Neuzulassungen Die Eigenzulassungen des Handels legen stark zu

Von Andreas Grimm 2 min Lesedauer

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Der Neuwagenmarkt war im Februar zwar im Plus, doch daran hatte der Schalttag einen erheblichen Anteil. Ansonsten werfen die stark gestiegenen Eigenzulassungen ein Schlaglicht auf den sich verschärfenden Preiskampf im Markt.

Die Zahl der Eigenzulassungen im Automobilhandel hat im Februar stark zugenommen.(Bild:  Grimm – VCG)
Die Zahl der Eigenzulassungen im Automobilhandel hat im Februar stark zugenommen.
(Bild: Grimm – VCG)

Die Aufwärtsentwicklung des deutschen Neuwagenmarkts im Februar hat verschiedene Auslöser. Wie die Analyse der Neuzulassungszahlen durch die Marktforschung Dataforce ergeben hat, sind die Auslieferungen des Februars in fast allen Vertriebskanälen gewachsen. Einzig das Geschäft mit den Autovermietern hat sich im zweiten Monat des Jahres deutlich rückläufig entwickelt.

Wichtigster Absatzkanal war zuletzt einmal mehr das Firmenkundengeschäft. Über den sogenannten relevanten Flottenmarkt kamen laut Dataforce im Februar 76.243 Neuwagen auf die Straßen. Das waren 8,4 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Der Gesamtmarkt hatte im Februar laut dem Kraftfahrt-Bundesamt dagegen nur um 5,4 Prozent auf 217.388 Einheiten zugelegt. Allerdings ist das Wachstum nicht zuletzt auf den Sondereffekt des zusätzlichen Arbeitstags im Schaltjahr zurückzuführen. Ohne den 29. Februar hätte das Absatzwachstum nur 2,3 Prozent betragen.

Entsprechend mau wäre das Ergebnis im Privatkundenmarkt ausgefallen. Der hat im Februar nominell immerhin um 4,0 Prozent zugelegt, nachdem die Entwicklung in den letzten Monaten doch von einer zunehmenden Zurückhaltung der Privatkunden geprägt war. Im Gesamtjahr 2023 waren die privaten Neuzulassungen sogar ins Minus gerutscht. Insofern ist das Februar-Ergebnis schon fast positiv zu werten. Allerdings bleibt der Zuwachs prozentual hinter dem Gesamtmarkt zurück. Der Anteil des Privatkundengeschäfts sinkt folglich weiter.

Auf dem eingeschlagenen Kurs bleiben ebenso die Sondergeschäfte, also die Eigenzulassungen des Handels und der Hersteller/Importeure. Während sich die Herstellerzulassungen im Marktdurchschnitt entwickelten (+5,3 %), weitete der Handel seine Zulassungstätigkeit erheblich aus (+16,5 %). Das passt zu den allgemeinen Beobachtungen, dass die Rabatt-Tätigkeit und die Preisschlacht im Neuwagenhandel wieder im vollen Gange ist.

Interessant ist, dass der Sondermarkt „Autovermieter“ deutlich rückläufig ist. Das mag auch einem statistischen Effekt geschuldet sein. Vor einem Jahr hatten die Vermieter-Zulassungen noch stark zugelegt, auch weil die Branche nach den vorangegangenen Lieferschwierigkeiten der Industrie Nachholbedarf hatte.

Bei den Kraftstoffarten gab es ohne die Kaufprämie den erwarteten Rückgang der Elektroautozulassungen (-15,4 %). Immerhin erholte sich der Marktanteil der batterieelektrischen Pkw von 10,5 Prozent im Januar auf 12,6 Prozent im Februar. Im Gegenzug legte der Anteil der Benzinmotoren zu. Sie konnten mit günstigeren Einstiegspreisen 14,9 Prozent mehr Privat- und 22,2 Prozent mehr Flottenkunden gewinnen als noch vor Jahresfrist.

Transportermarkt stabilisiert sich

Der Transportermarkt, in dem Dataforce die Zulassungen von leichten Nutzfahrzeugen und Pkw Utilities zusammenfasst, hatte zuletzt nur in kleinen Schritten zugelegt. Doch im Februar ging die Zahl der Neuzulassungen deutlicher nach oben als bei den Pkw. Besonders stark legten im Februar die Auslieferungen an Firmenkunden zu – der wichtigsten Zielgruppe. Sie kletterten um mehr als 20 Prozent. Privatpersonen meldeten 10,4 Prozent mehr leichte Nutzfahrzeuge und Pkw-Utilities bei den Zulassungsstellen an. Da gleichzeitig die Hersteller (-20,4 %) und der Kfz-Handel (-4,7 %) die Eigenzulassungen zurückfuhren, legte dieser Spezialmarkt am Ende „nur“ um 12,1 Prozent zu.

Bei der Elektrifizierung hat der Transportermarkt noch einen langen Weg vor sich. 86 Prozent der Transporter kommen mit einem Dieselmotor zur Kundin oder zum Kunden. Doch immerhin hat sich der Elektroanteil nach dem Ende der Bafa-Förderung laut Dataforce bei 6 Prozent eingependelt.

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