Wohin bewegen sich Deutschland und die EU, wenn es um die individuelle Mobilität geht? Zu diesem Thema hatte die Kfz-Innung Region Stuttgart den FDP-Politiker Michael Theurer zu ihrem Herbstforum eingeladen.
Talkrunde auf dem Herbstforum der Stuttgarter Kfz-Innung: (v. l.) Geschäftsführer Christian Reher, Obermeister Torsten Treiber, Michael Theurer, Vize-Obermeister Frank Schnierle und Moderator Rafael Treite.
(Bild: Kfz-Innung Stuttgart)
Klare Fragen, klare Ansagen beim Herbstforum der Kfz-Innung Region Stuttgart in Filderstadt: „Fährt die Politik das Auto gegen die Wand?“, fragte Obermeister Torsten Treiber Staatssekretär Michael Theurer (FDP) aus dem Bundesministerium für Digitales und Verkehr. Der antwortete mit einem klaren „Nein“ und begründete dies mit der jüngsten Entwicklung auf EU-Ebene. Die passe auch zum „Ja“ auf die zweite Frage „Geht Auto auch klimaneutral?“, denn in beiden Fällen sei für ihn „Technologieoffenheit“ das Schlüsselwort. Und diese habe Deutschland in der EU durchsetzen können, so Theurer.
Wasserstoffbasierte Mobilität sei jetzt ebenso als Thema gesetzt wie Klimaneutralität für den Verbrennerbestand, wenn E-Fuels verfügbar seien. Und das sei ein Erfolg, weil die Vorgängerregierung diese Technologien vollkommen ausgeklammert habe. Womit das Thema aber noch nicht durch sei: „Einen Fuß in der Tür zu haben, bedeutet, dass andere dagegen drücken, und das kann auch schon mal wehtun“, sagte der Staatssekretär.
Das Auto, so die Voraussage des FDP-Landesvorsitzenden vor den rund 300 Gästen des Herbstforums, werde weiterhin eine Schlüsselrolle in der individuellen Mobilität spielen: „Aber diese Mobilität muss intermodal sein“, sprich verschiedene Verkehrsmittel miteinander vernetzen.
Was die Intermodalität angeht, passt diese zu den Zielen des Landes, die Verkehrsminister Winfried Hermann wenige Tage vor dem Herbstforum ausgegeben hat. Selbst der baden-württembergische Verkehrsminister rechne mit einem weiteren Autowachstum bis 2030 von 500.000 Pkw, sagte Obermeister Torsten Treiber. Und: „Die schlechte Nachricht ist, er will es verhindern. Aber wir können das gelassen sehen. Am Ende entscheiden immer die Menschen, wohin die Reise geht“, erklärte Treiber.
Besonders in Städten sehe der Landesverkehrsminister die Möglichkeit, „viel Pkw-Verkehr auf Bahn, Bus, Rad und Fuß zu verlagern“, führte der Obermeister aus. Da seien Land und Bund nicht weit auseinander, unterstrich Theurer, der in diesem Fall auch als Schienenbeauftragter der Bundesregierung sprach. Und das 49-Euro-Ticket, das den ÖPNV stärken soll, stehe schon in den Startlöchern.
Auto ist nicht mehr für jeden bezahlbar
Bezahlbarer ÖPNV einerseits, bezahlbare Autos andererseits. Da sieht der Stuttgarter Obermeister ein Problem heraufziehen: „Bis jetzt war es nie eine Frage, dass Autos für alle bezahlbar sind.“ Mit der Elektromobilität und den damit verbundenen Herstellerstrategien stehe der Autohandel, den die Innung repräsentiere, zumindest teilweise vor einer Herausforderung.
„Für den Handel ist die Lösung allerdings klar: Wir werden bezahlbare Autos auftreiben müssen. Und wenn die aus China kommen, dann kommen die eben aus China. Die Wertschöpfung liegt dann aber auch in China!“, betonte Treiber.
Daran, dass die Bundesregierung auf einen Erfolg der Elektromobilität setzt, wenn es um die Frage geht, „geht Auto auch klimaneutral“, ließ Theurer keinen Zweifel. Der Schlüssel zum Erfolg seien das Ladesäulenangebot und die Handhabbarkeit: „Laden muss so einfach sein wie tanken.“
Der Schlüssel zum Erfolg sei aber auch die Technologieoffenheit. „Wir müssen die gesamte Wertschöpfungskette, von der Atacama-Wüste bis zu unserer Industrie, sehen“, machte Theurer diese Aussage an der Erzeugung von Wasserstoff in wind- und sonnenreichen Gebieten fest. Und an der Produktion von E-Fuels, mit denen der Bestand klimaneutral werden kann.
Auch junge Menschen wollen mobil sein
Jetzt folge allerdings auch noch ein jahrelanger Kampf. „Future by Technology“ sei das Motto der aktuellen Politik des Bundesverkehrsministeriums auf diesem Feld der Mobilität: „Wir setzen auf unsere Techniker und Ingenieure.“ Und zwar was Batteriemobilität, Wasserstofftechnologie und synthetische Kraftstoffe angehe.
Ein Beimischungsmodell, „E10, E20, E30 ...“, wie es ihm Obermeister Torsten Treiber auf den Weg mitgab, sei eine mögliche Option, aber „da gibt es recht handfesten Streit. Die einen argumentieren, Wasserstoff sei der Champagner der Energiewende. Wir wollen eher, dass er das Tafelwasser der Energiewende wird“, sagte Theurer
Stand: 08.12.2025
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„Future by Technology“, so Theurer, sei ein Motto, dass auch bei jungen Menschen gut ankomme. Auch bei diesen treffe er bei seinen Gesprächen auf den Wunsch, mobil zu sein: „Die wollen auch reisen, aber eben im Sinne der Umwelt.“