Der neue „Sport-Contact 7“ gefällt mit einem gelungenen Profildesign. Ob dahinter auch handfeste technische Verbesserungen stecken, zeigten die ersten Testfahrten auf dem Contidrom.
Ex-Formel-1-Weltmeister Nico Rosberg pries bei der Präsentation die Qualitäten des Conti „Sport-Contact 7“ in den höchsten Tönen.
(Bild: Rosenow/»kfz-betrieb«)
Die Aussagen der Conti-Manager bei der Präsentation des neuen sportlichen Spitzenmodells klangen so gar nicht norddeutsch-zurückhaltend: Nicht weniger als der „beste Sommerreifen der Welt“ soll der „Sport-Contact 7“ sein, sagte Dr. Holger Lange, Entwicklungsleiter Pkw-Reifen, bei der Pressekonferenz am 8. September auf dem Messegelände in Hannover.
Den Teilnehmern der Veranstaltung, die durch einen Kurzbesuch von Ex-Formel-1-Weltmeister Nico Rosberg veredelt wurde, fiel sicherlich zuerst das markante Profildesign des Neulings auf. Mit seinen großen Blöcken und der kaum vorhandenen Querprofilierung wirkte er auf den ersten Blick wie ein Cupreifen, also ein Pneu für Renntrainings.
Ein weiteres auffälliges Gestaltungsmerkmal sind die dreieckig ausgeformten Querrillen in den Außenschultern, die laut Holger Lange auf nassen Straßen das Wasser aus der Lauffläche transportieren sollen, ohne die Fahrstabilität zu verringern. Ob das funktioniert? Dazu später mehr.
In der Fahrzeugklasse, in der der Sport-Contact 7 antritt, ist das Laufflächendesign ein nicht zu unterschätzender Vermarktungsfaktor. Zur automobilen Zielgruppe gehören sportliche Limousinen wie der Alfa Romeo Giulia Quadrifoglio, die RS-Serie von Audi und sportliche BMW-Modelle der M GmbH. Auch Kompakte sind darunter wie der Ford Focus III RS oder der Mini Cooper S Clubman.
Passende Größen sind auch für den Porsche 4 S GT sowie verschiedene Fahrzeuge von AMG, Lamborghini und McLaren im Angebot. Und auch für veredelte Wagen wie beispielsweise den Brabus S 65 Rocket 900 Coupé sind Ausführungen des Sport-Contact 7 eingeplant. Insgesamt sind ab diesem Herbst 42 Ausführungen in Größen zwischen 19 und 23 Zoll verfügbar, 18-Zöller folgen später.
Passt wie ein gut eingetragener Sportschuh
Für die Fahrpräsentation auf dem Continental-Testgelände Contidrom nördlich von Hannover hatte der Reifenhersteller mit Modellen wie dem VW Golf GTI, dem Hyundai i30 N und dem Mercedes-AMG A45 eher den unteren Rand des Zielsegments bereitgestellt. Immerhin war mit dem Toyota Supra auch ein heckgetriebener Sportler am Start. Und zu dessen von BMW stammendem Fahrwerk passte der Sport-Contact 7 denn auch wie ein gut eingetragener Sportschuh.
Neutrale Fahreigenschaften, leichtes Handling und eine prompte Reaktion auf jede Lenkradbewegung kennzeichneten den Fahreindruck. Am beeindruckendsten war die unerschütterliche Haftung auch in den schnellsten Kurven des Handlingkurses auf dem Contidrom. Doch einen gut haftenden Reifen zu bauen, ist nicht schwer – ihm eine ausreichende Lebensdauer mitzugeben, dagegen sehr. Conti verspricht gegenüber dem Vorgänger immerhin 17 Prozent mehr Laufleistung – bei um zehn Prozent gesteigerten Fahrleistungen auf der Rennstrecke.
Nasshaftung deutlich verbessert
Ein weiteres Entwicklungsziel waren bessere Nässeeigenschaften. Die von Conti angegebenen Prozentzahlen – fünf Prozent besseres Nasshandling, acht Prozent weniger Bremsweg – wurden durch den Fahreindruck auf dem bewässerten Handlingkurs noch in den Schatten gestellt, und zwar vor allem im direkten Vergleich mit dem Vorgänger. Während der Sport-Contact 6 sich so verhielt, wie ein Reifen das auf nasser Straße eben tut (stärkeres Untersteuern, größere Lenkwinkel, längere Bremswege), haftete der neue 7er fast wie auf trockenem Asphalt.
Die technischen Grundlagen für diese Verbesserungen sind ein sogenanntes adaptives Profildesign, eine möglichst genaue Anpassung der Reifenkonstruktion und Profilierung an jede Fahrzeugklasse sowie eine besonders „klebrige“ Laufflächenmischung namens Black Chili, für die sogar die Fertigungstechnik angepasst wurde, damit die Reifen nach der Vulkanisation überhaupt entformt werden können.
Angepasste Konstruktion für jede Fahrzeugklasse
Unter adaptivem Profil versteht Conti die Eigenschaft, dass die Reifenaufstandsfläche bei Geradeausfahrt genau in dem Bereich endet, wo die Querrillen in den Schultern den größten Querschnitt haben und Wasser so bestmöglich ableiten können. Bei schneller Kurvenfahrt hingegen verlagert sich die Aufstandsfläche weiter nach außen, wo wieder mehr Gummi zur Kraftübertragung bereitsteht.
Laut Conti ist der Sport-Contact 7 das erste Produkt in diesem Segment, das für jede Fahrzeugart maßgeschneidert wird. Denn schwere Fahrzeuge benötigen andere Reifeneigenschaften als leichte Pkw – und wenn man an 2,5 Tonnen schwere elektrische Sportwagen wie Porsche Taycan oder Audi E-Tron GT denkt, dann sieht man, wie groß die Herausforderung für die Reifen ist. Deshalb gibt es für jede Fahrzeugklasse eine maßgeschneiderte Konstruktion: Dabei werden die Stabilität der Seitenwand, der Grip unter bestimmten Lastsituationen, die Hochgeschwindigkeitsfähigkeit, das Handling und das Design der Karkasse angepasst.
Stand: 08.12.2025
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