Innenraum Lässt sich der Lenkradkranz künftig einfach austauschen?

Von Dipl.-Ing. (FH) Jan Rosenow 2 min Lesedauer

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Der Automobilzulieferer Yanfeng hat auf der Messe CES ein neues Produktionsverfahren für Lenkräder vorgestellt, bei dem der Lenkradkranz aus miteinander verclipsten Elementen besteht. Das könnte auch für den Ersatzmarkt interessant sein.

Yanfeng Click Rim: Vorgefertigte Segmente sollen die Herstellungszeit um zwei Drittel verkürzen.(Bild:  Yanfeng)
Yanfeng Click Rim: Vorgefertigte Segmente sollen die Herstellungszeit um zwei Drittel verkürzen.
(Bild: Yanfeng)

Das Lenkrad ist der wichtigste Kontaktpunkt des Fahrers zum Auto und umso mehr stören abgegriffene oder verkratzte Lenkradkränze den ersten Eindruck beispielsweise beim Gebrauchtwagenkauf. Das Bauteil einfach auszutauschen oder durch ein Nachrüstteil zu ersetzen, ist angesichts der verbauten Elektronik und Pyrotechnik viel zu teuer.

Nun könnte eine Neuentwicklung des Automobilzulieferers Yanfeng interessante Perspektiven für das Ersatzteil- und Zubehörgeschäft bieten. Das chinesische Unternehmen, das den Innenausstattungsbereich von Johnson Controls übernommen hat und auch in Deutschland produziert, hat auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas ein neues Herstellungsverfahren für Lenkräder präsentiert.

Für das Konzept Click Rim hat das Unternehmen Segmente bzw. Halbschalen entwickelt, die auf dem Lenkradkranz verclipst und miteinander verbunden werden. Die Anzahl der Segmente sowie ihr Oberflächenmaterial ist frei wählbar. Sämtliche Zusatzfunktionen wie Handerkennung oder Heizmatte sind vormontiert und direkt in die Schalen integriert. Zier- und Verbindungsnähte sind nicht nötig, können aber appliziert werden, wenn es der Autohersteller aus optischen Gründen wünscht.

Zeitersparnis in der Produktion

Grund für die Neuentwicklung war aber nicht der Ersatzteilmarkt, sondern der Wunsch nach Zeitersparnis in der Produktion. Denn die Fertigung eines Lenkrads ist laut Yanfeng sehr zeit- und arbeitsintensiv. Rund 60 Minuten werden im Schnitt dafür benötigt, wobei die meiste Zeit auf den handwerklich ausgeführten Kaschierprozess entfällt. Dabei wird das Metallskelett des Lenkrads mit einer Umschäumung versehen, auf die im Anschluss eine Heizmatte und schließlich das Oberflächenmaterial verklebt wird. Dabei erfordert jeder Schritt eine manuelle Bearbeitung, heißt es bei dem Zulieferer. Mit dem neuen automatisierten Kaschierprozess sollen hingegen rund zwei Drittel der herkömmlichen Fertigungszeit entfallen.

Ob das Unternehmen künftig die Lenkradsegmente auch für den Ersatzmarkt anbieten wird, ist noch offen. Immerhin weist Yanfeng darauf hin, dass sich die einzelnen Komponenten leicht demontieren und dem Werkstoffkreislauf zuführen lassen. Ab Modelljahr 2025 können erste Fahrzeuge mit dem Click-Rim-Lenkrad ausgestattet werden.

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