Oldtimerhandel Classic-Analytics – heiter, nicht wolkig

Von Steffen Dominsky 2 min Lesedauer

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Die letzten Oldtimerauktionen liefen richtig gut. In den Augen des bekannten Marktbeobachter sind sie ein profunder Indikator für die gute Grundstimmung in der Branche – und damit für all jene, die mit historischen Fahrzeugen handeln, diese reparieren und restaurieren.

Bei diesem Ferrari 250 GT SWB Berlinetta von Scaglietti aus dem Jahr 1961 mit matching numbers, den viele als einen der schönsten GT-Sportwagen aller Zeiten betrachten, fiel der Hammer bei 6.586.250 Euro. Wie jeder 250 GT/L verließ das Chassis 4417 Maranello mit einem 3,0-Liter-Colombo-V-12-Motor – dem gleichen Aggregat, das er auch heute noch hat – und war wie die meisten mit einem Viergang-Schaltgetriebe ausgestattet. Obwohl die Variante des Tipo 168 U mit einfachen oben liegenden Nocken ein kultivierteres Triebwerk war als das, das in den rassigeren Ferraris der 250er-Serie eingebaut war, bot es dennoch eine beeindruckende Leistung von 240 PS – nur 60 weniger als der berühmte 250 GTO. (Bild:  Classic Analytics)
Bei diesem Ferrari 250 GT SWB Berlinetta von Scaglietti aus dem Jahr 1961 mit matching numbers, den viele als einen der schönsten GT-Sportwagen aller Zeiten betrachten, fiel der Hammer bei 6.586.250 Euro. Wie jeder 250 GT/L verließ das Chassis 4417 Maranello mit einem 3,0-Liter-Colombo-V-12-Motor – dem gleichen Aggregat, das er auch heute noch hat – und war wie die meisten mit einem Viergang-Schaltgetriebe ausgestattet. Obwohl die Variante des Tipo 168 U mit einfachen oben liegenden Nocken ein kultivierteres Triebwerk war als das, das in den rassigeren Ferraris der 250er-Serie eingebaut war, bot es dennoch eine beeindruckende Leistung von 240 PS – nur 60 weniger als der berühmte 250 GTO.
(Bild: Classic Analytics)

Preisfrage: Was macht ein sogenannter Marktbeobachter? Richtig: Er beobachtet den Markt, sprich den Handelsmarkt. Was für zahlreiche Bereiche des Lebens gilt, gilt auch für Young- und Oldtimer. Auch hier gibt es Anbieter, die sich darauf spezialisiert haben, den Kauf und Verkauf genau zu beobachten und aus diesen Beobachtungen entsprechenden Ableitungen zu treffen. Und die klingen im Fall Classic Analytics alles andere als negativ – im Gegenteil. „Die aktuelle RM Sotheby’s Auktion von der Villa Erba zeigt es in aller Deutlichkeit: Der Markt funktioniert auch im Hochpreissegment“, bringt es Frank Wilke, Geschäftsführer bei Classic Analytics, auf den Punkt. So lagen laut Auktionator fast sämtlichen Ergebnisse im Bereich der jeweiligen Schätzpreise, teilweise auch darüber.

„Wichtiger als der erzielte Preis ist aber die hohe Verkaufsquote von 84 Prozent, denn die beweist, dass der Markt in Bewegung ist und dass nicht nur angeboten, sondern auch tatsächlich gekauft wird. Niemand hat etwas von imposanten Verkaufsschildern, wenn die Autos nachher stehen bleiben“, schildert Wilke die Ergebnisse aus seiner Sicht. Laut RM Sotheby’s waren 26 Prozent der Bieter Neu- bzw. Erstbieter, was dafür spricht, dass sich Menschen verstärkt für Auktionen begeistern, die bislang entweder mit dem Hobby Oldtimer oder zumindest mit Oldtimer-Auktionen nichts am Hut hatten. So kann man die Resultate der Veranstaltung am Comer See zu dieser Jahreszeit schon mal ein erstes positives Stimmungsbild des Oldtimerfrühjahres 2023 bezeichnen, resümiert der Classic-Analytics-Chef.

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Gute Stimmung, aber ...

„Nach dem Besuch der Interclassics Maastricht im Januar, die einen neuen Besucherrekord verzeichnete, waren wir mit unserem Stand auf den großen, deutschen Oldtimermessen in Bremen, Stuttgart, Essen und Friedrichshafen vor Ort. Wie ein roter Faden zog sich dabei eine positive Grundstimmung durch alle Messen. Die Leute haben Lust auf Autos und Lust darauf, sich wieder live zu treffen“, fasst Frank Wilke das Feedback von Besuchern und Händlern zusammen.

Sorgen machen ihm aber gleichzeitig drei aktuelle Faktoren, die für eine gewisse Kaufzurückhaltung sprechen (könnten): Inflation, Ukraine-Krieg und die Verbrennerdiskussion. Denn es ist kein Geheimnis, dass ein Großteil der Verbraucher spürbar weniger Geld im Portemonnaie hat. Und auch wenn nicht wirklich Geld für den Kauf eines Oldtimers fehlt, so überlegen doch viele, ob sie es momentan ausgerechnet für ihr Hobby ausgeben sollten. Auf er anderen Seite treibt eine hohe Inflation die Menschen bekanntlich in die Flucht in Sachwerte. Und hier stellen neben Immobilien auch Mobilien eine durchaus lukrative Alternative dar. Von dieser Tatsache dürfen auch Oldtimer bzw. das Geschäft mit ihnen mittelfristig weiter profitieren.

 

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