Branche muss sich auf sinkende Umsätze einstellen

Autor / Redakteur: Holger Zietz / Christoph Baeuchle

Das Jahr 2019 endet mit rund 3,6 Millionen Pkw-Neuzulassungen. In den nächsten Monaten gehen die Zahlen wieder zurück. Bei der Jahresversammlung der Kfz-Niederrhein stimmte Obermeister René Gravendyk die Mitglieder auf rückläufige Umsätze in der Branche ein.

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René Gravendyk, Obermeister der Kfz-Innung Niederrhein.
René Gravendyk, Obermeister der Kfz-Innung Niederrhein.
(Bild: Büttner)

Das Kfz-Gewerbe steht vor einem Jahr mit vielen Herausforderungen. Die Einführung von CO2-Grenzen und Strafandrohungen für die Automobilhersteller wirken sich direkt auf die Markenhändler aus. Dabei greifen die Hersteller auf verschiedene Mittel zurück. Viele Fabrikate geben ihren Partnern Elektroziele vor. Damit wollen sie den Verkauf von elektrifizierten Fahrzeugen fördern.

Zudem wartet die Branche auf die von der Politik angekündigte Aufstockung des Umweltbonus. Künftig sollen E-Autokäufer 6.000 Euro statt bislang 4.000 Euro Zuschuss erhalten. „Die Fahrzeuge mit Gewinn an die Kunden zu verkaufen, bleibt dem Handel überlassen“, sagte Obermeister René Gravendyk bei der Kfz-Innung Niederrhein.

Vorschriften und Förderung führen dazu, dass der Absatz von Elektroautos 2020 wohl deutlich zunimmt. Doch ihr Anteil am Gesamtmarkt wird zunächst weiterhin überschaubar sein. Während im laufenden Jahr noch rund 3,6 Millionen Pkws neu auf die Straßen kommen, sind die Verbände für 2020 deutlich skeptischer. Alle drei Verbände rechnen zwar mit Rückgängen – der VDA geht von 3,43 Millionen, der VDIK von 3,35 Millionen und der ZDK von 3,26 Millionen Pkw-Neuzulassungen aus –, dennoch erwarten sie einen relativ starken Markt.

Obermeister Gravendyk rät den Mitgliedern: „Augen auf bei den Vertragsverhandlungen.“ Der Vertragshandel habe nicht nur mit dem sinkenden Absatz zu kämpfen, sondern auch mit rückläufigen Erträgen im Service. „Die Abwanderung vom Vertragsautohaus zur freien Werkstatt oder zum Fast Fitter ist groß!“, sagte Gravendyk.

Zudem müssen sich die Werkstätten ohnehin auf weiter sinkende Umsätze im Service einstellen. Elektroautos und andere moderne Fahrzeuge würden deutlich seltener in die Werkstätten kommen. Bei vielen Modellen haben beispielsweise Steuerketten die Zahnriemen ersetzt, „diese halten dann oft ein ganzes Autoleben“, ergänzte der Obermeister.

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