In den alten Honda-Betrieb ist im Oktober 2015 die Marke Mitsubishi eingezogen. 20 Jahre lang war das Fabrikat in Bocholt nicht vertreten, der letzte Händler hatte verbrannte Erde hinterlassen. Das Autohaus Evers musste den Markt folglich komplett neu aufbauen. „Wir sind ganz klein gestartet, im ersten Schritt hatten wir im Grunde nur Abteilungsleiter, jetzt stellen wir schrittweise neue Mitarbeiter ein“, schildert Jan Evers, der den Betrieb operativ führt. Dennoch verkaufte das Autohaus 2016 bereits 120 Neuwagen.
Sorgen, dass sich die beiden japanischen Marken ins Gehege kommen könnten, hat Karl Evers nicht: Er sieht mit einem Modell wie dem Mitsubishi Space Star die Möglichkeit, auch sehr preissensible Neuwagenkäufer bedienen zu können. Die Fünf-Jahres-Garantie von Mitsubishi sei gut für die Werkstattbindung, und die Plug-in-Hybridtechnik, auf die der Hersteller setzt, passe in die Zeit.
Besondere Testfahraktion mit Mitsubishi
Daher ist das Autohaus auch sehr rührig, um diese Technologie in der Region bekannt zu machen: Vor Kurzem hat es in Kooperation mit Mitsubishi eine Testfahrtaktion der besonderen Art ins Leben gerufen und rührt dafür über die lokale Presse und Radiospots kräftig die Werbetrommel. Das Unternehmen vermietet wochenweise 30 Plug-in-Hybrid-Outlander an Interessenten.

Eine Woche kostet inklusive 500 Freikilometern 77 Euro, bei einer Mietdauer von vier Wochen sinkt der Preis auf 44 Euro. „Wir bieten auf diesem Weg potenziellen Käufern die Möglichkeit, diese Technologie testweise in ihren Alltag zu integrieren“, erklärt Jan Evers.
Was die weitere Geschäftsentwicklung der Marke Mitsubishi angeht, gibt sich Jan Evers optimistisch: In den ersten vier Monaten sei es bereits gelungen, 70 Neuwagen zu vermarkten, und langsam komme auch das Servicegeschäft in Schwung.
Ob es auch bei Honda in diesem Jahr gelingen werde, die Verkaufszahlen wie bisher kontinuierlich zu steigern, bezweifelt Karl Evers angesichts der veränderten Vertriebsstrategie des Frankfurter Importeurs: Honda Deutschland plant, die Tageszulassungsquote, die aktuell bei gut 50 Prozent liegt, deutlich zu senken, um so den Stückpreis pro Fahrzeug zu erhöhen. Die Händler können nicht mehr im gleichen Maß wie früher Neuwagen auf Vorrat bestellen. Karl Evers ist sich nicht sicher, ob diese Strategie tatsächlich aufgehen wird: „Die Stärke von Honda war bislang, qualitativ hochwertige Autos mit einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis zu verkaufen. Jetzt verkaufen wir diese Modelle zu einem normalen Preis“, sagt er.
Weiter festhalten will er an der Marke Honda nach 30 Jahren Erfahrung aber auch jeden Fall: „Es haben schon einige Hersteller angeklopft, aber ich muss mich mit der Marke, die ich vertreibe, auch identifizieren können. Bei Honda ist das der Fall. Also wird es darum gehen, unsere Vertriebsstrategie entsprechend anzupassen“, unterstreicht der Unternehmer – aber das, fügt er schmunzelnd hinzu, müsse man im Automobilgeschäft ja ohnehin ständig.
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