Auto1.com-Studie Bald mehr Verkäufe gebrauchter E-Autos

Von Silvia Lulei 3 min Lesedauer

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Der Handel rechnet für 2024 mit steigenden Absatzzahlen von gebrauchten E-Autos. Laut einer Studie der B2B-Plattform Auto1.com etablieren sich E-Autos nach und nach auf dem Gebrauchtwagenmarkt.

Toyota ist die beliebteste EV-Marke bei den Partnerhändlern von Auto1.com.(Bild:  Toyota)
Toyota ist die beliebteste EV-Marke bei den Partnerhändlern von Auto1.com.
(Bild: Toyota)

Langsam, aber stetig halten elektrische Fahrzeuge Einzug auf dem Gebrauchtwagenmarkt. Das geht aus einer Studie von Auto1.com hervor. Das Unternehmen legte einen Bericht über die Elektrofahrzeuge 2023 vor – ergänzt durch eine Befragung seiner Partnerhändler. Im vergangenen Jahr handelte die B2B-Plattform Auto1.com demnach rund 17.000 E-Fahrzeuge (batterieelektrische Fahrzeuge/BEV, Plug-in-Hybrid-Elektrofahrzeuge/PHEV und Hybrid-Elektrofahrzeuge/HEV). Das entspricht einem Anteil von 3,2 Prozent aller verkauften Fahrzeuge auf der Plattform. Laut einer Online-Umfrage bei Auto1-Partnerhändlern, an der mehr als 19.000 Händler in Europa teilnahmen, haben 35,2 Prozent von ihnen im Jahr 2023 mindestens ein Elektrofahrzeug verkauft (2022: 32,7 %). Das bedeutet einen leichten Anstieg von 2,6 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr. In diesem Jahr erwarten 44,2 Prozent der Auto1.com-Partnerhändler, dass sie mindestens ein Elektrofahrzeug verkaufen werden. Im vergangenen Jahr war die Erwartungshaltung etwas gebremster: Damals rechneten nur 39,9 Prozent damit, mindestens ein E-Auto zu verkaufen.

Das ist Verbrauchern wichtig beim E-Auto-Kauf

Die meisten (56,7 %) der europäischen Auto1.com-Partnerhändler glauben, dass die Preise für E-Autos zu hoch sind. „Wie unsere Partnerhändler glauben auch wir, dass niedrigere Einzelhandelspreise für EVs eine entscheidende Komponente für eine breitere Annahme von Elektrofahrzeugen unter den Verbrauchern sind, und gebrauchte Elektrofahrzeuge können eine entscheidende Rolle spielen, wenn es um Erschwinglichkeit geht“, kommentiert Denis Belan, Geschäftsführer Auto 1.com Deutschland.

Ein niedrigerer Verkaufspreis wäre der wichtigste Punkt, um gebrauchte E-Autos für Käufer attraktiver zu machen.(Bild:  Auto1.com)
Ein niedrigerer Verkaufspreis wäre der wichtigste Punkt, um gebrauchte E-Autos für Käufer attraktiver zu machen.
(Bild: Auto1.com)

Die Transparenz beim Batteriezustand und der Wartung des Elektrofahrzeugs ist laut Auto1.com-Partnerhändlern der zweitwichtigste Faktor (29,7 %) für Verbraucher, ein E-Fahrzeug zu kaufen, dicht gefolgt von Subventionen für EVs (29,4 %) und einem einfachen Zugang zur Ladeinfrastruktur (28,8 %). „Das Testen der Ladekapazität der Batterien jedes Fahrzeugs zum Zeitpunkt der Transaktion wird ein wichtiger Aspekt bei der Bestimmung des Werts gebrauchter Elektrofahrzeuge sein. Deshalb sind Transparenz, insbesondere hinsichtlich des Batteriezustands, sowie der Zugang zum aktuellen und historischen Zustand des Fahrzeugs wichtige Eckpfeiler, um Elektrofahrzeuge auf dem Gebrauchtwagenmarkt attraktiver für potenzielle Käufer anzubieten. Aus diesem Grund sind wir Teil der Arbeitsgruppe Battery Health der Car Remarketing Association (CARA), die darauf abzielt, standardisierte Zertifizierungen zu schaffen“, sagt Belan.

21,7 Prozent der Auto1.com-Partnerhändler gaben in der Umfrage an, dass sie denken, dass sich Nachhaltigkeit auf das Kaufverhalten der Verbraucher auswirkt.

So viele E-Autos handelte Auto1.com 2023

Toyota, Volkswagen und Tesla sind die meistverkauften Marken für E-Autos, die auf Auto1.com im vergangenen Jahr verkauft wurden. Toyota liegt unangefochten auf Platz 1, Volkswagen rückte von der dritten Position im Jahr 2022 auf die zweite Position im Jahr 2023. Die Anzahl der gehandelten Einheiten wuchs um 30,6 Prozent im Vergleich zu 2022.

Volvo erzielte 2023 ein Wachstum von fast 90 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und schaffte es damit erstmals in die Top 10. Folglich fiel Kia aus den Top 10 heraus.

Die beeindruckendsten Wachstumszahlen innerhalb der Top 20 der gehandelten EV-Marken weisen Cupra (321,1 % Wachstum im Jahresvergleich) und Jeep (158,6 % Wachstum im Jahresvergleich) auf. Der Anteil chinesischer Marken wie Lynk & Co, MG und Aiways ist noch verhalten; wenngleich auch sie einen deutlichen Anstieg an gehandelten E-Fahrzeugen im Vergleich zu 2022 aufweisen. MG hat sich dabei als führende chinesische Marke auf Auto1.com etabliert.

Im Jahr 2023 waren über 65 Prozent der gehandelten Elektrofahrzeuge zwischen einem und fünf Jahre alt; 33 Prozent waren älter als fünf Jahre. Die Veränderung gegenüber 2022 ist subtil: Damals waren 70 Prozent der gehandelten Elektrofahrzeuge ein bis fünf Jahre alt und 30 Prozent älter als fünf Jahre. Diese Entwicklung deutet darauf hin, dass sich die Altersverteilung allmählich verändert.

Stärkste Nachfrage aus den Niederlanden

„Eine unserer Stärken war immer, dass wir für unsere Partnerhändler europaweit Fahrzeugangebot und -nachfrage marktübergreifend aufeinander abgestimmt haben, und dem wollen wir auch in Bezug auf E-Fahrzeuge gerecht werden“, sagt Denis Belan.

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Laut Angaben von Auto1.com seien im Jahr 2023 zwei Drittel der gebrauchten E-Fahrzeuge auf der B2B-Plattform grenzüberschreitend gehandelt worden. Die höchste Nachfrage nach E-Autos kam aus den Niederlanden, gefolgt von Frankreich, das vom vierten Platz im Jahr 2022 auf den zweiten Platz im Jahr 2023 vorrückte. Dänemark hält im dritten Jahr in Folge die dritte Position, gefolgt von Deutschland und Spanien auf den Plätzen vier und fünf. Nach zwei Jahren auf dem zweiten Platz ist Finnland im Jahr 2023 auf den sechsten Platz des Auto1.com-Länderrankings abgestiegen.

Vor allem Italien und Polen verzeichneten ein deutliches Wachstum bei der Anzahl der gehandelten E-Fahrzeuge: Italien lag 2022 auf Platz 15 und 2023 auf Platz elf mit einem Wachstum von 55 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, während Polen 2022 auf Platz 13 und 2023 auf Platz acht mit einem Wachstum von 49 Prozent im Vergleich zum Vorjahr lag.

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