Stellantis Carlos Tavares macht den Weg frei für Neustart

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Am Ende ging es wieder sehr schnell. Seit Oktober war der Stellantis-Boss angezählt, jetzt ist zurückgetreten. Ein Nachfolger für Carlos Tavares wird aber nach wie vor gesucht.

Die Stellantis-Zeit ist für Carlos Tavares vorbei. Er ist als CEO zurückgetreten.(Bild:  Stellantis)
Die Stellantis-Zeit ist für Carlos Tavares vorbei. Er ist als CEO zurückgetreten.
(Bild: Stellantis)

Der unter Problemen im wichtigen US-Markt und einer schwachen Branchenlage leidende Autobauer Stellantis muss früher einen neuen Chef suchen als gedacht. Der Verwaltungsrat habe den Rücktritt von Carlos Tavares akzeptiert, teilte der Vielmarkenkonzern (unter anderem Opel, Peugeot, Citroën, Fiat, Chrysler, Jeep, Alfa Romeo) am Sonntagabend mit. Stellantis hatte sich Mitte Oktober von seiner Finanzchefin Natalie Knight getrennt, nachdem der Autobauer seine Gewinnziele zusammenstreichen musste.

Bereits im Oktober hatte der Volkswagen-Rivale mitgeteilt, dass die Suche nach einem Nachfolger für Tavares laufe, da dieser seinen im Jahr 2026 auslaufenden Vertrag nicht verlängern werde. Nun kommt der Wechsel früher als gedacht. Die Ansichten von Tavares über die weitere Strategie hätten sich von denen des Verwaltungsrates sowie einiger Aktionäre unterschieden, begründete das Unternehmen den Rücktritt von Tavares. Ein neuer Chef solle nun noch im ersten Halbjahr 2025 gefunden werden, hieß es weiter. Der Prozess zur Ernennung eines neuen Chief Executive Officer sei in vollem Gange.

Zunächst wird ein Führungskomitee unter Verwaltungsratschef John Elkann gebildet. Er dankte Carlos Tavares für die „jahrelange engagierte Arbeit und die Rolle, die er bei der Gründung von Stellantis gespielt hat, sowie bei den früheren Turnarounds von PSA und Opel“. Man werde nun gemeinsam „den Prozess der Ernennung eines neuen CEO abschließen und die weitere Umsetzung der Unternehmensstrategie im langfristigen Interesse von Stellantis und von allen Stakeholdern sicherstellen.“

Tavares führte Stellantis während der Formung zum Autoriesen durch die Megafusion von PSA und Fiat Chrysler im Jahr 2021. Erst Ende September musste der Manager den Gewinnausblick für 2024 senken. Auf dem nordamerikanischen Markt macht der Autobauer mit großen SUVs und Pick-ups üblicherweise den Löwenanteil seines Gewinns. Derzeit aber stehen zu viele unverkaufte Autos bei den Händlern auf dem Hof, was die Verkaufspreise schmälert. Und auch in anderen Ländern ist die Lage auf den Automärkten insgesamt trüb. Den gesenkten Jahresausblick bestätigte das Unternehmen an diesem Sonntag.

Die Aktie geriet am Montagmorgen kräftig unter Druck und verlor an der Euronext im frühen Handel mehr als acht Prozent. Die Bilanz für den Aktienkurs in diesem Jahr ist tiefrot: Das Papier hat rund 45 Prozent eingebüßt. Der Abschied des Konzernchefs und des Finanzvorstands in so kurzer Zeit sei ein beispielloses Hemmnis für Anleger, die in den Autobauer investieren wollten, bemerkte Analyst Jose Asumendi von JP Morgan. Den Interimschef bezeichnete der Experte aber als „eine solide Lösung“ für die Zeit der Suche nach einem Nachfolger.

(ID:50254806)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung