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BVSK: E-Mobilität und Schadenabwicklung

| Autor / Redakteur: Konrad Wenz / Dipl. Ing. (FH) Konrad Wenz

Während der Sachverständige als Garant für die effiziente Schadenabwicklung bestätigt wurde, zweifelte ein SPD-Abgeordneter auf dem 25. Sachverständigentag des BVSK an der Elektro-Kompetenz des Kfz-Gewerbes.

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Auf dem 25. Sachverständigentag des Bundesverbands der freiberuflichen Kfz-Sachverständigen (BVSK) in Potsdam haben sich am vergangenen Wochenende rund 350 Teilnehmer über die Unfallschadenabwicklung der Zukunft informiert. Die Fachtagung stand unter dem Motto „Der Kfz-Sachverständige – Unabhängiger Garant für eine effiziente Schadenabwicklung“.

Zu Beginn der Veranstaltung erläuterten die Bundestagsabgeordneten Thomas Rachel (CDU) und Uwe Beckmeyer (SPD) ihre Vorstellungen von der Mobilität der Zukunft. Dabei bestand in weiten Strecken der Vorträge Einigkeit, beispielsweise dass es einen Arbeitsschwerpunkt hin zur E-Mobilität geben muss. Rachel erläuterte die Pläne der Bundesregierung, nach denen die CO2-Emissionen bis zum Jahr 2020 um 40 Prozent gesenkt werden sollen.

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Beckmeyer appellierte, dass die deutsche Automobilindustrie nicht den Weg anderer Schlüsseltechnologien, beispielsweise der Foto- und Unterhaltungselektronik, gehen dürfe. in diesen wichtigen Wirtschaftszweigen habe Deutschland die Technologieführerschaft verloren. Einen deftigen Seitenhieb verpasste der SPD-Abgeordnete dem deutschen Kraftfahrzeuggewerbe: Demnach kommen „die Kollegen, die sich bisher mit der 12-Volt-Technik auseinandergesetzt haben, für die Reparatur von Elektrofahrzeugen nicht in Frage“, so Beckmeyer.

Dies konnte Michael Zierau, Leiter Referat Technik im ZKF, richtig stellen. Er wies in seinem Vortrag über so genannte Hochvoltfahrzeuge auf die damit verbundenen Gefahren hin. Demnach ist der Kfz-Mechatroniker nach einer kleinen Zusatzausbildung (beispielsweise bei der TAK), durchaus in der Lage, Reparaturarbeiten an Elektrofahrzeugen durchzuführen.

Brockmann im Präsidentenamt bestätigt

„Die Stärke des unabhängigen Sachverständigen liegt in seiner Bereitschaft, am Markt teilzunehmen“, sagte BVSK-Präsident Harald Brockmann. Gerade freie Sachverständige müssten in ihrer Zusammenarbeit mit Autohäusern und Werkstätten eine hohe Flexibilität an den Tag legen. Brockmann selbst wurde am vergangenen Samstag auf der Verbandstagung mit großer Mehrheit im Präsidentenamt bestätigt.

Bezüglich der rechtlichen Schadenabwicklung erklärte Wolfgang Wellner, Richter am Bundesgerichtshof, einige Urteile des BGH der vergangenen Zeit. Unter anderem spielte in seinem Vortrag die Maßgeblichkeit der Bruttowerte für die Vergleichsbetrachtung eine große Rolle. Unter Bezugnahme auf § 249 BGB darf ein Geschädigter fiktive Reparaturkosten gegenüber der Versicherung abrechnen, muss aber, sobald die Reparaturkosten 130 Prozent des Wiederbeschaffungswerts betragen, das Fahrzeug reparieren lassen. In diesem Fall darf er dann nur noch konkret abrechnen.

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