VW-Konzernhandel Auto-Holding Dresden schlüpft unter das Dach der VGRD

Von Andreas Grimm

Der Strukturwandel im Handel der VW-Konzernmarken geht weiter. Die VGRD engagiert sich in einem weiteren Metropolmarkt. Interessant ist, dass die erworbene Autohausgruppe wirtschaftlich kein typischer Übernahmekandidat ist.

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Das Volkswagen-Zentrum Dresden ist Teil der Auto-Holding Dresden. Die wiederum soll ab dem 1. Juni Teil der Volkswagen Group Retail Deutschland (VGRD) werden.
Das Volkswagen-Zentrum Dresden ist Teil der Auto-Holding Dresden. Die wiederum soll ab dem 1. Juni Teil der Volkswagen Group Retail Deutschland (VGRD) werden.
(Bild: Auto-Holding Dresden)

Die Volkswagen Group Retail Deutschland (VGRD) wird weiter wachsen und voraussichtlich ab dem 1. Juni in der sächsischen Landeshauptstadt Dresden aktiv sein. Wie die Handelsdivision des Volkswagenkonzerns am Donnerstag mitteilte, hat sie die Übernahme der familiengeführten Auto-Holding Dresden in die Wege geleitet, die sechs Betriebe für die Marken Volkswagen Pkw, Audi, Skoda, Seat und Volkswagen Nutzfahrzeuge sowie ein Nora-Zentrum betreibt.

Der Kaufvertrag mit den Gesellschaftern der Auto-Holding Dresden sei am 14. März unterzeichnet worden. Noch steht allerdings die endgültige kartellrechtliche Genehmigung aus. Zu den Gründen für den Kauf äußerte sich die VGRD nicht; laut einem Sprecher seien beide Seiten allerdings schon länger in Gesprächen gewesen. Nun habe sich der Wunsch der Verkäufer konkretisiert, das Unternehmen abzugeben.

Konkret geht es um folgende Händlerbetriebe:

  • Auto Zentrum Dresden (Volkswagen Zentrum Dresden & Audi Zentrum Dresden)
  • Autohaus Jan Wirthgen
  • Autohaus Holm Wirthgen
  • Autohaus Jörg Pattusch
  • Autohaus Dresden Reick
  • Auto Dresden Nord

Wirtschaftliche Gründe dürften nicht zwingend den Ausschlag gegeben haben. Die Holding, zu der 16 Firmen gehören (Stand 31.12.2020) und die in den letzten Jahren rund 300 Millionen Euro Jahresumsatz erwirtschaftete, bewegt sich nachhaltig in der Gewinnzone. Das Corona-Jahr 2020 schloss die Holding laut dem Datenanbieter North Data mit einem Überschuss von 4,6 Millionen Euro ab. In dem Berichtsjahr verkaufte die Handelsgruppe 5.000 Neuwagen, 8.000 Gebrauchtwagen sowie 200.000 Servicestunden und beschäftigt etwa 900 Mitarbeiter. Sie sollen alle von der VGRD übernommen werden.

Übernehmen die operative Verantwortung in den künftigen Dresdener Betrieben der VGRD: (von rechts) Henri Strübing und Lutz Zwerger (zum Vergrößern bitte klicken).
Übernehmen die operative Verantwortung in den künftigen Dresdener Betrieben der VGRD: (von rechts) Henri Strübing und Lutz Zwerger (zum Vergrößern bitte klicken).
(Bild: VGRD/Jan Gutzeit)

Mit der Übernahme in Dresden ist die VGRD in einer weiteren sächsischen Metropolregion vertreten. Bislang ist die Retailorganisation in Leipzig und Chemnitz aktiv. Die Geschäftsführung der Dresdener Betriebe sollen den Angaben zufolge Henri Strübing und Lutz Zwerger übernehmen. Strübing ist zugleich operativer Geschäftsführer Region Nord der Volkswagen Group Retail Deutschland. Zwerger leitet bereits die Aktivitäten in Leipzig und Chemnitz und koordiniert somit die Geschäfte der VGRD im Wirtschaftsraum Sachsen.

Mit der Aktivität in Dresden kehrt die VGRD in gewisser Weise zu ihren Wurzeln zurück, denn deren erster Standort in Sachsen war Chemnitz, wo Volkswagen bereits 1994 den dortigen Betrieb als „Synco“ gegründet hatte. In Leipzig stieg die heutige VGRD im Jahr 2006 noch als Volkswagen Retail mit der Übernahme der Betriebe der Kamps-Gruppe ein.

Mit der geplanten Übernahme der Autohausgruppe in Dresden und der am 1. April anstehenden Integration des Porsche Zentrums Leipzig werde der Wirtschaftsraum Sachsen mit zukünftig rund 1.600 Mitarbeitern einer der wichtigsten der VGRD GmbH in Deutschland, sagte Strübing. Gemeinsam sollen die Standorte nun ihren Fokus auf die Bereiche New Mobility, Digitalisierung, IT und E-Mobilität legen.

Die Auto-Holding Dresden entstand 2001, nachdem die beiden Unternehmerfamilien Wirthgen und Pattusch ihre Aktivitäten im Automobilhandel miteinander verbanden. Damals rutschten ein Volkswagen- und ein Audi-Zentrum in Dresden während der Bauzeit in die Insolvenz. Holm Wirthgen und Jörg Pattusch übernahmen das Geschäft gemeinsam und bauten seither das Unternehmen auf und aus.

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