Suchen

BMW bildet Rückstellungen wegen Kartellvorwurf

| Autor / Redakteur: dpa / Andreas Grimm

Der Kartellvorwurf der EU könnte die betroffenen Autobauer Milliarden kosten. BMW bereitet sich auf den schlimmsten Fall mit Rückstellungen vor, der Volkswagenkonzern gibt sich dagegen noch entspannt.

Firmen zum Thema

(Bild: Pixabay/CC0)

Der Autobauer BMW wird für die drohende Strafe im EU-Kartellverfahren voraussichtlich mehr als eine Milliarde Euro als Rückstellung zur Seite legen. Darüber informierte das Unternehmen am Freitagabend in einer Ad-hoc-Mitteilung. BMW werde sich gegen die Vorwürfe mit allen rechtlichen Mitteln zur Wehr setzen. Aber aus den Beschwerdepunkten der EU-Kommission leitet BMW zugleich ab, „dass die EU-Kommission mit überwiegender Wahrscheinlichkeit einen Bußgeldbescheid in signifikanter Höhe erlassen wird“. Man werde sich aber gegen die Vorwürfe der EU-Kommission wenn erforderlich mit allen rechtlichen Mitteln zur Wehr setzen.

Der Volkswagen-Konzern hat dagegen noch kein Geld für eine mögliche Milliardenstrafe der EU-Wettbewerbshüter bereitgestellt. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur werden die Vorwürfe zunächst geprüft, erst danach soll über Rückstellungen entschieden werden. Nach Konzern-Einschätzung erkennt die Kommission jedoch „grundsätzlich an, dass Kooperationen zwischen Herstellern zu technischen Fragen in der Automobilindustrie weltweit üblich sind“.

Daimler als dritter beschuldigter Konzern rechnet nicht damit, ein Bußgeld zahlen zu müssen. „Daimler hat frühzeitig und umfassend mit der Europäischen Kommission als Kronzeuge kooperiert und erwartet in dieser Sache deshalb kein Bußgeld“, teilte der Autobauer am Freitag mit. Sowohl Daimler als auch Volkswagen hatten nach Bekanntwerden der Vorwürfe im vergangenen Jahr den Antrag auf Kronzeugenregelung gestellt.

Die EU-Kommission hatte im Oktober 2017 Voruntersuchungen bei den Autobauern begonnen und war auch bei den Herstellern vorstellig geworden. Eine formelle Untersuchung leitete sie 2018 ein. Im Einzelnen sollen sich nach den Erkenntnissen der EU-Kommission nun die Autobauer bei der Einführung von SCR-Katalysatoren für Dieselmotoren und von Feinstaub-Partikelfiltern für Benzinmotoren (OPF) unerlaubterweise abgesprochen haben. Diese Absprachen seien bei Treffen der Automobilhersteller in den sogenannten 5er-Kreisen, zu dem noch Audi und Porsche gehörten, getroffen worden.

(ID:45851825)