Fusion Akzo Nobel will gemeinsame Sache mit Axalta machen

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Der Zusammenschluss der beiden Lackhersteller soll einen Konzern mit einem Jahresumsatz von 17 Milliarden US-Dollar schaffen.

Die Akzo-Nobel-Zentrale in Amsterdam.(Bild:  Akzo Nobel)
Die Akzo-Nobel-Zentrale in Amsterdam.
(Bild: Akzo Nobel)

Der Farb- und Lackhersteller Akzo Nobel will mit der früheren DuPont-Lacksparte Axalta fusionieren. Der Zusammenschluss schaffe einen Konzern mit einem Jahresumsatz von 17 Milliarden US-Dollar und einem Unternehmenswert inklusive Schulden von rund 25 Milliarden Dollar (21,6 Mrd. Euro), teilten der niederländische Hersteller von Dulux-Farben und der Autolack-Spezialist aus den USA am Dienstag mit.

Die Aktionäre von Axalta sollen je Anteilsschein 0,6539 Akzo-Nobel-Papiere erhalten. An die Akzo-Nobel-Aktionäre, auf die 55 Prozent des neuen Unternehmens entfallen sollen, soll zudem eine Sonderdividende in bar fließen. Konkret geplant ist eine Gesamtsumme von 2,5 Milliarden Euro abzüglich der regulären Jahres- und Zwischendividenden, die 2026 vor Abschluss der Transaktion fließen sollen. Der Deal soll im Spätjahr 2026 oder im Frühjahr 2027 über die Bühne gehen.

Akzo Nobel ist auch an der Börse ein gutes Stück mehr wert als der US-Konzern. Die Niederländer brachten es zum Handelsschluss am Montag auf eine Marktkapitalisierung von 9,7 Milliarden Euro; Axalta Coating Systems kam auf umgerechnet rund 5,2 Milliarden Euro.

Auch wenn die Pressemitteilungen der Unternehmen anders klängen, sehe er den Deal nicht als Fusion unter Gleichen, sondern eher als eine Übernahme der US-Amerikaner durch Akzo Nobel, erklärte Analyst James Hooper von Bernstein Research. Die Sonderdividende dürfte die Akzo-Anteilseigner ein Stück weit darüber hinwegtrösten, dass sie auf Basis seiner Berechnungen eine Übernahmeprämie von rund 13 Prozent zahlten.

Von dem Zusammenschluss versprechen sich die Unternehmen dauerhafte jährliche Kosteneinsparungen von etwa 600 Millionen Dollar. Davon sollen 90 Prozent voraussichtlich innerhalb der ersten drei Jahre nach Abschluss der Fusion realisiert werden.

Mit Blick auf die geplanten Einsparungen sieht Bernstein-Experte Hooper trotz relativ geringer Überschneidungen der Geschäfte beider Unternehmen durchaus Potenzial in den Bereichen Lieferkette, Beschaffung und Standorte, „da viele Rohstoffe sowohl für Automobil- als auch für andere Beschichtungen verwendet würden und Standorte vielseitig genutzt und daher rationalisiert werden können.“ Hinter den geplanten Einsparungen in Vertrieb und Verwaltung sieht er aber einige Fragezeichen. Offen sei, ob hier bereits laufende Sparprogramme einbezogen seien.

Bereits 2017 hatten die beiden Unternehmen mit einem Zusammenschluss geliebäugelt, konnten sich aber nicht auf die Bedingungen einigen. Im Frühling 2025 gab es Spekulationen über ein Interesse von Akzo Nobel an der Lacksparte des Chemiekonzerns BASF. Dieser verkaufte seinen Geschäftsbereich allerdings im Oktober an den US-Finanzinvestor Carlyle.

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