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Windschutzscheiben dominieren
Demnach entfallen rund 81 Prozent aller Glasschäden auf die Windschutzscheiben – das ist ein wenig überraschendes Ergebnis der Studie. Bedeutsamer ist die Aussage, dass der erste Ansprechpartner der Fahrzeughalter im Fall eines Glasschadens mit rund 38 Prozent die Kfz-Werkstatt ist. Andererseits fällt auf, dass sich über 30 Prozent der Befragten direkt an die Versicherungsunternehmen wenden. Laut Wolk wird es in diesem Zusammenhang künftig entscheidend sein, wer „den engeren Draht zum Autofahrer hat – das Autohaus, der Autoglasspezialist oder die Versicherung.“
Vor die Frage gestellt, welche Werkstatt den Glasschaden reparieren sollte, gaben 47,3 Prozent der Befragten den markengebundenen Werkstätten den Zuschlag. Es folgen die Autoglaser (24,3 Prozent) vor den Freien Werkstätten (18,3 Prozent), Do-it-yourselfern (6,5 Prozent) und Karosserie- und Lackbetrieben (3,6 Prozent). Autoglasspezialisten wie das Filialsystem Carglass liegen in der Wertschätzung der Autofahrer ganz weit vorne.
„Carglass ist von allen Autoglasunternehmen mit Abstand dasjenige, das seinen Auftritt am stärksten nach marktorientierten Gesichtspunkten gestaltet und erhebliche Mittel aufwendet, um sich im Markt als spezialisierter Dienstleister zu empfehlen“, erklärt Wolk. Das Ergebnis: 66 Prozent der befragten Autofahrer ist bekannt, dass es diesen Spezialisten für die Reparatur und den Austausch von Autoglas gibt.
Wachstum hängt vom Bestand ab
Wolk prognostiziert ein wachsendes Marktvolumen für Autoglas im deutschen Aftermarket. „Die Glasreparatur ist nicht unbedingt an technische Verbesserungen gekoppelt, beispielsweise daran, dass die Haltbarkeit von Scheiben oder Klebern optimiert wird. Vielmehr ist das Reparaturvolumen für Glas eine Frage des Fahrzeugbestands und der durchschnittlichen Fahrleistung.
Je höher diese beiden Faktoren sind, umso mehr Glasschäden wird es geben“, erklärt der Unternehmensberater. Übrigens: Der Pkw-Bestand beläuft sich derzeit auf rund 42 Millionen Fahrzeuge. Die Branchenexperten sind sich einig darüber, dass dieser Bestand in den kommenden Jahren steigen wird. Mitunter wird in diesem Zusammenhang ein Fahrzeugbestand von über 53 Millionen Automobilen genannt.
Stabiles Absatzvolumen
Rund 3,5 Prozent des eingesetzten Teilematerials im Aftermarket entfallen laut Wolk auf den Geschäftsbereich Autoglas. Bei einem Gesamtteilevolumen für Personenkraftwagen von rund 19 Milliarden Euro seien dies immerhin 665 Millionen Euro. Diese Angabe betreffe ausschließlich das Glas. Klebermaterialien, Materialien für die Scheibenreparatur, Scheibenreiniger sowie Arbeitszeiten müssten dem noch hinzugerechnet werden, um den Gesamtautoglasmarkt benennen zu können.
Das Absatzvolumen im Autoglas-Aftermarket verhalte sich gegenüber anderen Märkten für Pkw-Komponenten stabil „mit möglicherweise kleinen Wachstumsraten.“ Wolk glaubt, dass sich der Wettbewerb im Glasgeschäft deutlich verschärfen wird – aufgrund der Aktivitäten von ZDK und mancher Automobilhersteller sowie anderer Anbieter wie A.T.U, Pit-Stop und Reifenketten.
„Die Hauptleidtragenden werden die Autoglasspezialisten sein – zumindest die nicht profilierten“, ist Wolk überzeugt. Allerdings sei die aktive Vermarktung das A und O des Glasgeschäfts. Der passive Verkauf – also warten, bis der Kunde einen Glasschaden in Auftrag gibt – könne nicht dazu führen, im Glasgeschäft Geld zu verdienen resümiert Wolk.
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