Zulieferer Bosch setzt stärker auf Software

Quelle: dpa/sp-x 2 min Lesedauer

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Der Zulieferer richtet sein sein Geschäft stärker auf IT-Kompetenz aus, um der wachsenden Bedeutung von Software bei Fahrzeugen Rechnung zu tragen. Die Kosten für Forschung und Entwicklung steigen. Das war 2022 einer der Gründe für den sinkenden Gewinn.

Im laufenden Jahr erwartet der Konzern ein weiteres Umsatzplus.(Bild:  Bosch)
Im laufenden Jahr erwartet der Konzern ein weiteres Umsatzplus.
(Bild: Bosch)

Die Mobilitätsparte von Bosch will künftig stärker am Markt für Automobilsoftware partizipieren. In wenigen Jahren dürften erste software-definierte Fahrzeuge auf den Markt kommen und das Marktvolumen bis 2030 gegenüber 2020 auf 200 Milliarden Euro verdreifachen sowie der Anteil am Entwicklungsaufwand auf 30 Prozent steigen, erwartet der Zulieferer.

Mit einer organisatorischen Neuaufstellung will Bosch dieser Entwicklung Rechnung tragen, wie das Unternehmen im Rahmen seiner Bilanzpressekonferenz mitteilte. Mehr als die Hälfte der Mitarbeiter in der Forschung und Entwicklung von Bosch Mobility sind bereits Software-Entwickler. Mit einer weiteren Stärkung der übergreifenden Zusammenarbeit einzelner Geschäftseinheiten will der Konzern die neue Art der automobilen Entwicklung weiter vorantreiben.

Ein wesentlicher Fokus bei der Entwicklung künftig software-definierter Fahrzeuge wird es sein, die Komplexität der Elektroniksysteme zu reduzieren und beherrschbarer zu machen. Mit Hochleistungsrechnern für die verschiedenen Fahrzeugdomänen wie Cockpit- und Vernetzungsfunktionen, Fahrerassistenzsysteme und automatisiertes Fahren sowie den Antrieb will Bosch die Zahl der Steuergeräte in Fahrzeugen deutlich senken.

Zudem entwickelt das Unternehmen eine durchgängige IT-Architektur für das gesamte Fahrzeug – angefangen in der Cloud über zentrale Fahrzeugcomputer bis zu einzelnen Steuergeräten. Der Konzern sieht sich in Software und Hardware gleichermaßen zu Hause und will so Schlüsselkomponenten moderner Fahrzeuge unter einem Dach anbieten können.

Gewinn geht zurück

Trotz steigender Zahlen im laufenden Geschäft ist der Jahresüberschuss bei Bosch im vergangenen Jahr deutlich gesunken. Unterm Strich blieben rund 1,8 Milliarden Euro, nach 2,5 Milliarden Euro 2021. Gründe hierfür waren unter anderem ein deutlich negatives Finanzergebnis wegen höherer Zinsen und schlechter bewerteter Investments sowie höhere Steuern. Außerdem verzeichnete Bosch 2022 höhere Kosten für Forschung und Entwicklung.

Bei der Bilanzvorlage in Renningen bestätigte Bosch zudem weitgehend die bereits bekannten Zahlen aus dem laufenden Geschäft. Der Umsatz stieg 2022 um 12 Prozent auf 88,2 Milliarden Euro. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) wuchs auf 3,8 Milliarden (2021: 3,2 Mrd.). Die Zahlen lagen etwa wegen Wechselkurseffekten und höheren Preisen über den Erwartungen des Konzerns.

Unzufrieden war das stiftungsgeführte Unternehmen mit der Profitabilität. Der Anteil des operativen Gewinns am Umsatz war mit 4,3 Prozent zwar leicht höher als im Vorjahr - lag aber erneut unter der langfristigen Renditeziel von mindestens 7 Prozent. Im laufenden Jahr peilt Bosch einen Umsatzzuwachs zwischen 6 und 9 Prozent sowie eine operative Marge von 5 Prozent an. Finanzchef Markus Forschner bezeichnete das als ehrgeiziges Projekt - unter anderem wegen der sich abkühlenden Weltwirtschaft, des hohen Kostendrucks durch die Rohstoff- und Energiepreise und der Inflation.

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