Viele wird es überraschen: Der Erfinder des deutschen Volksautos ist nicht Volkswagen, sondern Opel. Die Einführung des Fließbands machte es möglich. Ab 1924 hüpften grüne „Laubfrosch“-Opel vom laufenden Band. Aus Laubfröschen wurden Kadetten und Kapitäne, Brot-und-Butter-Autos für Millionen.
Kleine mit großen Erfolgen – der Opel Laubfrosch von 1924 ist der Urahn des modernen Opel Corsa.
(Bild: Opel)
Mit einer kleinen Motorwagen-Manufaktur kam Opel vor 125 Jahren in Rüsselsheim in Fahrt. Den ersten großen Beitrag zur Autogeschichte leistete der viertälteste bis heute existierende Autobauer aber erst 1924: Damals debütierte der in fröhlichem Grün lackierte Opel 4/12 PS „Laubfrosch“ als Vorreiter aller Volksautos. Weder Wolfsburgs Volkswagen noch Henry Fords Model T waren die ersten in Deutschland für breitere Bevölkerungskreise bezahlbaren Fahrzeuge. Stattdessen rief zunächst Opel eine Brot-und-Butter-Strategie aus: Der Laubfrosch hüpfte vom neuartigen Fließband, und dank hocheffizienter Fertigung sanken die Preise drastisch.
Als bodenständiges Modell verzichtete der Laubfrosch auf jeglichen Luxus – es gab ihn nur in Grün und mit wenigen Optionen – aber Opel gab dem „Wagen für Jedermann“ (Werbeslogan) mit, was ihn begehrenswerter machte als viele andere Kleine. So verfügte der 3,20 Meter kurze Typ 4/12 PS über einen Vierzylinder-Blockmotor mit direkt angeflanschtem Dreigang-Getriebe, Voraussetzung für souveräne Fahrleistungen. Rund 120.000 Einheiten lieferte Opel von diesem frühen Volumenauto bis 1932 aus – ein Markstein für die deutsche Autoindustrie und für die Marke mit dem Blitz der Beginn einer Erfolgsstory. Ob kleine Opel P4, Kadett, Corsa und Astra oder größere Kapitän und Grandland: Opel verfolgt seit dem Laubfrosch die Vision des Autos für alle. Auch eine Prise feuriges Chili darf sein, immer dann, wenn es um Sportler wie Opel GT, Manta, Monza oder GSE geht.
Allerdings war der Anfang als Massenmarke für Opel alles andere als leicht. Das Sprichwort „Das Gleiche in Grün“ zeugt davon noch heute, denn im Rechtsstreit mit Citroën musste Opel Mitte der Zwanzigerjahre beweisen, dass der Laubfrosch kein Plagiat des Typs 5 HP war. Die Richter sprachen Opel frei von diesem Vorwurf, schließlich hatte der Franzose das Lenkrad auf der linken Seite und der kleine Rüsselsheimer rechts. Vor allem aber gab es den kleinen Laubfrosch nur in grüner Lackierung, der Citroën glänzte dagegen in Gelb. Kostete der Opel anfangs noch so viel wie ein Eigenheim, sank der Preis mit steigenden Stückzahlen um fast 60 Prozent auf 1.990 Mark. Nun konnten sich den Opel nicht nur Ärzte, sondern auch Handelsvertreter und Kaufleute leisten.
Nochmals 200 Mark billiger war der ab 1931 in sieben Karosserieformen hergestellte Opel 1,2 Liter. Trotz Weltwirtschaftskrise setzte Opel – inzwischen im Besitz von General Motors (GM) und längst größter deutscher Autoproduzent – von dem kantigen Kompakten über 100.000 Einheiten ab, ehe die 1935 lancierte Faceliftversion Opel P4 zu damals sensationell niedrigen Preisen verkauft wurde, die nur sechs Monatsgehältern eines Durchschnittsverdieners entsprachen. Der 1,3-Liter-Typ Olympia schrieb überdies 1935 Technikgeschichte als erstes deutsches Serienauto mit einer selbsttragenden Ganzstahlkarosserie, der Kadett begründete 1936 eine Kompaktklasse-Dynastie, und Opel avancierte zum größten Autohersteller Europas. Bestseller über Bestseller kamen aus Rüsselsheim und Brandenburg, wo die Hessen Europas modernstes Nutzfahrzeugwerk für den Blitz-Schnelllaster einrichteten. Die Wohlstandssymbole Admiral (ab 1937) und Kapitän (ab 1938) blieben für die meisten ein Traum, aber sie zeigten, dass luxuriöse Straßenkreuzer nicht exaltiert kostspielig sein müssen.
