einparken, übernimmt das der Parkassistent, sobald man den Rückwärtsgang eingelegt hat. Die Vorhersage der Restreichweite in Kilometer und die Batterieladung in Prozent stimmen bei jedem unserer Ladestopps exakt.
Die Xpeng-Ingenieure können Software. Das mag auch daran liegen, dass Mitgründer und Namensgeber He Xiaopeng zuvor ein Software-Unternehmen leitete. 2014 gründet er in Guangzhou die Automarke Xpeng. Volkswagen wurde auf die Marke aufmerksam und beteiligte sich 2023 mit knapp fünf Prozent am Unternehmen. So sichern sich die Wolfsburger den Zugang zu Digital-Know-how für ihre Autos in China.
Autonomes Fahren auf der Langstrecke
He sieht in erster Linie Tesla als seinen Wettbewerber. Wer schon mal Tesla gefahren ist, wird im G6 vieles wiedererkennen. Leider verzichtet Xpeng auf den vorderen Stauraum (Frunk) und auch auf ein Handschuhfach. Doch in Türablagen und Mittelkonsole passen etliche Dinge. Die Mittelkonsole bietet noch zwei Getränkehalter sowie zwei kabellose Ladeflächen für Smartphones. Ein Luftstrom von unten kühlt die Geräte beim Laden mit 50 Watt. Für die Passagiere auf der Rückbank gibt es zwei USB-C-Anschlüsse.
Die Rückenlehnen der beiden äußeren Sitze lassen sich manuell nach hinten verstellen. In der Mitte klappt man eine Armablage aus und kann einen Getränkehalter ausfahren. Im G6 gefahren zu werden, ist also ebenfalls angenehm. Bei 2,89 m Radstand hat man ausreichend Beinfreiheit und beim Blick nach oben schaut man durch das getönte Panoramadach in den Himmel. Der Kofferraum bietet 571 Liter Stauraum. Mit umgeklappter Rücklehne werden daraus 1.374 Liter.
Der so genannte Xpilot ist eine angenehme Unterstützung. Den Fahrhebel rechts vom Lenkrad zweimal nach unten drücken und der Fahrassistent ist aktiv. Das Auto hält Spur, das Tempo sowie den Abstand zum Vorausfahrenden. Beim Überholvorgang sieht man nach Aktivierung des Blinkers ein Rechteck auf der Nebenspur, in den der Assistent den Wagen eigenständig zieht.
Langstreckentauglich mit kleinen Mängeln
Auch die Ladeplanung macht auf dem Weg von Luleå nach Hamburg einen guten Eindruck. Als Fahrer hat man die Wahl: Ladestationen entlang der Strecke auflisten und eigenständig eine Auswahl treffen oder alle Stopps automatisch planen lassen. Allerdings plant das Auto auf Sicherheit und will bereits bei über 10 Prozent Restkapazität an die Ladesäule. Das lassen wir nicht durchgehen und fahren die Batterie auf vier Prozent runter. Auch damit kommen wir sicher an. Dabei spielt natürlich die Außentemperatur eine Rolle. Je weiter wir nach Süden kommen, desto wärmer wird es. Die Batteriezellen erreichen ihre maximale Ladeleistung ab 25 Grad. Somit wird die Batterie rechtzeitig beheizt, wenn die Ladestation in der Routenplanung vorgesehen ist. Der G6 zeigt dem Fahrer mit einem Heizsymbol, dass die Vorkonditionierung läuft.
Stand: 08.12.2025
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Offiziell verbraucht der G6 auf 100 km 17,5 kWh. Die Reichweite liegt bei 570 km (WLTP). Doch auf unserer Fahrt werden bei 100 Prozent Ladung nur zwischen 378 und 463 km angezeigt. Hier hat man die Wahl zwischen einer WLTP- und der Dynamic-Anzeige, die anhand von Fahrweise und Außentemperatur berechnet wird. Der Dynamic-Wert ist der realistischere. Beim Verbrauch liegen wir bei 18,7 kWh auf 100 km. Für das zwei Tonnen schwere Auto mit einem cW-Wert von 0,25 ist das ein guter Wert. Allerdings lag das Tempolimit am ersten Tag fast durchgehend bei 110 km/h. Auf der zweiten Etappe sind es 130 km/h und somit steigt der Verbrauch auf etwas über 20 kWh pro 100 km.
Der Xpeng G6 hinterlässt einen guten Eindruck als langstreckentaugliches E-Auto. Etliche Komfortfunktionen erleichtern lange Fahrten, auch wenn es im Menü noch kleinere Übersetzungsfehler gibt. Ein Druck auf „Alle schließen“ bei der Übersicht der aktiven Sitzheizungen auf den vier Plätzen beendet nicht den Heizvorgang, sondern schließt das Menüfenster. Aber zur Not, einfach den kleinen Roboter bitten, das eben zu erledigen.