Mercedes-Benz Trucks E-Lkw für den Alltagsbetrieb

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Elektrische Lkw sind nichts für die Strecke? Das sieht die Truck-Sparte von Mercedes anders. An ausgewählten Beispielen verdeutlicht der Hersteller, dass ein wirtschaftlicher Betrieb von E-Lkw möglich ist.

Mercedes-Benz Trucks belegt mit umfangreichen Realdaten, dass batterieelektrische Lkw im Alltag funktionieren.(Bild:  Daimler Truck)
Mercedes-Benz Trucks belegt mit umfangreichen Realdaten, dass batterieelektrische Lkw im Alltag funktionieren.
(Bild: Daimler Truck)

Mercedes-Benz Trucks belegt mit umfangreichen Realdaten, dass batterieelektrische Lkw im Alltag funktionieren, und zwar im Anliefer-, Fern- und Pendelverkehr. Das Unternehmen will mit seinen Daten Vorbehalte gegen Reichweite, Wirtschaftlichkeit und Ladeinfrastruktur widerlegen.

Im Produktionsnetzwerk von Mercedes-Benz Trucks sind rund 80 elektrische Mercedes-Benz E-Actros täglich im Anlieferverkehr unterwegs und haben gemeinsam bereits über sechs Millionen Kilometer zurückgelegt. Eine Datenerhebung zwischen November 2025 und März 2026 umfasste mehr als 3.000 Touren und 3.100 Ladevorgänge.

Auf der Fernstrecke zwischen Wörth am Rhein und Bielefeld bewältigt ein E-Actros 600 täglich rund 600 Kilometer mit bis zu 36 Tonnen Gesamtgewicht – und spart dabei über 4.000 Euro Maut pro Monat. Die Hälfte der Ladevorgänge erfolgt an öffentlichen Ladepunkten. Der durchschnittliche Verbrauch lag zwischen November und Februar bei 100 kWh/100 km – entsprechend etwa elf Litern Dieseläquivalent. Das Beispiel zeigt aus Sicht des Herstellers, dass unter Berücksichtigung der Gesamtbetriebskosten solche Routen bereits zuverlässig und wirtschaftlich zu betreiben sind.

Als weiteres Beispiel führt Mercedes-Benz Trucks wirtschaftliche Vorteile im Pendelverkehr auf. Auf der Strecke von Germersheim nach Wörth am Rhein fährt ein E-Lkw täglich acht Mal insgesamt 352 Kilometer mit einem Gesamtgewicht von durchschnittlich 30 Tonnen. Geladen wird während der Be- und Entladezeiten, wodurch keine zusätzliche Standzeit entsteht. Die monatliche Mautersparnis beträgt über 2.300 Euro. Der Verbrauch auf dieser Strecke lag im Schnitt bei 114 kWh/100 km, was einem Dieseläquivalent von rund 12 Litern entspricht.

Auf der Fernverkehrsroute von Südtirol nach Wörth am Rhein – mit Steigungen und winterlichen Temperaturen – legt ein E-Lkw eines Transportunternehmens täglich rund 600 Kilometer mit einem Gesamtgewicht von bis zu 42 Tonnen zurück. Mit einem Durchschnittsverbrauch (November bis Februar) von 92 kWh/100 km sowie der Mautersparnis von 3.900 Euro pro Monat kann der E-Actros wirtschaftlich betrieben werden.

In der EU wurden 2025 rund 5.000 neue E-Lkw über 16 Tonnen zugelassen – ein Plus von 51 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Marktanteil liegt jedoch erst bei zwei Prozent. Als zentraler Engpass gilt weiterhin die Ladeinfrastruktur. Mercedes-Benz Trucks setzt dabei auf drei parallele Ansätze: Werk- und Depotladen, teilöffentliche Infrastruktur zwischen Speditionen sowie öffentliche Ladepunkte – etwa über das Joint Venture Milence. Um die Transformation im Güterverkehr zu beschleunigen, müsse das öffentliche Ladenetz jedoch deutlich ausgebaut werden.

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