Ebenfalls Diskussionsstoff liefert bei VW das neue Markenerscheinungsbild: Möglichst binnen 18 Monaten will der Hersteller sein Konzept auch in den Betrieben umgesetzt sehen. Zwar trägt der Hersteller wie berichtet die Kosten für die Außensignalisation, für die Umgestaltung ihrer Innenräume inklusive neuer Möbel, Lichtinstallationen und einer neuen Empfangswand müssen aber die Partner aufkommen. Immerhin: Neue Fliesen müssen nicht verlegt werden. Und auch auf zu harte Deadlines wollen die Wolfsburger verzichten. VW-Deutschlandchef Holger Santel sagte im Gespräch mit »kfz-betrieb«: „Wir arbeiten mit Übergangsfristen.“
Rebranding bei VW: Was jetzt auf die Partner zukommt
Darüber hinaus informierte Händlerverbandspräsident Dirk Weddigen von Knapp die anwesenden Partner über den aktuellen Stand in den Verhandlungen mit der Volkswagen Financial Services AG zu den künftigen Stundenverrechnungssätzen. Wie »kfz-betrieb« bereits exklusiv berichtet hatte, wird die Finanzsparte bis auf Weiteres individuelle Lösungen mit den Betrieben suchen, dabei aber auf den viel kritisierten „Dekra-Deckel“ verzichten.
Einen Erfolg konnte Weddigen auch noch aus dem Audi-Umfeld vermelden: War eine Beteiligung des Handels an den Gebrauchtwagen-Plus-Geschäften der Marke bislang nicht vertraglich gesichert, wird das in den neuen Papieren fest verankert sein.
WLTP bleibt ein Streitthema
Wenig erfreut zeigte sich der Handel zum wiederholten Male in Bezug auf die WLTP-Thematik. Zwar sei der Hersteller in diesem Jahr auf die erneute Verschärfung etwas besser vorbereitet gewesen, „den selbst kommunizierten Zeitplan hält Volkswagen aber wieder nicht ein“, so eine Stimme aus dem Partnernetz. So müsse der Handel auch aktuell wieder viele Kunden mit langen Wartezeiten vertrösten. Schadensersatzansprüche aus dem WLTP-1-Desaster habe der Hersteller abgewiesen, kritisiert der Händlerverband. Als Entgegenkommen habe man nun zumindest die bereits erwähnte Kostenübernahme für die Außensignalisation durch VW aushandeln können.
Alles in allem berichteten mehrere Teilnehmer der Händlerverbandstagung »kfz-betrieb« von einer guten Stimmung bei der Veranstaltung. „An den richtigen Stellen wurde aber auch Tacheles geredet“. Am Vorabend hatte unter anderem auch Volkswagen-Vertriebsleiter Christian Dahlheim eine Rede gehalten und dabei versucht, zu unterstreichen, dass der Konzern auf den Handel baue. Mehreren Partnern fiel jenes Bekenntnis allerdings zu dünn aus.
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