Auto Bayer geht in Von-der-Weppen-Gruppe auf

Autor / Redakteur: Gerd Steiler / Dipl.-Päd. Gerd Steiler

Der Renault-Dacia-Partner Auto Bayer verliert nach einer Sanierung in Eigenverwaltung seine Eigenständigkeit. Der Freiburger Standort wurde zuvor schon verkauft, ein weiterer geschlossen.

Erfolgreiche Sanierung: Der Hauptbetrieb des Renault/Dacia-Partners Auto Bayer im badischen Friesenheim gehört künftig zur Stuttgarter Autohandelsgruppe von der Weppen.
Erfolgreiche Sanierung: Der Hauptbetrieb des Renault/Dacia-Partners Auto Bayer im badischen Friesenheim gehört künftig zur Stuttgarter Autohandelsgruppe von der Weppen.
(Foto: Auto Bayer)

Der in finanzielle Schieflage geratene Renault-Dacia-Partner Auto Bayer aus dem badischen Friesenheim ist gerettet. Laut einer aktuellen Mitteilung der bundesweit tätigen Anwaltskanzlei Schultze & Braun steht die Sanierung des Autohauses, das weitere Filialen in Freiburg und Kippenheim, betreibt, vor dem erfolgreichen Abschluss. Demnach wird der Bayer-Stammsitz in Friesenheim-Heiligenzell in die Stuttgarter Autohandelsgruppe von der Weppen integriert. Eine entsprechende Vereinbarung sei am vergangenen Dienstag unterzeichnet worden, heißt es.

Von der Weppen ist Partner der Marken, Renault, Dacia, Opel, Seat und Kia im Großraum Stuttgart und Heilbronn und betreibt dort insgesamt fünf Standorte. Die Freiburger Filiale von Auto Bayer war den Angaben zufolge bereits zum 1. September vom Renault-Autohaus Tabor aus Achern (Ortenaukreis) übernommen worden. 65 der bislang 80 Arbeitsplätze im Autohaus Bayer bleiben durch die Übernahmen erhalten – davon allein 40 im Stammhaus Friesenheim.

Geschäftsführer Stefan Bayer äußerte sich „froh und stolz“, dass die Sanierung des Autohauses gelungen sei. Dazu habe nicht zuletzt die Marke Renault beigetragen, die in konstruktiver Zusammenarbeit die Sanierung des Autohauses erst möglich gemacht habe. „Mit der von-der-Weppen-Gruppe haben wir einen starken Partner gefunden“, so Bayer.

Die Schließung des Standorts in Kippenheim war laut Mitteilung bereits vor Beginn der Sanierung geplant und wurde im Verfahren umgesetzt. Die dortigen Mitarbeiter seien allesamt ins Stammhaus in Friesenheim integriert worden, so Bayer. „Unser Ziel war von Beginn an die zukunftsfähige Ausrichtung des Autohauses. Ich denke, dass wir dazu nun die passende Lösung präsentiert haben.“

„Konstruktive“ Gläubiger

Die Firma Auto Bayer hatte Ende April dieses Jahres beim Amtsgericht Offenburg Antrag auf „Insolvenz in Eigenverwaltung“ beantragt. Bei dieser speziellen Form des Insolvenzverfahrens bleibt die bisherige Geschäftsführung im Amt. Das Amtsgericht Offenburg stellte der Geschäftsleitung allerdings den sanierungserfahrenen Rechtsanwalt Dirk Pehl von der Kanzlei Schultze & Braun an die Seite, der das gerichtliche Restrukturierungsverfahren überwachte und ebenso wie die Gläubiger von Auto Bayer „konstruktiv begleitete“.

Die Firma Auto Bayer, die im Jahr 2009 selbst den insolventen Freiburger Renault-Händler Riekert übernommen hatte, erzielte eigenen Angaben zufolge im Geschäftsjahr 2014 einen Umsatz von rund 26 Millionen Euro. Das Unternehmen existierte seit 1973.

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