17. Expertenmeeting: Wettbewerb der Konzepte

Autor / Redakteur: Konrad Wenz / Dipl. Ing. (FH) Konrad Wenz

Das 17. Expertenmeeting Karosserie-Instandsetzung der Fachzeitschrift »kfz-betrieb« stellte die verschiedenen Konzepte bei der Karosserieinstandsetzung vor. Experten fordern Investitionssicherheit.

Über 120 Gäste aus den Verbänden, der Fahrzeugindustrie, den Überwachungsorganisationen, der Versicherungswirtschaft sowie der Werkstattausrüster begrüßte Ernst Haack, Geschäftsführer der Vogel Auto Medien, zum 17. Expertenmeeting Karosserie-Instandsetzung. Bereits zum zweiten Mal fand die Veranstaltung im Vogel Convention Center in Würzburg statt.

18 Unternehmen aus den Bereichen Karosserie- und Lackinstandsetzung hatten ihre Produktneuheiten mit nach Würzburg gebracht. Einmal mehr ging es auf dem Expertenmeeting um die Werkstatteffizienz. Dabei spielen zum einen Verbesserungen in der Fügetechnik, insbesondere bei Widerstandspunktschweißmaschinen, eine große Rolle, zum anderen wird der Lacktrockenprozess immer wichtiger.

Hans-Jürgen Rusch, geschäftsführender Gesellschafter der Alia Technik GmbH, empfahl den Werkstätten, auf jeden Fall eine Punktschweißmaschine mit Trafozangen zu kaufen, wenn eine solche Neuanschaffung anstehe. „Die sind prozesserprobt und eine sichere Investition für die Zukunft“, begründete Rusch. Der Schweißfachmann sieht die größte Herausforderung beim Schweißen in der Anordnung der unterschiedlichen Bleche im Karosseriebau.

Denn die Schweißparameter seien stark von der Anordnung der Bleche abhängig. Deshalb sei es besonders wichtig, die Parameter vor dem Schweißen genau festzulegen. Daher würden die Gerätehersteller mithilfe der Fahrzeughersteller Schweißprogramme für die unterschiedlichen Schweißaufgaben festlegen.

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Rusch bezeichnete den Aufwand für die Aktualisierung der Programme allerdings als sehr hoch. Zudem benötige der Schweißer immer zusätzliche Informationen über die Materialien und ihre Anordnung. Rusch berichtete, dass sein Unternehmen ein Verfahren entwickelt habe, um die Schweißprogramme automatisch abzurufen. Hierfür würden die zu schweißenden Bleche vor dem Schweißvorgang zwischen die Elektroden gelegt und mit einem Prüfstrom belastet.

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Anhand des dabei gemessenen Widerstands werden Rückschlüsse auf das Blech gezogen. Aus den Ergebnissen leite das Unternehmen zwei Kennwerte ab: zum einen für die Oberflächenbeschichtung, zum anderen für das Grundmaterial. Durch die Reihenfolge der Messung werde der Maschine die tatsächliche Anordnung der Bleche mitgeteilt. So könne der Mechaniker in der Werkstatt sicher sein, dass sein Schweißpunkt in Ordnung sei und die notwendige Festigkeit aufweise.

Gleicher Energieeintrag

Prof. Dr. Peter Puschner, Vorstand der Elmatech AG, erläuterte, dass bei einer Energiesteuerung der Schweißmaschine der Zeitfaktor eine qualitätsbeschreibende Größe werde. „Der Energieeintrag in die zu verschweißenden Bleche muss gleich sein“, führte der Professor aus. Daraus ergebe sich ein Zeitfenster, in dem sich die Schweißung abspielen müsse. Der Schweißer brauche am Ende des Schweißvorgangs die Auskunft, ob er im Erfahrungsbereich geschweißt hat oder nicht. Eingestellt werden müssten bei der Energiesteuerung lediglich die Gesamtblechdicke und die Materialart. Diese Parameter würde die neue Schweißmaschine seines Unternehmens automatisch erfassen.

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