Am 1. April 2025 China-Marke Proto X greift mit günstigem E-Kleinwagen im Volumenmarkt an

Von Dr. Martin Achter 4 min Lesedauer

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Es ist eine Attacke auf Volumenhersteller wie VW mit seinem geplanten E-Kleinstwagen ID Every 1: Mit 150 Händlerpartnern will das China-Fabrikat Proto X ab kommendem Jahr den Markt in Deutschland von unten aufrollen. Die Fahrzeuge fahren elektrisch – aber mit unkonventioneller Technologie.

Mit dem elektrischen Kleinstwagen Nano (Startpreis: 18.000 Euro) will die China-Marke Proto X ab dem kommenden Jahr das Geschäft von Volumenmarken wie VW, Ford oder Opel aufrollen.(Bild:  Proto X)
Mit dem elektrischen Kleinstwagen Nano (Startpreis: 18.000 Euro) will die China-Marke Proto X ab dem kommenden Jahr das Geschäft von Volumenmarken wie VW, Ford oder Opel aufrollen.
(Bild: Proto X)

Redaktioneller Hinweis: Die Marke Proto X gibt es nicht wirklich – sie existierte nur am 1. April 2025 und war eine Erfindung der Redaktion »kfz-betrieb«. Tatsächlich gab es vor Jahrzehnten aber die Idee atomgetriebener Fahrzeuge. Dazu finden Sie hier mehr Informationen.

Hier der Text unseres Beitrags vom 1. April 2025:

Die chinesische Automarke Proto X will 2026 in den deutschen Automobilmarkt einsteigen – und vom Start weg vor allem Fahrzeuge im unteren Volumensegment anbieten. Für den Markteintritt suche der Hersteller bis zu 150 Händlerpartner in Metropolregionen und ländlichen Gebieten Deutschlands gleichermaßen, sagte Europa-Vertriebschef Ray Zhou im Gespräch mit »kfz-betrieb«. Proto X gehört zum chinesischen Herstellerkonzern CMW und hat im vergangenen Jahr mit seinen weltweit 40.000 Mitarbeitern an zehn Produktionsstätten rund zwei Millionen Fahrzeuge mit seiner „Enercore“-Antriebstechnologie produziert.

Konzernchef Zhou erläuterte im Gespräch die Entscheidung für den Fahrzeugverkauf über ein Händlervertriebsmodell: „Im Gegensatz zu den Ansätzen, die einige unserer europäischen Mitbewerber zu etablieren versuchen, werden wir von Proto X den traditionellen Weg über ein starkes und unabhängiges Händlernetzwerk gehen. Agenturmodelle, wie sie manche Hersteller verfolgen, verhindern eine Reaktionsschnelle, wie sie der Markt erfordert. Wir setzen auf Nähe zu den Kunden und das Fachwissen unserer Händler, um unsere Vision in die Garagen und auf die Straßen zu bringen.“

Ray Zhou, Europa-Vertriebschef von Proto X, setzt auf ein Händlervertriebsmodell, um in den deutschen Markt einzusteigen.(Bild:  Proto X)
Ray Zhou, Europa-Vertriebschef von Proto X, setzt auf ein Händlervertriebsmodell, um in den deutschen Markt einzusteigen.
(Bild: Proto X)

In Deutschland will Proto X ab dem kommenden Jahr mit dem E-Mini Nano starten. Offenbar glaubt die Marke, auf diese Weise erfolgreich über ein Segment in den Markt eindringen zu können, das deutsche und europäische Hersteller bisher nur schwach bedienen; so wird bei Volkswagen der E-Up-Nachfolger ID Every 1 voraussichtlich erst ab 2027 vom Band rollen.

Und so erläutert Proto-X-Europachef Zhou: „Wir sehen im Volumensegment nicht einfach nur Autos – wir sehen darin die Zukunft der urbanen Mobilität. Unser Ziel ist es, mit dem Proto X Nano das Kleinstwagen-Segment zu dominieren und in hoher Stückzahl Fahrzeuge zu verkaufen. Mit dem Nano sind wir bestens positioniert, die Lücke zu schließen und die Erwartungen zu übertreffen.“

Nano startet ab 18.000 Euro

Der Nano soll zu einem Preis ab 18.000 Euro zu haben sein – bereits mit einer relativ umfangreichen Ausstattung. Das Fahrzeug mit 99 PS/73 kW und einer 39-kWh-Batterie soll bis zu 330 Kilometer weit kommen und als Zwei- sowie als Viertürer erhältlich sein. Durch einen technischen Kniff in der Antriebstechnologie dürfte die Reichweite in der Realität aber weitaus höher liegen. Die Höchstgeschwindigkeit beziffert der Hersteller auf 149 km/h.

