Für die ehemals britische Marke MG, seit bald 20 Jahren im Besitz des chinesischen Autokonzerns SAIC, läuft es auf dem europäischen Markt prächtig. Ab dem nächsten Jahr will man unter dem Label IM sogar im Premiumsegment mitmischen.
Mit dem Cyberster gönnt sich MG ein Imagepflege-Modell.
(Bild: MG Motor)
Als vor gut sechs Jahren die ehemals britische Marke MG ihren Relaunch auf dem europäischen Markt einläutete, hätten sich viele sicher emotionalere und aufregendere Fahrzeuge gewünscht, als die doch ziemlich langweilig gestylten SUVs ZS und EHS. Schließlich assoziiert man MG, abgeleitet aus „Morris Garages“, hauptsächlich mit rassigen Roadstern vom Schlage MG A, MG B und MG Midget, auch wenn dies Jahrzehnte zurückliegt.
Nicht viel gefühlvoller gingen die neuen Eigner – seit 2007 gehört MG zum chinesischen Autokonzern SAIC – die Sache bei den Kompaktmodellen MG3 und MG4 sowie dem Mittelklasse-SUV Marvel R an. Und selbst beim ersten elektrischen Kombi, dem MG5 (läuft noch in diesem Jahr ohne Nachfolger aus), legten die Designer den Fokus vor allem auf Funktionalität.
Umso erstaunlicher, dass MG bei den Neuzulassungen in Deutschland und auch in vielen europäischen Ländern auf Rang eins unter den aus China importierten Modellen fährt. Das Konzept Mainstream-Design, eine breite Antriebspalette, bestehend aus Benzinern, Full-Hybriden (HEV), Plug-in-Hybriden (PHEV) und vollelektrischen Modellen (BEV), kombiniert mit attraktiven Verkaufspreisen, scheint beim Kunden anzukommen. Mittlerweile konnte MG in Europa über eine halbe Million Fahrzeuge absetzen.
Modellstrategie nimmt Fahrt auf
Ob dies so munter weitergeht, bleibt abzuwarten. Besonders im Hinblick auf die nachrückende chinesische Konkurrenz, allen voran BYD (Build Your Dream), dem weltweit größten Hersteller von Elektroautos. Auch wenn MG derzeit mit dem elektrischen Roadster Cyberster – der einzige seiner Art weltweit – für Schlagzeilen sorgt und kräftig sein Image poliert, garantiert solch ein innovatives „Leuchtturmmodell“ längst noch keinen nachhaltigen Abstrahleffekt auf die Marke.
Der Cyberster steht wie der MG4 auf der Modular Scalable Platform (MSP) des Mutterkonzerns SAIC und startet in Deutschland zunächst als Dual-Motor-Allradversion XPower. Zur Mitte des Jahres soll eine Variante mit Single-Motor und Hinterrad folgen. Eine Coupé-Version des Cyberster wurde intern diskutiert, offiziell jedoch verneint.
Bei den SUVs will MG das Angebot um neue Antriebsoptionen erweitern. Der HS erhält als erste Baureihe der Marke einen Plug-in-Hybrid. Dessen Systemleistung liegt bei 200 kW/272 PS, die elektrische Reichweite bei über 100 Kilometern.
Die ZS-Baureihe, Bestseller im Portfolio, und in neuer Generation um elf Zentimeter auf 4,43 Meter gewachsen, bekommt schon im Frühjahr eine Variante mit reinem Benzinantrieb. Mit ihm möchte MG Kunden mit begrenztem finanziellem Budget ansprechen. Gleiches gilt für das Kompaktmodell MG3, das es bereits als Vollhybrid (HEV) gibt und dem gerade ein günstig eingepreister Benziner (1,5-Liter-Vierzylinder) zur Seite gestellt wird.
Auf der anderen Seite erweitert die britische Marke mit dem ZS EV ihr Strom-Angebot. Zudem steht der Nachfolger des Marvel R auf dem Plan. Die neue Generation des Mittelklasse-SUV – vorgesehen ist ein anderer Modellname – war ursprünglich noch für 2025 vorgesehen, wird aber in Deutschland wohl erst 2026 eingeführt.
Fast seitlich einparken
Ob auch sie von der neuen Akkutechnik profitiert, ist unklar. Als ziemlich sicher gilt dagegen, dass MGs Mutterkonzern SAIC noch in diesem Jahr eine Semi-Solid-State-Batterie vorstellen wird. Der Hochvoltspeicher arbeitet mit einem Mix aus festen und flüssigen Elektrolyten, soll nicht viel mehr kosten als derzeitige Flüssig-Pendants, jedoch deutlich mehr Reichweite ermöglichen. Zu hören ist von Größenordnungen von bis zu 1.000 Kilometern.
Realistischer ist, dass die Semi-Solid-State-Technik in einigen IM-Modellen zum Einsatz kommen könnte. Unter diesem Label sollen in Europa schon bald Premium-Elektroautos angeboten werden. Dies kündigte MG bereits im Februar 2024 in Genf an. IM steht für Intelligent Mobility. Die Marke wurde in China bereits 2020 gegründet, Autos gibt es seit 2022, wie beispielsweise das SUV LS6, das SUV-Coupé LS7 und die Oberklasse-Limousine L7.
In Europa plant MG vermutlich noch 2025, zunächst in UK und einigen ausgewählten Ländern mit dem L6 zu starten. Ob auch Deutschland dazu gehören wird, bleibt abzuwarten. Von offizieller Seite heißt es hierzu: nein.
Die knapp fünf Meter lange Limousine erhält in der Basisvariante eine 400-Volt-Auslegung mit LFP-Batterie. Topmodelle sind mit 800 Volt und NCM-Akkus ausgestattet. Die Kapazität erreicht 100 kWh. Zwei E-Motoren ermöglichen Allradantrieb, stark einschlagende hintere Räder sollen nahezu seitliches Einparken erlauben. Auf den IM L6 könnten die Chinesen dann 2026 den LS6 folgen lassen.
Erst danach wird sich Grundlegendes beim Design ändern, das MG sowohl in China als auch in England entwerfen lässt. Denn Neuzugang Josef Kaban, einst bei Audi, Skoda, BMW, Rolls-Royce und Volkswagen in Diensten, zeichnet künftig als Vice President des Global Design Centers von SAIC Motor verantwortlich und dürfte MG gegenüber heute zu deutlich mehr Emotionalität verhelfen.
Stand: 08.12.2025
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