ADAC-Werkstatt-Test: Schlechte Erfolgsquote bei Freien Betrieben

Autor / Redakteur: aw/jr / Andreas Wehner

Während 88 Prozent der 25 überprüften Markenwerkstätten alle präparierten Fehler gefunden haben, lag die Erfolgsquote bei Bosch Car Service bei 40 Prozent und bei ATU gar nur bei 28 Prozent.

(Foto: Archiv)

Das Qualitätsniveau in Freien Werkstätten ist höchst unterschiedlich, während Markenwerkstätten größtenteils sehr gute Arbeit leisten. Dieses Ergebnis leitet der ADAC aus seinem aktuellen Werkstatt-Test ab. Auf dem Prüfstand standen Betriebe der Marken Audi, BMW, Mercedes, Renault und Volkswagen sowie von ATU und Bosch Car Service.

Während von den 25 getesteten Markenwerkstätten 88 Prozent alle präparierten Fehler gefunden hatten, schnitten die Freien Werkstätten schlechter ab. Bei Bosch arbeiteten 10 der 25 getesteten Betriebe fehlerlos. Das entspricht einer Erfolgsquote von lediglich 40 Prozent. Im Durchschnitt noch schlechter schnitt ATU ab. Von den 25 getesteten Filialen fanden 18 nicht alle Fehler. Die Erfolgsquote betrug damit also nur 28 Prozent.

Dennoch ist auch bei Freien Werkstätten eine gute Arbeitsleistung zu bekommen. So schrammte ein Bosch-Betrieb mit 99 Punkten knapp an der vollen Punktzahl vorbei. Jeweils fünf Bosch-Werkstätten und fünf ATU-Filialen erreichten das Gesamturteil „sehr gut“. Dagegen mussten sich ATU vier Mal und Bosch drei Mal mit der Note „mangelhaft“ zufrieden geben. Die Ergebnisse im Detail sind in einer PDF-Datei unter diesem Beitrag hinterlegt.

„Es ist bei den Freien Werkstätten ein Lotteriespiel, ob Sie guten Service und gute Qualität bekommen“, sagt ADAC-Testleiter Markus Sippl. Auffällig war: Ein Bosch-Betrieb in Hamburg erreichte gar nur 17 von 100 möglichen Punkten.

„Es ist eine Katastrophe“, sagte der Geschäftsführer des Betriebs, Peter Stopka, am Donnerstag auf Anfrage von »kfz-betrieb«. Obwohl der ADAC die einzelnen Tests nicht vollständig offenlegt, um die Anonymität seiner Echtkunden-Tester zu wahren, konnte Stopka den Vorgang schnell eingrenzen. „Da lief alles schief – eine Verkettung unglücklicher Umstände, aber so etwas darf natürlich nicht passieren.“ Die Mitarbeiterin, die den Auftrag angenommen hatte, sei zum Zeitpunkt des Tests noch relativ neu im Betrieb gewesen. Stopka selbst war an jenem Tag nicht anwesend.

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(Grafik: ADAC)
Offenbar hatte die Werkstatt den Auftrag wegen Überlastung zum vereinbarten Abholtermin gerade erst begonnen. Darüber hatte man den Kunden jedoch nicht telefonisch informiert. Der bestand dann darauf, das Fahrzeug mitzunehmen – so wurde lediglich ein Ölwechsel durchgeführt und auch berechnet, man löschte jedoch zuvor die Inspektion nicht von der Rechnung.

Deshalb geht ADAC-Projektleiter Ronald Scheithauer auch von einer regulär ausgeführten Inspektion aus und listet auf Anfrage die angeblichen Versäumnisse der Bosch-Werkstatt auf: Vier von fünf präparierten Mängeln nicht gefunden, keine Dialogannahme und keine Erläuterung der Rechnung. Zudem keine Ölberatung, keine Erinnerung ans Serviceheft, keine Ersatzmobilität angeboten, wesentliche Kundendaten nicht abgefragt, kein freier Kundenparkplatz, keine Info, wo das fertige Fahrzeug stand und die Rechnung sei bei Abholung nicht fertig gewesen.

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