Zum Innenraumkonzept gehören ab dem Einstiegsmodell elektrisch verstellbare Premium-Stoffsitze mit Memoryfunktion sowie eine Ambientebeleuchtung mit verschiedenen Farboptionen. Das Infotainment-System verfügt laut Hersteller über einen großformatigen Touchscreen mit Konnektivität zu gängigen Smartphone-Betriebssystemen. Damit könnten Apple Carplay und Android Auto gemeint sein. Ergänzt wird dies durch ein leistungsstarkes Lautsprechersystem.

Zu den Komfortfunktionen gehören Sitz- und Lenkradheizung sowie eine Klimaanlage mit Zonensteuerung. Spurhalteassistent und autonomes Parken sind ebenfalls an Bord. Den Fahrer soll außerdem ein Rundum-Kamerasystem und ein Head-up-Display unterstützen.

Nach dem Debüt in Deutschland mit dem Proto X Nano 2026 sollen in den nächsten Jahren weitere Modelle schrittweise folgen, sagt Europachef Zhou: Der Proto X Fission ist im Segment der Kleinwagen angesiedelt, der „Core“ in der Golf-Klasse. In der unteren Mittelklasse kommt das Modell „Neutron“, in der oberen Mittelklasse der „Reactor“. Als C-SUV hat Proto X den „Radon“ im Programm.

Mini-Kerntechnik im Einsatz

Die Nomenklatur für die Modellpalette gibt auch schon Hinweise auf die besondere Art des E-Antriebs („Enercore“), auf den Proto X setzt: Dieser basiert auf einer integrierten nuklearen Reaktortechnologie in fahrzeugadäquater Größe, die elektrische Energie zur Versorgung der Antriebsbatterie bereitstellt. Der Reaktor nutzt Mini-Brennelemente als Energiequelle, die aus Sicherheitsgründen in strahlensicheren Gehäusen untergebracht sind. Derzeit prüft die Bundesstelle für kerntechnologische Mobilitätssicherheit (BKMS) noch die Zulassung der Fahrzeuge. Der Kleinreaktor lädt die Antriebsbatterie des Fahrzeugs, die den Frontantrieb des Kleinstwagens speist.

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Das System ist darauf ausgelegt, dass die Mini-Brennelemente an speziell eingerichteten Swap-Stationen innerhalb weniger Minuten ausgetauscht werden können, erläuterte Europa-Vertriebschef Zhou. Um Kunden in Deutschland einen solchen minutenschnellen Tausch der Brennelemente zu ermöglichen, strebe Proto X eine Kooperation mit einem anderen chinesischen Autohersteller an, der bereits in Deutschland aktiv sei. Ob damit Nio gemeint ist, ließ Zhou offen. Der Proto-X-Europachef erläuterte lediglich: „Unsere Kunden profitieren von minimalen Unterbrechungen, da die Brennelemente schnell und einfach an Swap-Stationen ausgetauscht werden können.“

Enercore lädt Antriebsakku permanent

Wie häufig die Brennelemente ausgetauscht werden müssten, hänge von der jeweiligen Fahrweise der Nutzer ab. Mit dem normalerweise verwendeten Spaltmaterial seien Gesamtreichweiten von „durchaus 20.000 Kilometern“ denkbar, sagte Zhou. Spätestens dann müssten die Stäbe getauscht werden. Damit relativiert sich also die Reichweite für die Antriebsbatterie, die Proto X mit 330 Kilometern beziffert. Der Akku wird permanent durch den Enercore-Antrieb geladen.

Aufgrund der speziellen Anforderungen der Fahrzeuge begibt sich Proto X schon frühzeitig auf die Suche nach geeignetem Werkstattpersonal, das der Hersteller Händlerpartnern vermitteln kann. Gesucht werden Kerntechniker, wie sie bislang in Kernkraftwerken arbeiteten. Personal, das sich aufgrund des Atomaustiegs der Bundesrepublik Deutschland beruflich neu orientierten muss oder musste, soll so eine neue Perspektive gegeben werden. Daneben will sich Proto X auch für die Zertifizierung eines Berufsbilds „Nukleartechniker im Kfz-Betrieb“ stark machen, über das sich Mechatroniker weiterqualifizieren können.

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