Autoglas: Sprünge bringen mehr Umsatz

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Die Bearbeitung geht laut ZDK schneller und wird dadurch kostengünstiger. Für die Teilnahme am System soll es eine Vereinbarung zwischen der Akademie des Kraftfahrzeuggewerbes (TAK) und dem Teilnehmer geben. In dieser Vereinbarung seien einige wenige Regeln festgeschrieben, erklärt Wilhelm Hülsdonk, Bundesinnungsmeister und ZDK-Vizepräsident. Hierzu gehöre beispielsweise, dass die Werkstatt die Glasreparatur mit einem allgemeinen Stundenverrechnungssatz kalkuliere und dass die Schadenkalkulation nach Herstellervorgaben erfolge.

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Zudem müssten die Werkstätten grundsätzlich Original-Ersatzteile verwenden und zur UPE berechnen. Darüber hinaus sollen die Beschaffungs- und Entsorgungskosten sowie die Kosten für Kleinteile in den Gemeinkosten enthalten sein. Die geplanten Kosten für Autoglasplus beliefen sich pro Teilnehmer auf 5,75 Euro im Monat. Hülsdonk ist überzeugt, dass das Gewerbe mithilfe dieses Systems in relativ kurzer Zeit zum Marktführer im Glasgeschäft werden kann und spricht in diesem Zusammenhang von „neuen Chancen in alten Märkten“.

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Eine unabdingbare Voraussetzung für die Teilnahme ist allerdings, dass die Betriebe das kostenlose „rkübplus“ nutzen. Hierbei handelt es sich um eine Software, mit der die Betriebe die Formulare zur Reparaturkostenübernahmeerklärung (RKÜ) ausfüllen und verwalten können. Die Mitgliedsbetriebe des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes können sich die elektronische RKÜ auf den ZDK-Seiten unter www.rkuebplus.de kostenlos herunterladen.

Dienstleistung nicht vermarktet

Doch zurück zum Geschäft mit dem Autoglas: Tatsächlich ist weder die Glasreparatur noch der Austausch von Scheiben für die Werkstätten etwas Neues. „Wir waren vor etwa 15 Jahren einer der ersten Betriebe überhaupt, der die Glasreparatur angeboten hat. Der Austausch von Scheiben ist ohnehin unser ureigenes Geschäft“, bestätigt Marco Busch, Geschäftsführer der Brillant GmbH in Köln-Porz (siehe auch Beitrag auf Seite 24). Busch räumt allerdings ein, dass sein Betrieb nicht in der Lage gewesen sei, diese Dienstleistung richtig zu vermarkten. Zudem sei damals die Nachfrage nach Glasreparaturen noch nicht so hoch gewesen und auch die Versicherungen hätten sich kaum dafür interessiert.

Das hat letztlich dazu geführt, dass Umsätze mit der Reparatur und dem Ersatz von Autoglas in den Werkstätten und Autohäusern in den vergangenen Jahren zur Mangelware geworden sind. Inzwischen fragt der Kunde aber die Glasreparatur immer stärker nach. „Durch die aggressive Werbung einiger Anbieter ist der Verbraucher sensibilisiert. Er sucht heute viel häufiger kurz nach dem Steinschlagereignis die Werkstatt auf“, berichtet Helmut Wolk.

Die Wolk & Partner Car Consult GmbH beobachtet den Autoglasmarkt schon seit Jahren. Zuletzt führten die Unternehmensberater ihre Studie „Autoglas – Autofahrerbefragung 2004“ durch. Zugegeben, die Marktuntersuchungen sind nicht die frischesten, doch Helmut Wolk glaubt, dass der damals recherchierte Trend sich bis heute nicht geändert hat. Die aktuelle BIX-Befragung (siehe auch Beitrag auf Seite 16), die die Kölner Unternehmensberatung BBE im Auftrag von »kfz-betrieb« und der Bank Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (BDK) durchgeführt hat, bestätigen diese Einschätzung.

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