Die DAT hat in Berlin ihr großes, jährlich erscheinendes Datenwerk vorgestellt. Um das alles beherrschende Brennpunktthema kommt auch die aktuelle Kundenanalyse nicht herum.
(Bild: Wehner / »kfz-betrieb«)
38 Prozent der Autokäufer stehen dem Diesel mittlerweile skeptisch gegenüber. 2016 hatte dies noch auf 10 Prozent weniger Leute zugetroffen. Ein Fünftel aller Gebrauchtwagenkäufer, deren Vorwagen ein Selbstzünder war, verkauften diesen 2017 vorsichtshalber schneller als ursprünglich geplant. Alternative Antriebe profitieren jedoch bislang nicht von solchen Entwicklungen. Das belegen Zahlen des DAT-Reports 2018, der am Donnerstag in Berlin vorgestellt wurde.
Als die DAT im April vergangenen Jahres ihr monatliches Dieselbarometer startete, schwang in der Branche noch die Hoffnung mit, das Thema würde bald versachlicht und letztlich als Problem verschwinden. Doch es kam anders: In den folgenden Monaten verloren stattdessen die Menschen immer weiter die Lust am Selbstzünder. Laut KBA wurden im vergangenen Jahr 13,2 Prozent weniger Dieselfahrzeuge neu zugelassen. Zum Nachteil der Händler erhöhten sich die Standtage der gebrauchten Selbstzünder, die Restwerte purzelten.
Kein Wunder, denn ein Fünftel (20 %) der Gebrauchtwagenbesitzer verkaufte ihren Diesel aus Angst vor drohenden Fahrverboten und Wertverlusten. Außerdem hatte sich 2017 fast ein Viertel (23 %) der Neuwagenkäufer von der Diskussion um die Zukunft des Diesels beeinflussen lassen. Bei den Gebrauchtwagenkäufern waren es immerhin noch 15 Prozent.
Ungeachtet der schwammigen Ergebnisse diverser Dieselgipfel im vergangenen Jahr glaubte etwa die Hälfte (48 %) aller von der GfK im Auftrag der DAT befragten Autokäufer, dass Industrie und Politik eine Lösung für den Großteil der von möglichen Fahrverboten betroffenen Pkw anbieten würden. Vor dem Hintergrund dieser Hoffnung überrascht es wenig, dass im vergangenen Jahr zwar 24 Prozent der Neuwagen- und 16 Prozent der Gebrauchtwagenkäufer einen Wagen mit alternativem Antrieb in Erwägung gezogen haben, dass am Ende aber nur drei Prozent der Neu- und zwei Prozent der Gebrauchtwagen tatsächlich mit Elektro-, Hybrid- oder Erdgas-/Flüssiggasmotor ausgestattet waren.
VW-/Audi-Händlerverbandschef Dirk Weddigen von Knapp und ADAC-Präsidiumsmitglied Thomas Burkhardt berichteten in Berlin im Rahmen einer Podiumsdiskussion über den Beratungsaufwand, den das Dieselthema in ihren Organisationen nach wie vor auslöst. Laut Burkhardt schlagen täglich beim ADAC Anrufe im drei-, manchmal auch vierstelligen Bereich auf, in denen Club-Mitglieder Fragen rund um den Diesel loswerden wollen.
Dirk Weddigen von Knapp bezifferte den Aufwand in den Partnerbetrieben auf vier bis zehn Stunden pro Kundenberatung zu dem Reizthema. Das habe neben anderen Faktoren dazu beigetragen, dass die Volkswagen-Partner viele gute Mitarbeiter an die Konkurrenz verloren haben.
Werkstätten: Hohe Kundenloyalität und -zufriedenheit
Für Kfz-Betriebe hält der neue DAT-Report aber auch erfreuliche Nachrichten parat: So lassen 82 Prozent aller Pkw-Halter Wartungs- und Reparaturarbeiten immer in derselben Werkstatt durchführen. Damit kommt eine hohe Kundenloyalität zum Ausdruck. Zudem sind 78 Prozent der Kunden mit ihrer Werkstatt außerordentlich zufrieden, 18 Prozent sind zufrieden.
Auch wichtig: Bei einer großen Inspektion wünschen sich 61 Prozent eine ausführliche Dialogannahme, während sich 36 Prozent eher zu den Schlüsselwerfern zählen. Wie bereits in der Vergangenheit konnten Werkstätten auch 2017 wieder mit Lage, Betreuung und Freundlichkeit als den drei wichtigsten Gründen für die Wahl einer Werkstatt punkten. Das Preis-Leistungsverhältnis rangierte erst auf Platz sieben.
Noch ausbaufähig ist die konkrete Nutzung des Internets vor einem Werkstattbesuch. So suchten laut DAT-Report nur 14 Prozent der Kunden im Word Wide Web nach Informationen rund um Werkstatt und Reparaturen. Allerdings: Von allen Pkw-Haltern würden 34 Prozent einen Wartungs- und 27 Prozent einen Reparaturauftrag online buchen. Gestiegen im Vergleich zum Vorjahr sind der Online-Reifenkauf (von 21 auf 23 %), der Kauf von Öl für den Ölwechsel (von 32 auf 38 %) und der Kauf von Autoteilen (von 19 auf 21 %).
Über neue Wege im Aftersales-Geschäft berichtete Volkswagen-Händler Heinz-Dieter Tiemeyer in einer weiteren Diskussionsrunde, in der er von seinen Erfahrungen mit einer 24-Stunden-Serviceannahme in seinem Duisburger VW-Zentrum erzählte: „Dienstag-, Mittwoch- und Donnerstagnacht ist immer am meisten los.“
Stand: 08.12.2025
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Auf die Frage von DAT-Pressesprecher Martin Endlein nach einer Botschaft für seinen Herstellerpartner sagte Tiemeyer: „VW sollte gepflegter mit uns umgehen.“ Da schloss sich May & Olde-Aftersalesleiter Michael Bidenharn umgehend an: „BMW sollte uns leben lassen, dafür schadet auch ein bisschen Marge nicht.“