Die Kernmarke der Erwin-Hymer-Gruppe erweitert ihre Modellpalette vor der neuen Saison um die beiden „Cross-Over“-Editionsmodelle Grand Canyon S und ML-T 570. Die sind allerdings beide nichts für den kleinen Geldbeutel.
Der ML T570 (rechts) und der Grand Canyon S Cross Over von Hymer.
(Bild: Erwin-Hymer-Gruppe)
Der Reisemobil-Hersteller Hymer aus Bad Waldsee präsentiert für gewöhnlich zu Jahresbeginn beim Heimspiel auf der Stuttgarter Freizeitmesse CMT neue Schmankerl zur bevorstehenden Saison. Da die Ausstellung aber in diesem Jahr Corona-bedingt abgesagt wurde, bleibt Hymer-Chef Christian Bauer nur die digitale Form der Vorstellung seiner beiden Neuheiten, die besonders auf abenteuerlustige Urlauber zugeschnitten sind.
Die Kernmarke der Erwin-Hymer-Gruppe schickt mit den Editionsmodellen Grand Canyon S Cross-Over und ML-T 570 Cross-Over zwei Allrad-Fahrzeuge zu Preisen jenseits der 100.000-Euro-Marke ins Rennen. Die Erfahrungen der vergangenen fünf Jahre hätten gezeigt, dass Allradantrieb und Autarkie für Hymer-Kunden eine immer wichtigere Rolle spielen, erklärt Christian Bauer via Bildschirm. Diesen Trend wolle man mit den beiden Sondermodellen bedienen, die sich zwangsläufig an die Spitze ihrer jeweiligen Baureihe setzen.
Da sowohl der Kastenwagen Grand Canyon als auch der Teilintegrierte ML-T auf dem Mercedes Sprinter als Basisfahrzeug setzen, kommt auch der zuschaltbare 4x4-Antrieb des Stuttgarter Transporters samt elektronischer Traktionshilfe (4ETS) und Getriebeuntersetzung zum Einsatz.
In Verbindung mit den neun Zentimeter höher gelegten Fahrgestellen und den grobstolligen BF-Goodrich-All-Terrain-Reifen auf 16-Zoll-Stahlfelgen sorgt das für guten Grip auf jedem Terrain, was bewegte Bilder durch Match- und Schlammlandschaften belegen sollen. Bei Berg- und Talfahrten dürfte der über drei Meter hohe und 6,89 Meter lange Teilintegrierte aber allein schon wegen des großen, hinteren Überhangs früher an seine Grenzen stoßen als der Grand Canyon S mit einem Längenmaß von 5,93 Meter. Für Vortrieb sorgt in beiden Fällen der 140 kW/190 PS starke 3,0-Liter-V6-Diesel.
ML-T kommt mit eigener Solaranlage
Immerhin: In beiden Editionsmodellen ist das alles inklusive einer umfänglichen Assistenten-Armada und des Multimedia-Systems MBUX serienmäßig an Bord. Beim ML-T gehört zudem noch eine Solaranlage mit zweimal 90 Watt Kapazität auf dem Dach und das Hymer Smart Battery System, bestehend aus zwei 135-Ah-Lithiumbatterien und einer 95-Ah-Bleibatterie, dazu, die gemeinsam ganzjährig autarkes Camping bis zu zehn Tagen garantieren sollen.
Zudem ermöglicht ein Wechselrichter in freier Wildbahn sogar 230-Volt-Bordstrom. Die serienmäßige Diesel-Heizung sowie der 152-Liter-Kompressor-Kühlschrank dienen ebenfalls größtmöglicher Autarkie.
Viele Optionen
Beim Grand Canyon S Cross-Over ist lediglich ein 90-Watt-Solar-Paneel auf dem serienmäßigen Hochdach montiert. Eine zweite Solareinheit ist nur in Verbindung mit einem optionalen Aufstelldach erhältlich, was summa summarum mit über 5.000 Euro Mehrpreis zu Buche schlägt. Auch Wechselrichter (1.200 Euro) und eine zusätzliche 25-Liter-Kompressor-Kühlbox (100 Euro) werden extra berechnet.
So lässt sich der Grundpreis des Allrad-Grand-Canyons von 107.000 Euro durchaus noch um bis zu 10.000 Euro in die Höhe treiben, während bei den 123.000 Euro für den ML-T 570 Cross-Over als einziger größerer Posten bei Bedarf höchstens noch eine SAT-Anlage mit 32-Zoll-TV (bis zu 4.000 Euro) offen wäre.
Offroad-Ambitionen
Rein äußerlich verrät allein schon der hochbeinige Look die Offroad-Ambitionen der beiden Reisemobile, was durch eine besondere Lackierung mit einer neon-gelben Cross-Over-Beklebung und die Zusatzscheinwerfer des „LED-Lightbars“ oberhalb der Windschutzscheibe noch unterstrichen wird. Im Wohnraum nutzt der Grand Canyon S den klassischen Zuschnitt mit quer eingebautem Doppelbett im Heck – dank Karosserieverbreiterungen rechts und links mit akzeptablem Längenmaß von 1,95 Meter.
Der ML-T 570 verwendet die gängigste Aufteilung mit L-Sitzgruppe vorn, Küchenblock mit Drei-Flammen-Kocher und Bad-Toilettenraum samt schwenkbarer Duschwand in der Mitte sowie Längs-Einzelbetten im Heck mit darunterliegender Garage.
Beide Fahrzeuge liegen deutlich über der 3,5-Tonnen-Grenze und können nur von Inhabern des alten Führerscheins Klasse 3 (vor 1999) ohne Zusatzführerschein gefahren werden. Für den Grand Canyon wird zwar eine Ablastung auf 3,5 Tonnen angeboten, wie das in der Praxis mit einer Zuladung von nur 250 Kilogramm funktionieren soll, bleibt aber rätselhaft.
Stand: 08.12.2025
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