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Warum sollten Werkstätten Teile bei Ihnen und nicht bei den Herstellern, Großhändlern oder schon länger etablierten Händlern bestellen?
Mark Michl: Werkstätten bestellen ja grundsätzlich nur ein limitiertes Volumen. Da geht es immer um den Preis. Mit Caroobi beziehen wir Teile von über 100 Herstellern und haben dadurch Zugriff auf eine sehr große Teilevielfalt zu guten Konditionen. Zudem bieten wir auch Trainings für den richtigen Einbau von Teilen an. Im Nachhinein können Werkstätten dadurch z.B. mit längerer Garantie beim Kunden werben. Grundsätzlich glauben wir, dass es in Zukunft nicht so viele Zwischenhändler braucht, wie es aktuell der Fall ist.
Müssen Werkstätten nun auch Teile bei Ihnen ordern, wenn Sie auch in Zukunft über Caroobi Reparaturaufträge bekommen wollen?
Mark Michl: Nein, da gibt es keine Abhängigkeit. Wir werden niemanden zu irgendetwas zwingen. Wir sind aber überzeugt davon, dass unser Teileangebot besser ist, als bei der Konkurrenz. Wenn es nicht so wäre, würden wir etwas falsch machen.
Allgemein gefragt: Wollen Sie die Werkstätten abhängiger von sich machen?
Mark Michl: Das entspricht nicht unserer Denke. Für uns sind sowohl Autofahrer als auch Werkstätten Kunden. Wir wollen den Autofahrern das bestmögliche Serviceerlebnis bieten. Wenn wir den Werkstätten mit unseren Leistungen helfen können, ihren Job optimal auszuführen, ist das eine Win-win-Situation. Unser Ziel ist es, dass die Werkstatt sich auf ihre Kernkompetenz konzentrieren kann. Jedem Betrieb steht es frei zu entscheiden, welchen Caroobi-Service er nutze möchte und welchen nicht.
Sie legen den Fokus derzeit gefühlt sehr stark auf das Ersatzteilgeschäft. Ist das im Umkehrschluss ein Zeichen dafür, dass es im „Online-Reparaturbusiness“ nicht so läuft wie erhofft?
Mark Michl: Überhaupt nicht. Unser Kerngeschäft ist im letzten Jahr um das Achtfache gewachsen, in diesem Jahr wird es ähnlich laufen. Die Teileplattform ist ein zusätzlicher Wachstumshebel mit großen Synergien zu unseren bisherigen Aktivitäten.
Wie viele Reparaturaufträge arbeiten Sie pro Monat ab?
Mark Michl: Das sind mehrere Tausend mittlerweile.
Wie viele freie Werkstätten arbeiten mit Ihnen zusammen und wo liegt hier die Zielmarke?
Mark Michl: Aktuell nutzen 750 Werkstätten unsere Serviceplattform. Bei der Teileplattform bedienen sich noch deutlich mehr Betriebe. Grundsätzlich suchen wir immer nach starken Partnern, wichtiger ist es für uns aber, die bestehenden Partnerschaften weiter auszubauen und kontinuierlich zu verbessern. Wenn wir um das Fünffache wachsen wollen, brauchen wir dafür nicht fünfmal so viele Werkstätten. Die Auslastung in den Betrieben soll ja auch stimmen.
In Foren beklagen sich Caroobi-Kunden darüber, dass die Kommunikation während der Reparatur mit Ihnen schwierig ist. Weitere Kritikpunkte: Lange Wartezeiten, Mängel nach dem Werkstattaufenthalt, häufige Korrektur der ausgemachten Festpreise nach oben. Können Sie Ihre eigenen Versprechen nicht halten?
Mark Michl: Wir stehen aktuell einer sehr hohen Nachfrage gegenüber. Wir arbeiten aber ständig daran, Caroobi zu verbessern. Zum Thema Festpreis: Der bezieht sich grundsätzlich nur auf unsere Diagnose. Wenn dann in der Werkstatt am Auto mehr gemacht werden muss als erwartet, kann das natürlich auch mehr kosten. Allgemein sind wir mit der Menge der Problemfälle aber sehr zufrieden. Nach unseren eigenen Daten liegt die „Problem-Rate“ bei uns unter 0,5 Prozent. Das ist aus unserer Sicht bei einem so komplexen Produkt wie dem Auto ein Spitzenwert.
Zum Abschluss: Wann schreibt Caroobi zum ersten Mal schwarze Zahlen?
Nico Weiler: Für uns ist es aktuell wichtig, eine gewisse Größe aufzubauen, um Synergien zu schöpfen. Wenn wir unser derzeitiges Wachstum beibehalten und auch international aktiver werden, bleiben lediglich unsere Fixkosten und die Expansion mit neuen Services durch Fremdkapital finanziert. Unser operatives Geschäft ist längst profitabel.
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