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Zipse: Zweites Quartal „das schlimmste, das BMW jemals erlebt hat“

| Autor: Christoph Seyerlein

Die Corona-Krise hat bei BMW schwer eingeschlagen. Dennoch gibt sich Konzernchef Oliver Zipse für die Zukunft zuversichtlich. Die eigene Strategie sieht er aufgrund aktueller Entwicklungen bestätigt.

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Die Elektromobilität „ist momentan unser stärkster Treiber“, sagt BMW-Chef Oliver Zipse.
Die Elektromobilität „ist momentan unser stärkster Treiber“, sagt BMW-Chef Oliver Zipse.
(Bild: BMW)

BMW-Chef Oliver Zipse hat angekündigt, dass der Automobilhersteller für das zweite Quartal 2020 mit einem „ordentlichen Verlust“ rechnet. Im Bayerischen Rundfunk sagte er: „Das zweite Quartal dieses Jahres ist das schlimmste Quartal, das BMW jemals erlebt hat.“ Man habe ein Viertel des Volumens verloren. „Aber: Wir glauben auch, dass Licht am Ende des Tunnels ist“, so Zipse.

Die Krise sei zwar noch nicht vorüber. Aber der Juni sei mit einem Minus von „nur“ noch neun Prozent bereits deutlich besser verlaufen als die Jahre zuvor. „Die stärkere Nachfrage ist da. Aber nicht nur durch die Mehrwertsteuersenkung“, erklärte der BMW-Chef.

Es gebe gerade bei elektrifizierten Fahrzeugen ein sehr starkes Kaufinteresse. „Das ist momentan unser stärkster Treiber.“ Trotz der Krise sei der Absatz von E-Fahrzeugen „nicht nur prozentual sondern auch absolut“ gewachsen. Und schon heute verdiene der Konzern Geld mit den eigenen Stromern.

Dass BMW in dem Zusammenhang zu spät auf die Elektromobilität gesetzt habe, wies Zipse zurück. „Was wir heute machen, haben wir vor fünf Jahren entschieden. Bei BMW wird es jetzt Schlag auf Schlag gehen.“ Die 2010 verabschiedete Elektrifizierungsstrategie komme „jetzt genau richtig“. Pro Jahr wolle BMW den Absatz von E-Fahrzeugen nun um 100.000 Einheiten erhöhen. „Bei insgesamt 2,5 Millionen Fahrzeugen ist das ein ordentlicher Ansatz.“

Intern scheint allerdings nicht jeder von BMWs Vorgehen überzeugt. Betriebsratschef Manfred Schoch hatte im „Spiegel“ zuletzt ein Umdenken in Sachen Elektromobilität gefordert. Statt weiter auf flexible Architekturen für alle Antriebsarten zu setzen, brauche es eine eigene Elektro-Plattform, so Schoch. Zipse sagte am Mittwochabend dagegen, er sehe den Konzern auf dem richtigen Weg.

„Es ist nichts mehr selbstverständlich“

Aus der Corona-Krise will BMW auch neben dem Fortschritt beim E-Auto-Absatz manchen positiven Aspekt ziehen. Die habe die Sinne dafür geschärft, zwischen einer guten Idee und einer echten Innovation zu unterscheiden, erklärte Zipse. Zwei Themen seien BMW geschützt: Ausbildung und Forschung. In diesen Bereichen wolle der Hersteller trotz der Krise nicht sparen. „Innovation ist das Herzblut von BMW“, sagte der Konzernchef.

Ansonsten sei bei den Münchnern aber „nichts mehr selbstverständlich“. Zipse sagte: „Es gibt eigentlich kein Geld, das wissen auch alle. Und trotzdem müssen wir einen Weg in die Zukunft finden.“ Die BMW-Belegschaft ziehe dabei gut mit. „Deswegen überwiegt bei mir die Zuversicht.“

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