Autohaus Sorg: Erfolgreich auf dem flachen Land

Redakteur: Julia Mauritz

Seinen Erfolg verdankt das Ford-, Jaguar- und Land-Rover-Autohaus seiner regionalen Verbundenheit. Alle Betriebe sind schlank aufgestellt und haben viel Entscheidungsspielraum.

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Das Marktgebiet der Ford-, Jaguar- und Land-Rover-Autohausgruppe Sorg mit Hauptsitz in Fulda ist alles andere als ein Selbstläufer. Es reicht von Fulda über Thüringen bis nach Nordhessen – flächenmäßig ist das zwar ein riesiges Gebiet, allerdings ist die Region sehr ländlich geprägt.

„Dazu kommt, dass die Mentalität der Menschen sehr unterschiedlich ist, man kann Fulda zurecht als Schmelztiegel bezeichnen“, unterstreicht Dr. Klaus Sorg, der die Geschicke der Unternehmensgruppe gemeinsam mit seinem Bruder Helmut Sorg leitet. Und auch die nächste Generation ist bereits in die Geschäftsleitung aufgerückt – Dr. Mascha Sorg verantwortet den Jaguar- und Land-Rover-Bereich Sorg Premium Cars.

Neben dem Hauptbetrieb in Fulda und Filialen in Bad Salzungen, Bebra, Lauterbach, Meiningen und Schlüchtern arbeitet die Autohausgruppe mit mehr als zehn Agenturen zusammen. „Sie sind in einem Marktgebiet wie dem unseren mit vielen kleinen Dörfern, in denen gerade einmal ein paar 100 Menschen wohnen, unverzichtbar“, unterstreicht Dr. Sorg.

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Keine Glaspaläste

Seinen Erfolg verdankt das traditionsreiche Autohaus, das auf eine 81-jährige Geschichte zurückblickt, nach eigener Aussage seiner regionalen Verbundenheit. „Wir haben bewusst keine großen Glaspaläste gebaut und stattdessen schon immer auf den regionalen Bezug geachtet. Autohäuser, die wir übernommen haben, haben ihren alten Namen behalten, und die Mitarbeiter kommen ebenfalls größtenteils aus der jeweiligen Region“, erzählt Dr. Klaus Sorg.

Die Filialen werden allesamt als Profit-Center geführt. Die jeweiligen Geschäftsleiter tragen die volle Verantwortung für den Vertrieb und den Service und haben bewusst viel Entscheidungsspielraum. Sie brauchen Luft, um auf die Gegebenheiten in ihrer Region flexibel reagieren zu können, lautet das Credo der Brüder Sorg.

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„Ich selbst sehe mich nicht als Polizist, sondern als Dirigent des Orchesters“, schmunzelt Dr. Klaus Sorg. Seine Noten sind die Kurzreports, die die Geschäftsleiter der einzelnen Filialen jeden Abend nach Fulda schicken.

Unterschiedliche Preise oder Löhne gibt es in den einzelnen Betrieben übrigens nicht, obgleich einige Betriebe in den alten und einige in den neuen Bundesländern liegen.

Alle Angestellten sind erfolgsbeteiligt, die Mitarbeiter im Teilelager sind beispielsweise an den Service gekoppelt; die Arbeitszeiten sind flexibel. Die Werkstattmitarbeiter können sich zwischen einer Wochenarbeitszeit von 36 oder 42 Stunden entscheiden, die Angestellten arbeiten 40 Stunden in der Woche. Über 90 Prozent der Mitarbeiter kommen aus den eigenen Reihen.

Mitarbeiter wechseln zwischen Betrieben

Die Hierarchien in der Sorg-Gruppe sind bewusst flach gehalten. Die Betriebe sind schlank aufgestellt und die Kommunikationswege sehr kurz. Damit alle 217 Mitarbeiter die Unternehmensphilosophie und -kultur in ihren einzelnen Betrieben leben, durchlaufen sie eine sechsmonatige Schulung in der Fuldaer Zentrale.

Um die Synergien bestmöglich auszuschöpfen, sind die einzelnen Filialen fast identisch aufgebaut – so findet sich beispielsweise ein Lagermitarbeiter, der in einem anderen Betrieb einspringt, in der Abteilung sofort zurecht.

Eine sehr große Rolle spielt die Aus- und Weiterbildung im Unternehmen. Weitergebildet werden die Mitarbeiter durch die klassischen Herstellerschulungen und in der hauseigenen Akademie für Bildung und Führung in Fulda. Auf dem Programm stehen dort unter anderem Verkaufs- und Führungskräfteseminare sowie der korrekte Umgang mit den Kunden. Auch ergänzende technische Schulungen werden dort angeboten.

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