EU-Pläne Branche schaut sorgenvoll nach Brüssel

Von Doris S. Pfaff

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Bis Ende Juni will das Europa-Parlament für die Automobilbranche wichtige Gesetze beschließen. Dabei geht es auch um die Frage nach dem Einsatz von E-Fuels im Straßenverkehr und ob Verbrennungsmotoren in Europa überhaupt noch eine Zukunft haben.

Das Europa-Parlament entscheidet am 7. Juni auch über die Zukunft der Autos mit Verbrennungsmotoren in Europa.(Bild:  gemeinfrei /  Pixabay)
Das Europa-Parlament entscheidet am 7. Juni auch über die Zukunft der Autos mit Verbrennungsmotoren in Europa.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

Das Europa-Parlament berät sich aktuell zu dem von der EU-Kommission im Jahr 2021 vorgelegten Gesetzespaket Fit-for-55, mit der Europa seine Klimaziele erreichen will. Insgesamt geht es um acht Gesetze, die das EU-Parlament bis Ende Juni als Gesamtpaket beschließen will.

Dabei stehen vor allem für die Automobilbranche wichtige Entscheidungen an. Unter anderem geht es um die Zukunft von E-Fuels als alternativem Kraftstoff für den Autoverkehr, den weiteren Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge, die CO2-Flottengrenzwerte und damit um die Zukunft von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren. Nach Wunsch der EU-Kommission sollen ab 2035 in Europa keine Autos mit Verbrennungsmotoren mehr zugelassen werden dürfen.

Bei den Verhandlungen im Europa-Parlament geht es bei der Entscheidung zu den neuen Flottengrenzwerten für Pkws konkret um die Frage, ob synthetische Kraftstoffe positiv auf den Flottenverbrauch angerechnet werden können. Die Entscheidung dazu will das EU-Parlament am 7. Juni treffen.

Kfz-Gewerbe befürchtet das Aus der Verbrenner

„Es droht das Aus für synthetische Kraftstoffe. Leider sieht der Abstimmungsentwurf keinen Anrechnungsmechanismus vor von E-Fuels auf CO2-Flottengrenzwerte vor. Das kommt einem faktischen Verbrenner-Verbot ab 2035 gleich. Wir halten das für den falschen Weg“, erklärte Jan-Nikolas Sontag, Geschäftsführer des Kfz-Landesverbands Schleswig-Holstein.

Der Landesverband unterstützt deshalb den offenen Brief der E-Fuel-Alliance, dem auch der ZDK angehört, an die Mitglieder des Europäischen Parlaments und die Vertreter der Mitgliedstaaten. Darin appelliert die Initiative an die europäischen Entscheidungsträger, zugunsten eines freiwilligen Anrechnungsmechanismus abzustimmen.

Appell der E-Fuels-Alliance für freiwilliges Anrechnungssystem

Was das ist, erläutert die E-Fuels-Alliance in ihrem offenen Brief: „Das freiwillige Anrechnungssystem für nachhaltige erneuerbare Kraftstoffe ist eine ausgereifte, praxisnahe Lösung, die in die Verordnung über CO2-Standards für Pkws und Transporter aufgenommen werden kann. Es baut auf bestehenden Strukturen für die Anrechnung von Kraftstoffen auf dem Markt und Nachhaltigkeitskriterien auf, vermeidet Doppelzählungen und trennt die Verantwortlichkeiten von Kraftstofflieferanten und OEMs (also Erstausrüstern, d.h. Herstellern, Zulieferern und Ersatzteilproduzenten). Das Gutschriftensystem ist ein erster Schritt hin zu einem ganzheitlicheren Lebenszyklusansatz. Es würde ein Sicherheitsnetz bieten, wenn eine direkte Elektrifizierung noch nicht machbar ist.“

Ob das Europa-Parlament den Appell berücksichtigt, bleibt abzuwarten. Die Branche selbst zeigt sich dazu wenig hoffnungsvoll. Den Auftakt der Beratungen zu dem EU-Gesetzespaket hat am Donnerstag der EU-Verkehrsausschuss gemacht und einstimmig die Vorgaben der EU-Kommission zum europaweiten Ausbau der Ladeinfrastruktur beschlossen.

Danach werden die EU-Mitgliedsländer zum Ausbau ihrer Ladeinfrastruktur verpflichtet. Unter anderem müssen die EU-Staaten bis zum Jahr 2025 entlang ihrer Schnellstraßen alle 60 Kilometer eine E-Ladestation vorhalten. Bis 2030 soll auch eine bestimmte Anzahl von Schnellladestationen hinzukommen.

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