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Caroobi: Teileportal ergänzt Reparaturgeschäft

| Autor: Christoph Seyerlein

Das Start-up Caroobi hat ein Teileportal gelauncht. Die Gründer Mark Michl und Niko Weiler sind der Ansicht, ihren Partnerwerkstätten das Leben damit weiter zu erleichtern. Im Interview mit »kfz-betrieb« äußern sie sich zur aktuellen Lage und ihren ambitionierten Zielen.

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Die Köpfe hinter Caroobi: Nico Weiler (li.) und Mark Michl.
Die Köpfe hinter Caroobi: Nico Weiler (li.) und Mark Michl.
(Bild: Caroobi)

Als das Berliner Start-up Caroobi im vergangenen Sommer einen zweistelligen Millionenbetrag von BMW i-Ventures einsammelte, hat das im Kfz-Gewerbe für viel Aufsehen und teilweise Verwunderung gesorgt. Der Ansatz, Kunden per Ferndiagnose eine Reparatur in einer Partnerwerkstatt zum Festpreis zu vermitteln, kam Vielen unrealistisch vor.

Bei Investoren steht Caroobi aber offensichtlich weiter hoch im Kurs. Kürzlich bekamen die Berliner eine neuerliche Finanzspritze in Höhe von 20 Millionen Dollar, unter anderem investierten der Kapitalarm von Nokia und Target Global, und auch BMW i-Ventures stockte seinen Beitrag auf. Zudem ist das Start-up nicht mehr nur im Reparaturgeschäft aktiv, sondern hat auch ein Portal für Ersatzteile gestartet. Und auch international wird Caroobi bald aktiv. Zur aktuellen Lage und den ehrgeizigen Zielen haben sich die beiden Gründer Mark Michl und Nico Weiler im Interview mit »kfz-betrieb« geäußert.

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Redaktion: Anfang Juni haben Sie bekannt gegeben, weitere 20 Millionen Dollar eingesammelt zu haben. Von wem kommt das frische Geld?

Mark Michl: Nokia Growth Partners war in dieser Runde der größte Investor. Zudem hat sich noch Target Global gemeinsam mit unseren existierenden Geldgebern beteiligt, die schon früher in uns investiert haben, unter anderem auch BMW i-Ventures.

Wie viel ist Caroobi mittlerweile insgesamt wert?

Nico Weiler: Nach der jüngsten Finanzierungsrunde bewerten die Investoren Caroobi nun mit über 100 Millionen US-Dollar.

Bei hochbewerteten Start-ups ist ein Exit der Gründer keine Seltenheit. Wie lange bleibt Caroobi noch Ihr persönliches Baby?

Mark Michl: Ein Exit spielt in unseren Plänen überhaupt keine Rolle. Dafür haben wir noch zu viel vor in der Branche.

Nicht wenige sehen gerade wegen der Elektromobilität schwere Zeiten auf die Servicebetriebe zukommen. Die E-Antriebe sind wartungsärmer und benötigen wesentlich weniger Teile als Verbrennungsmotoren. Wollen Sie nur schnellstmöglich viel Geld einsammeln, solange es der Branche noch gut geht?

Mark Michl: Wir sind davon überzeugt, dass es im Aftersales-Markt immer einen relevanten Bedarf an Reparaturen geben wird. Sicherlich werden in Zukunft andere Services gefragter sein als aktuell. Aber dafür sind wir aus unserer Sicht gut aufgestellt. Die Elektromobilität oder selbstfahrende Autos stecken noch in den Kinderschuhen. Wir möchten die Branche in Zukunft auch aktiv mitgestalten.

Wofür wollen Sie die neuen Mittel nutzen?

Nico Weiler: Wir investieren in drei Säulen. Der Fokus bleibt unser Kerngeschäft mit Reparaturen. Damit wollen wir weiter wachsen. Seit mittlerweile vier Monaten betreiben wir aber auch eine eigene Teileplattform. Die wächst jeden Monat um über 100 Prozent und wird damit für uns auch immer wichtiger. Und drittens starten wir nun auch international durch. Wir planen, unser Angebot zunächst nach Großbritannien und Frankreich auf den Markt zu bringen, da wir dort enormes Potential sehen. Im UK läuft bereits die Testphase und wir sind bislang sehr zufrieden. In Frankreich werden wir im dritten Quartal aktiv.

Wie viele Angestellte beschäftigen Sie inzwischen, wie viele davon sind Kfz-Meister?

Nico Weiler: Wir haben inzwischen 130 Angestellte, darunter sind mehr als 10 Kfz-Meister und mehr als 25 Mechaniker.

Sie haben ihr Ersatzteilportal angesprochen. Welche Ziele verfolgen Sie damit?

Nico Weiler: Das Teilegeschäft ist komplementär zu unserem Kern-Business und hat sich daraus entwickelt. Die zwei Bereiche befeuern sich gegenseitig und wir werden dadurch für Kunden und Werkstätten noch attraktiver. Der Ansatz hinter der Teile-Plattform folgt aktuellen Trends – Uber besitzt keine Autos, Air B’n’B keine Hotels, wir besitzen keine Teile. Je schneller die Prozesse und je größer die Transparenz für Werkstätten über den Teilemarkt, desto besser das Angebot und höher die Qualität für den Endkunden.

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