ADAC-Test: Elektro-Ladesäulen sind nicht verbraucherfreundlich

Autor: Andreas Wehner

Der Autofahrerclub hat Ladestationen in deutschen Metropolen unter die Lupe genommen. Technisch waren die meisten einwandfrei. Doch in Sachen Kundenfreundlichkeit sieht der ADAC Nachholbedarf.

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(Bild: gemeinfrei / CC0 )

Ladesäulen für Elektroautos funktionieren technisch zwar überwiegend gut, doch bei der Verbraucherfreundlichkeit offenbaren sie noch große Schwächen. Das ist das Ergebnis eines Tests des ADAC.

Der Autofahrerclub hatte 53 Ladestationen in den Großräumen Berlin, Hamburg, Köln, Leipzig, München und Stuttgart unter die Lupe genommen und nach einem Notensystem bewertet. Einmal gab es die Wertung „sehr gut“, 29-mal „gut“, 17-mal „ausreichend“ und sechs Ladesäulen waren „sehr mangelhaft“.

Der ADAC bemängelte vor allem die Preistransparenz. Der Betreiber-Preis pro Einheit war meist nicht auf der Ladesäule angegeben, sondern nur über das Internet oder eine App in Erfahrung zu bringen. Genauso verhielt es sich mit dem konkreten Betrag, der pro Ladung zu zahlen war. Bei zehn Stationen hatte der Kunde überhaupt keinen Überblick über die angefallenen Kosten und musste auf die Rechnung warten.

Bei zwölf Stationen war zudem das Laden ohne irgendeine Zugangsberechtigung nicht möglich. Wer also spontan Strom braucht, hat dort Pech gehabt. Die Tester bemängelten in vielen Fällen zudem fehlende technische Informationen auf den Websites der Anbieter, beispielsweise zur Ladeleistung.

Zwei Drittel der Ladesäulen waren dem ADAC zudem nicht gut genug zu erkennen. Zudem bemängelte der Club zu kleine Parkplätze sowie die oft fehlende Beschränkung der Parkdauer.

Testsieger war eine Ladesäule am Hans-Thoma-Platz 4 in Sindelfingen. Als Einzige im Test schnitt sie mit der Wertung „sehr gut“ ab. Die Station war in allen wichtigen Verzeichnissen gelistet. Neben Kunden des Betreibers EnBW konnten auch Kunden anderer Anbieter Strom laden. Die informative Website zeigte unter anderem an, ob die Säule belegt oder defekt war. Den EnBW-Strompreis pro Einheit erfuhr man sowohl an der Ladesäule als auch in der App, die geladene Energiemenge und den dafür zu zahlenden Betrag nach dem Laden in der App. An der Säule war die Telefonnummer der rund um die Uhr besetzten Hotline angegeben, die Ladepunkte waren mit einer ID-Nummer versehen. Der Standort war gut einsehbar und beleuchtet.

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 Andreas Wehner

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Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«