Airbag-Desaster Zeitbombe im Cockpit

Von Niko Ganzer 4 min Lesedauer

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Nach einem tödlichen Unfall in Frankreich rückt die von Takata-Airbags verursachte größte Rückrufserie in der Automobilgeschichte wieder ins Rampenlicht. Das hat unangenehme Folgen für Handel und Werkstätten sowie für deren verunsicherte Kunden.

Airbag-Austausch an einem Citroën (Symbolbild): Rund 12.400 Citroën C4, DS4 und DS5 sind in Deutschland mit einem Nutzungsverbot aufgrund gefährlicher Takata-Airbags belegt.(Bild:  Picture Alliance / Hans Lucas / Laurent Le Crabe)
Airbag-Austausch an einem Citroën (Symbolbild): Rund 12.400 Citroën C4, DS4 und DS5 sind in Deutschland mit einem Nutzungsverbot aufgrund gefährlicher Takata-Airbags belegt.
(Bild: Picture Alliance / Hans Lucas / Laurent Le Crabe)

Die zerstörerische Kraft von Ammoniumnitrat hat schon viele Katastrophen ausgelöst. Besonders die Bilder der massiven Explosion im Hafen von Beirut im August 2020, die 220 Menschen das Leben kostete und über 300.000 Einwohner der Stadt obdachlos machte, bleiben im Gedächtnis. Weniger Aufsehen erregte bislang die Tatsache, dass die Chemikalie auch in der Autoindustrie als Zeitbombe tickt.

Seit 2007 verletzt und tötet sie Jahr um Jahr Fahrzeuginsassen, weil der damit befüllte Gasgenerator im Fahrer- oder Beifahrerairbag beim Auslösen zerbricht und die Metallteile ungebremst in den Innenraum schießen. Der eigentliche Lebensretter wird also plötzlich zum todbringenden Bauteil – und das stammt von Takata. Der japanische Zulieferer brachte seit Ende der 1990er-Jahre seine mit „phasenstabilisiertem Ammoniumnitrat“ (PSAN) gezündeten Airbags so erfolgreich an den Mann, dass der Weltmarktanteil zeitweise bis zu 20 Prozent betrug.