Auftragsfertigung Xpeng produziert bei Magna in Graz

Von Andreas Grimm 2 min Lesedauer

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Auf dem Weg nach Europa steht für chinesische Autohersteller immer auch die Frage nach einer hiesigen Produktion im Raum. Xpeng hat sich nun vorerst für eine Auftragsfertigung entschieden.

Xpeng hat bei Magna in Graz die Produktion von zwei SUV beauftragt, darunter das Modell G6. (Bild:  Xpeng)
Xpeng hat bei Magna in Graz die Produktion von zwei SUV beauftragt, darunter das Modell G6.
(Bild: Xpeng)

Der chinesische Autohersteller Xpeng lässt jetzt auch Fahrzeuge in Europa fertigen. Ab sofort werden die Elektro-SUVs G6 und G9 für den EU-Markt bei Magna im österreichischen Graz aus vorgefertigten Baugruppen endmontiert. So erspart sich Xpeng die Sonderzölle auf chinesische E-Autos, die zusätzlich zum regulären Einfuhrzoll von 10 Prozent anfallen. Das Unternehmen bestätigte diesen Schritt laut „Car News China“.  Die Serienproduktion soll laut Magna im dritten Quartal 2025 starten.

In dem Werk von Magna Steyr in Graz haben bereits Mercedes-Benz, BMW, Jaguar Land Rover oder Toyota Autos bauen lassen. Auch Fisker hatte Magna beauftragt, bevor das US-Unternehmen pleite ging. Das Werk ist spezialisiert auf eine Klein- bis Mittelserienproduktion. Mehrere Modelle können auf gemeinsamen Linien entstehen. Xpeng will dort laut „Car News China“ mittelfristig weitere Modelle fertigen lassen.

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Das sogenannte Knocked-Down-Verfahren ist vor allem bei mittleren Produktionsvolumina gängig, um ohne große Investitionen in ein eigenes Werk die lokale Fertigung zu stärken und etwa Zölle zu umgehen. Die im Ursprungsland fertig gebauten Fahrzeuge werden zerlegt und zu günstigeren Zoll-Konditionen ins Ausland verschifft, wo sie wieder zusammengesetzt werden.  Je nach Zerlegungsgrad unterscheidet man unter anderem zwischen Semi- und Completly-Knocked-Down-Fertigung – SKD und CKD.

Bekannte Beispiele für Knocked-Down-Modelle sind der VW Käfer und das Ford Model T, die auf vielen Märkten aus Bausatzteilen montiert wurden. Auch Audi, Mercedes und BMW nutzen den Ansatz vor allem auf asiatischen Märkten.

Forschung und Entwicklung in München

Xpeng hat außerdem kürzlich sein erstes europäisches Forschungs- und Entwicklungszentrum in München eröffnet. Das Ziel: Produkte einfacher an lokale Märkte anpassen und die technische Zusammenarbeit vor Ort stärken. Der Autohersteller will laut Car News China Limousinen, Mittelklasse-SUVs, Kompakt-SUVs und leistungsstarke Elektrofahrzeuge für Europa auf den Markt bringen. Bei der IAA Mobility zeigte der Autohersteller seine Produktpalette und Konzepttechnologien. Dazu zählten humanoide Roboter, ein Prototyp eines fliegenden Autos und die Elektroauto-Plattform SEPA.

Marktstart für Xpeng war im Jahr 2021 Norwegen. Seitdem hat der Autohersteller in über 46 Länder und Regionen expandiert. Zwischen Januar und Juli 2025 setzte das Unternehmen laut Car News China im Ausland 18.701 Fahrzeuge ab; mehr als doppelt so viele wie im Vorjahr. In Europa waren es im ersten Halbjahr mehr als 8.000 Fahrzeuge. Das wichtigste Modell mit 67 Prozent des Absatzes war der G6.

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