Neuzulassungen März 2023 Der Pkw-Markt erlebt einen Frühling – vorerst

Von Dr. Martin Achter 2 min Lesedauer

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Im März sind deutlich mehr Neuwagen auf Deutschlands Straßen gerollt, der Pkw-Markt erlebte einen Aufschwung. Getrieben war dieser vor allem von gewerblichen Haltern – und von Herstellern, die Produktionsrückstände abbauen. Am Himmel ziehen jedoch ein paar düstere Wolken auf.

Im März wurden deutlich mehr Neuwagen an Kunden ausgeliefert und zugelassen. Der Auftragsbestand entwickelt sich nach Angaben von Herstellern und Importeuren jedoch rückläufig.(Bild:  Volkswagen AG)
Im März wurden deutlich mehr Neuwagen an Kunden ausgeliefert und zugelassen. Der Auftragsbestand entwickelt sich nach Angaben von Herstellern und Importeuren jedoch rückläufig.
(Bild: Volkswagen AG)

Private und gewerbliche Halter haben im März in Deutschland deutlich mehr Neufahrzeuge bei den Zulassungsstellen registriert. Unterm Strich standen 281.361 Neuzulassungen – ein Plus von 16,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, wie das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) am Mittwoch in Flensburg mitteilte. Damit schlagen nach dem ersten Quartal 6,5 Prozent mehr Neuzulassungen zu Buche als zwischen Januar und März 2022.

Thomas Peckruhn, Vizepräsident beim Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK), bewertete den Aufschwung im März als Nachholeffekt: „Das Zulassungsplus ist vor allem der Tatsache geschuldet, dass die Hersteller weiter ihre Lieferrückstände abbauen.“ Und so konstatierte auch der Herstellerverband VDA, dass das Produktionsvolumen in deutschen Werken im März den elften Monat in Folge über dem des jeweiligen Vorjahresmonats lag.

Schwache Auftragslage bleibt

Reinhard Zirpel, Präsident des Importeursverbands VDIK, verwies darauf, dass die Zahlen zwar von einem Aufschwung kündeten – jedoch in einem nach wie vor schwachen Markt. So liege „das Neuzulassungsvolumen auch in den ersten Monaten dieses Jahres deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt.“

Der VDIK rechnet damit, dass sich in dieser Lesart auch das zweite Quartal positiv entwickelt. Allerdings verzeichne der VDIK derzeit „schwache Auftragseingänge“.

Diese Situation bestätigt auch der Herstellerverband VDA: Die deutschen Automobilproduzenten hätten im März erneut weniger neue Aufträge auf dem Heimatmarkt eingefahren – 31 Prozent weniger Fahrzeugbestellungen als im Vorjahresmonat. Seit Jahresbeginn gingen die Bestellungen demnach um 35 Prozent zurück. Die Zahl der Aufträge aus dem Ausland schrumpfte im ersten Quartal um ein Zehntel.

Treiber der Nachfrage auf dem Pkw-Markt im März waren der amtlichen Statistik zufolge vor allem Unternehmen: Die Neuzulassungen von gewerblichen Kunden lagen laut KBA 25,3 Prozent über den Niveau des Vorjahresmonats. Private Halter ließen 2,1 Prozent mehr Neuwagen zu.

Von den deutschen Herstellermarken konnten fast alle Zuwächse verzeichnen. Mercedes lag 38,1 Prozent im Plus, Volkswagen 29,5 Prozent und Audi 27,3 Prozent. Einzig Ford als Herstellermarke mit Produktion in Deutschland fuhr bei den Neuzulassungen im Rückwärtsgang (minus 11,2 Prozent).

Etwas heterogener gestaltete sich der Markt bei den Importmarken. Hier gab es zum Teil Zuwächse im dreistelligen Bereich. Unter den Marken mit einem Marktanteil von mindestens 0,5 Prozent (Relevanzschwelle) lag das auf dem deutschen Markt vergleichsweise junge chinesische Elektrofabrikat MG mit einem Plus von 270,8 Prozent vorn. Den größten Marktanteil unter den Importeuren erzielte Skoda mit 5,7 Prozent und einem Zuwachs von 30,9 Prozent bei den Neuzulassungen.

Bei den Antriebsarten waren auch im März Fahrzeuge mit Batterieantrieb von besonderem Interesse. Sie standen für 15,7 Prozent der Neuzulassungen – 28,0 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Plug-in-Hybride leiden hingegen nach wie vor unter dem Förder-Aus. Sie standen für 6,0 Prozent der Neuzulassungen, was einem Rückgang von 38,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat entsprach. Außerdem wurden im März angesichts der verbesserten Liefersituation auch wieder deutlich mehr konventionelle Verbrenner zugelassen.

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