Opel baute auch mal Oberklasse – lang, lang ist's her
Opel in der Oberklasse? Was heute wie ein Märchen klingt, war in den deutschen Wirtschaftswunderjahren ab 1949 Alltag. Der repräsentative Opel Kapitän platzierte sich zeitweise auf dem dritten Platz der Zulassungscharts, gleich hinter VW Käfer und Opel Rekord. Und die 1964 ergänzten, glamourösen Flaggschiffe Opel Admiral und Diplomat wurden als „Prominentenklasse“ beworben, denn Deutschlands erfolgreichster V8 kam noch nicht aus Stuttgart, sondern aus Rüsselsheim. Die letzte Generation von Kapitän, Admiral und Diplomat überraschte 1969 mit Raffinessen, wie sie weder Mercedes 300 SE noch BMW 2800 boten. Aber es war das Preis-Leistungs-Verhältnis, das den Diplomat vor dem Bonner Bundeskanzleramt einziehen ließ: Minister der ersten sozial-liberalen Regierungskoalition setzten nun auf V8-Opel statt auf den teuren Stern. Die Modelle Senator und Monza eröffneten 1977 ein bescheideneres und finales Flaggschiff-Kapitel. Oberklasse ist heute kein Thema mehr für Opel, die Marke sieht sich dort, wo sie seit 100 Jahren am stärksten verankert ist: in den kleinen und mittleren Klassen.
Über sechs Generationen zählte der Kadett zu den zwei meistverkauften Autos in Deutschland. Als erster Opel wurde der Kadett Produktionsmillionär, und mit über elf Millionen Einheiten stellte er eines der erfolgreichsten Modelle in Europa dar. Sogar den VW Käfer überholte der Kadett Anfang der Siebziger, nachdem er ihm den Weg 1945 hatte frei machen müssen. Damals war das erste Kadett-Werk demontiert und an die Sowjetunion geliefert worden. Seit 1991 liegt es am Opel Astra, die Erfolgsgeschichte des populärsten Modells mit Blitz fortzuschreiben. Gemeinsam mit dem Corsa – auf dem Heimatmarkt zuletzt abonniert auf die Poleposition im Kleinwagensegment – soll der Astra heute die Elektrifizierung der kleinen Klasse beschleunigen. Dies auch als Kombi mit Stecker, schließlich überrascht Opel schon seit Beginn der Fünfzigerjahre mit innovativen Lastern für Familien und Freizeit, die regelmäßig an der Spitze der Kombi-Verkaufscharts sind.
Stand: 08.12.2025
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Fast 90 Jahre war Opel im Besitz von GM, eine Ära, die sich in globalen Bestsellern wie den unter diversen Marken vertriebenen Weltautos Rekord (1953 bis 1986) und Ascona (1970 bis 1988) spiegelt, aber auch billige Sechszylinder im Stil kompakter Muscle Cars (Commodore) und erschwingliche Kultsportler wie Opel GT (1968 bis 1973), Manta (1970 bis 1988) und Calibra (1989 bis 1997) hervorbrachte. Turbulenzen mit Qualitätsabstürzen gab es, als in den Achtzigerjahren Kostenkiller José López de Arriortúa wirkte und dabei den Mythos „Opel, der Zuverlässige“ beschädigte. Und dann die diversen mutigen Modelle, mit denen kein Geld verdient wurde. Zu nennen ist da exemplarisch der kleine Adam. Seit 2021 vertritt Opel als einzige von 14 Marken die deutsche Autobau-Tradition im Riesenkonzern Stellantis. Und dies so profitabel, dass sich Konzernlenker Carlos Tavarez davon beeindruckt zeigt, wie Opel innerhalb von nur 18 Monaten in die Gewinnzone fuhr – nach vielen Jahren mit Verlusten. Dabei sind es heute wie vor 100 Jahren die technisch innovativen Brot-und-Butter-Modelle, mit denen Opel populär und profitabel sein will. Extravaganz als Endorphin-Beschleuniger gibt es nicht mehr, dafür soll die Submarke GSe (Grand Sport Electric) zeigen, wie Opel im Elektro-Zeitalter Emotionen wecken will.