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Cyberkriminalität: Teure Fake-Anweisungen

| Autor / Redakteur: Harald Czycholl / Joachim von Maltzan

Viele Arbeitnehmer sind von zu Hause aus tätig. Doch die virtuelle Zusammenarbeit mit den Kollegen bietet Einfallstore für Kriminelle. Besonders beliebt: der sogenannte CEO-Fraud, bei dem Trickbetrüger die Betriebe mithilfe gefälschter Mails abzocken.

Cyberkriminalität kann hohen Schaden anrichten.
Cyberkriminalität kann hohen Schaden anrichten.
(Bild: © Thaut Images - stock.adobe.com)

Ganze 40 Millionen Euro – um diesen Betrag erleichterten Internetbetrüger 2016 den Nürnberger Automobilzulieferer Leoni. Zum Einsatz kam ein sogenannter CEO-Fraud, was frei übersetzt so viel wie „Chef-Betrug“ bedeutet: Mithilfe gefälschter Mails gaben sich die bis heute unbekannten Betrüger gegenüber Mitarbeitern der rumänischen Tochtergesellschaft des Unternehmens als hochrangige Leoni-Manager aus und ordneten zahlreiche Überweisungen in zumeist einstelliger Millionenhöhe auf ausländische Konten an.

Mit derartigen Problemen sind Unternehmen nun, da viele Menschen aufgrund der Coronavirus-Pandemie immer noch im Homeoffice arbeiten, häufiger konfrontiert. Laut Angaben des Digitalverbands Bitkom setzen viele Arbeitgeber weiterhin auf ortsunabhängiges Arbeiten. Bei jedem dritten Berufstätigen (33 Prozent) wurde aufgrund der Corona-Restriktionen erstmals Homeoffice eingeführt, bei 43 Prozent wurden bestehende Homeoffice-Regelungen durch den Arbeitgeber ausgeweitet. Bei 45 Prozent der Berufstätigen ersetzen Telefon- und Webkonferenzen die bisherigen Treffen mit persönlicher Anwesenheit. „Dass mobiles Arbeiten zum Standard werden könnte, schien bislang undenkbar“, so Bitkom-Präsident Achim Berg. Die Pandemie habe wie unter einem Brennglas die immensen Potenziale sichtbar gemacht, die digitale Technologien bieten.