Autoglas: Sprünge bringen mehr Umsatz

Autor / Redakteur: Konrad Wenz / Dipl. Ing. (FH) Konrad Wenz

Leider betreiben nicht alle Werkstätten und Autohäuser das Geschäft rund um das Autoglas professionell. Ganz im Gegenteil: Es handelt sich hier um einen Geschäftsbereich, den sehr viele Kfz-Betriebe in den vergangenen Jahren sträflich vernachlässigt haben.

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„Klasse Service“, denkt sich der Autofahrer, an dessen Fahrzeug gerade eine Scheibenreparatur durchgeführt wurde. Die Reparatur war aufgrund seiner Kaskoversicherung kostenlos, das Autohaus hat die Abwicklung komplett übernommen. Ganz nebenbei hat es auch die Scheibenwischer ersetzt, die ohnehin ihre besten Tage schon hinter sich hatten. Das Scheibenwischwasser wurde aufgefüllt und der Aschenbecher geleert. Die Summe der Dienstleistungen, die die Werkstatt erbracht hat, bleibt dem Kunden positiv im Gedächtnis.

Doch leider betreiben nicht alle Werkstätten und Autohäuser das Geschäft rund um das Autoglas so professionell. Ganz im Gegenteil: Es handelt sich hier um einen Geschäftsbereich, den sehr viele Autohäuser und Werkstätten in den vergangenen Jahren sträflich vernachlässigt haben. Nahezu kampflos haben sie das Geschäft an dritte Anbieter abgegeben. Die Autoglasreparatur durchlief damit eine ähnlich negative Entwicklung für das Gewerbe wie der Geschäftsbereich Räder und Reifen oder der Klimaservice.

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Hohe administrative Hürden

Doch warum? Einige Branchenkenner glauben, dass die administrativen Hürden, die das Autoglasgeschäft mit sich bringt, für das einzelne Autohaus zu hoch gewesen seien. Wieder andere glauben, dass der Austausch von geklebten Scheiben zu komplex sei, sodass eine Werkstatt nicht profitabel arbeiten könne, wenn solche Arbeiten nur sporadisch anfielen. Laut Helmut Wolk, Geschäftsführer der Wolk & Partner Car Consult GmbH, hätten die Autohäuser das Glasgeschäft – wenn auch nicht bewusst – mehr oder minder freiwillig an dritte Anbieter abgegeben.

Allerdings seien die Freien Werkstätten in diesem Geschäftsbereich auch nicht aktiver: „Im Vergleich zu den Glasspezialisten, beispielsweise Carglass, ist das Glasgeschäft in den Betrieben nach wie vor eher ein passives Zufallsgeschäft, das heißt, man wartet, bis ein Kunde mit einem Glasschaden kommt“, beschreibt Wolk.

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Wie dem auch sei: Nun will das Deutsche Kraftfahrzeuggewerbe das Autoglasgeschäft wieder in die eigenen Werkstätten holen. Hierfür haben sich die Bonner Branchenexperten das System „Autoglasplus“ einfallen lassen. Damit sollen die administrativen Hürden bei der Zusammenarbeit mit den Versicherungen abgebaut werden. Auch die Versicherungen sollen von den klar strukturierten und vor allem einheitlichen elektronischen Anträgen profitieren.

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