Technikmuseum Autovision – das etwas andere Automuseum

Von Steffen Dominsky 5 min Lesedauer

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Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen, propagierte ein Ex-Bundeskanzler. Das sehen Horst und Brigitte Schultz ganz anders. Mit ihrer Vision einer einmaligen Sammlung wollen sie jungen Menschen historische und aktuelle Fahrzeugtechnik näherbringen.

Nicht nur etwas für Wankel-Junkies: Das Museum Autovision bietet jede Menge Lehrreiches für Jung und Alt. Neben der weltgrößten Wankel- auch die ebensolche NSU-Ausstellung(Bild:  Dominsky – VCG)
Nicht nur etwas für Wankel-Junkies: Das Museum Autovision bietet jede Menge Lehrreiches für Jung und Alt. Neben der weltgrößten Wankel- auch die ebensolche NSU-Ausstellung
(Bild: Dominsky – VCG)

Warum eröffnet man als Privatperson ein Automuseum? Die Antwort auf diese simple Frage dürfte in den allermeisten Fällen ebenso simpel lauten: Weil man einen ganzen Haufen Autos besitzt. Oft ist es die Liebe zu einer Marke, einem Modell oder generell zu historischen Fahrzeugen, die mehr oder minder vermögende Personen dazu verleitet, sich an der meist über viele Jahre zusammengetragene „Beute“ nicht nur selbst zu ergötzen, sondern diese auch Dritten zugänglich zu machen. Anders stellt sich die Situation im Fall der „Autovision“ dar, dem etwas anderen Automobilmuseum. Weshalb anders? Ganz einfach: Weil es nicht die (nur) Liebe zu (alten) Autos war, die seinen Gründer dazu brachte, ein solches zu eröffnen. Stattdessen war es eine traurige Erfahrung, die Horst Schultz animierte, seine Vision wahr werden zu lassen.

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Nämlich die, dass Schultz als Unternehmer schon vor mehr als zwei Jahrzehnten erleben durfte, dass es immer schwerer für ihn wurde, geeignete Technik-Ingenieure auf dem Arbeitsmarkt zu finden – „Wirtschaftler“ zu bekommen, war hingegen kein Problem. „Das geht so nicht weiter“, sagte er sich vor dem Hintergrund, dass die Industrie mit Blick auf eine nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit auf immer mehr Innovationen in immer kürzerer Zeit angewiesen sein würde. Und damit auf gute Technikingenieure. „Wir müssen unsere Jugend wieder mehr für Technik begeistern“, schrieb sich Schultz auf die Fahnen und gebar die Idee eines etwas anderen Museums. Eines Museums, bei dem es quasi nicht um die ausgestellten Modelle geht, sondern um die Technik, die in ihnen steckt.

Zielgruppe ist der technisch interessierte Nachwuchs

2002 eröffnete Horst Schultz seine Autovision im kleinen Örtchen Altlußheim, einen Steinwurf von Speyer und dem Hockenheimring entfernt. Mit anderen Worten: in bester automobiler Nachbarschaft. Als Hauptzielgruppe hatte er die Oberstufenschüler und -Schülerinnen von Gymnasien auserkoren. Doch mit den Jahren durfte der Museumsbetreiber erfahren, dass die Motivation verantwortlicher Lehrer/Schulen für eine Wissensvermittlung dieser Art bzw. dieses Themas nur bedingt ausgeprägt ist. Stattdessen kommen nun vor allem Klassen gewerblicher Schulen sowie Auszubildende aus technischen Berufen in die Altlußheimer Einrichtung. Donnerstags und freitags steht für diese sogar ein eigenes Team für Klassenführungen bereit. Dabei profitiert der potenzielle Techniknachwuchs von einem gleichermaßen umfang- wie lehrreichen Angebot.

So stehen beispielsweise in der „Science-Arena“ 90 Lernmodelle bereit. Hier kann man durch haptisches Lernen mechanische Abläufe im Automobil erfahren, so z. B. Getriebe oder Motoren (Abteilung „Automobilia“). Oder man kann in der Abteilung „Physik kompakt“ naturwissenschaftliche Versuche unternehmen. Zahlreiche Displays (inklusive per QR-Code abrufbarer weiterführender Informationen) und stolze 108 Monitore sowie PC-Stationen vermitteln in allen Ausstellungsbereichen in verständlicher, moderner Form technisches Wissen aus drei Jahrhunderten Mobilitätsgeschichte. Und auch für die Besucher im Grundschulalter gibt es mit „Einstein kompakt“ bzw. der Abteilung „Dynamikus“ ein Angebot: Hier sollen die ganz Jungen einfache mechanische Abläufe durch Ausprobieren erleben, um damit verbundene physikalische Grundsätze einfach(er) zu verstehen.

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