Vor Kurzem hatte BMW-Chef Oliver Zipse bereits erklärt, das zweite Quartal 2020 sei das schlimmste gewesen, dass der Automobilhersteller jemals erlebt habe. Am Mittwoch verkündete der Konzern nun die entsprechenden Zahlen dazu.
BMW leidet unter der Corona-Krise.
(Bild: Seyerlein/»kfz-betrieb«)
Zum ersten Mal seit elf Jahren schreibt BMW wieder rote Zahlen. „Wie erwartet haben die weltweiten Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie im zweiten Quartal voll auf unser Geschäft durchgeschlagen“, sagte Vorstandschef Oliver Zipse am Mittwoch in München. Unter dem Strich stand ein Quartalsverlust von 212 Millionen Euro. Trotz des schwachen zweiten Quartals sei im ersten Halbjahr noch ein Gewinn erwirtschaftet worden, betonte Zipse – und zeigte sich für das zweite Halbjahr „durchaus zuversichtlich“.
„Einen klaren Lichtblick signalisiert der Monat Juli: Unser Absatz Automobile auf Group-Ebene lag hier deutlich über Vorjahr“, sagte Zipse. „In China verläuft die Marktentwicklung positiver als erwartet“, ergänzte Finanzvorstand Nicolas Peter. „Auch in anderen wichtigen Märkten wie Deutschland oder den USA ist inzwischen eine leichte Erholung spürbar. Wie geplant sind wir somit auf Kurs, unsere Jahresziele zu erreichen.“ Allerdings bleibt die Unsicherheit laut Peter groß: Eine mögliche zweite Infektionswelle klammern die Münchner in ihren Prognosen weiter aus.
Für das Gesamtjahr erwartet BMW sowohl den Autoabsatz als auch den Vorsteuergewinn deutlich unter Vorjahr. Mit 21,7 Milliarden Euro Liquidität sei der Konzern aber sehr gut aufgestellt und habe genügend Reserven, sagte der Finanzchef.
Im zweiten Quartal verkaufte BMW ein Viertel weniger Autos als vor einem Jahr. Die Werke und die Autohäuser in Europa und in den USA waren lange geschlossen. In China dagegen lagen die Verkäufe bereits wieder deutlich über Vorjahr.
BMW im ersten Halbjahr mit besseren Zahlen als Volkswagen und Daimler
Weltweit fiel der Umsatz im zweiten Quartal um 22 Prozent auf knapp 20 Milliarden Euro. BMW schloss auch entsprechend weniger Kredit- und Leasingverträge ab und verdiente mit Finanzdiensten nur noch einen Bruchteil des Vorjahresergebnisses. Vor einem Jahr hatte BMW unterm Strich noch 1,5 Milliarden Euro Gewinn gemacht – und nun eben 212 Millionen Verlust.
Mit den Rückschlägen steht BMW nicht allein da. Auch VW, Audi und Mercedes-Benz schrieben zwischen April und Ende Juni rote Zahlen, weil Nachfrage und Produktion in der Pandemie über Wochen fast komplett zum Erliegen kamen. Aufs erste Halbjahr gesehen stand BMW allerdings insgesamt etwas besser da: Während den Bayern noch 362 Millionen Euro Gewinn blieben, verzeichneten der Volkswagen-Konzern eine Milliarde und der Daimler-Konzern 1,9 Milliarden Euro Verlust. Sowohl Daimler als auch VW haben im Gegensatz zu BMW noch schwere Nutzfahrzeuge im Angebot, die es in der Krise besonders traf.
Die BMW-Stammaktie gab nach Vorlage der Zahlen als einer der schwächsten Dax-Werte dennoch deutlich nach. Einige Analysten und Anleger hatten sich ein etwas besseres Abschneiden erhofft.
Seit Ende Juni laufen alle BMW-Werke wieder im regulären Schichtbetrieb. „Wir richten unsere Produktion weiterhin an der Nachfrage aus und wappnen uns für verschiedene Szenarien“, sagte Zipse. So laufe das amerikanische SUV-Werk in Spartanburg – das größte Werk im Konzern – sozusagen „unter Volldampf“. Der Anteil Chinas am weltweiten Absatz sei im ersten Halbjahr stark gestiegen, dürfte sich aber im Jahresverlauf wieder reduzieren.
Zipse: „Kommen bei der Elektrifizierung bestens voran“
Sparen will BMW bei den Investitionen und beim Personal. Bis Ende nächsten Jahres soll die Zahl der Mitarbeiter um 6.000 auf 120.000 sinken, vor allem durch altersbedingte und freiwillige Abgänge mit Abfindungen. In Deutschland beschäftigt BMW derzeit etwa 90.000 Mitarbeiter. Viele Projekte würden verschoben oder stünden auf dem Prüfstand, sagte Finanzchef Peter. Die Investitionen in Sachanlagen würden dieses Jahr um ein Drittel auf unter vier Milliarden Euro gekürzt.
Dagegen stiegen die Forschungs- und Entwicklungsleistungen im zweiten Quartal sogar leicht auf 1,5 Milliarden Euro, hier will BMW mit Blick auf die Zukunft auch nur mit Bedacht den Rotstift ansetzen. In zwei Jahren will BMW 25 Elektro- und Hybridmodelle auf der Straße haben. Zuletzt präsentierte der Konzern mit dem iX3 den ersten vollelektrischen SUV, der aber in China produziert und auch dort zuerst verkauft wird.
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.