Dienstwagenbesteuerung Debatte sachlich führen und alle Faktoren berücksichtigen

Von Nick Luhmann

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Der Kfz-Landesverband Schleswig-Holstein mahnt mehr Sachlichkeit an in der Diskussion um die Dienstwagenbesteuerung. Sie werde zu kurzsichtig geführt und berücksichtige nicht alle Aspekte. Ein Wegfall der Steuervorteile würde sich unterm Strich für alle nachteilig auswirken.

Nina Eskildsen, Präsidentin des Kfz-Gewerbes Schleswig-Holstein und Geschäftsführer Jan-Nikolas Sontag mahnen mehr Sachlichkeit bei der Diskussion zur Dienstwagenbesteuerung an.(Bild:  Kfz-Gewerbe Schleswig-Holstein)
Nina Eskildsen, Präsidentin des Kfz-Gewerbes Schleswig-Holstein und Geschäftsführer Jan-Nikolas Sontag mahnen mehr Sachlichkeit bei der Diskussion zur Dienstwagenbesteuerung an.
(Bild: Kfz-Gewerbe Schleswig-Holstein)

Die aktuell in der Öffentlichkeit geführte Anhebung der sogenannten 1-Prozent- Regelung für Dienstwagen lässt wichtige Aspekte außer Acht, kritisiert der Verband des Kraftfahrzeuggewerbes Schleswig-Holstein.

So werde in der Berichterstattung nur von der 1-Prozent-Besteuerung gesprochen und dies oft an einem Beispiel für einen Mittelklassewagen mit einem Bruttolistenpreis von 50.000 Euro dargelegt. In diesem Beispiel versteuere ein Dienstwagen-Nutzer ein solches Fahrzeug mit 500 Euro monatlich.

Unerwähnt bliebe dabei, dass auch die Strecke zwischen dem Wohnort und dem Dienstsitz mit weiteren 0,03 Prozent des Bruttolistenpreises versteuert werden muss. Bei dem Beispiel eines Fahrzeugs zu einem Preis von 50.000 Euro und einer Strecke von beispielsweise 15 Kilometern zwischen Wohnsitz und Dienstort kämen weitere 225 Euro hinzu, die zu versteuern wären. Dies ergäbe, abhängig vom persönlichen Steuersatz, nicht unerhebliche Steueraufkommen, teilte der Kfz-Landesverband mit.

Fiele der bisherige Steuervorteil für die private Nutzung weg, würde das dem Staat keinerlei Steuern und ggf. Sozialversicherungsbeiträge einbringen.

Negative Auswirkungen auf den Gebrauchtwagenmarkt

Dienstfahrzeuge seien grundsätzlich als Arbeitsmittel zu sehen. Dass es sich dabei um Luxusfahrzeuge und SUVs handele, stimme nur zu einem kleinen Teil. Aber: Bei der Diskussion nicht berücksichtigt werde, dass eben Komfort und Sicherheit bei Dienstwagen eine große Rolle spielten für Personen, die damit viel unterwegs sind.

Aus Sicht des schleswig-holsteinischen Kfz-Gewerbes werde zudem gänzlich außer Acht gelassen, dass ehemalige Dienstfahrzeuge einen wesentlichen Bestandteil des Gebrauchtwagenmarktes ausmachten. Die Auswirkungen seien aktuell schon durch die Lieferschwierigkeiten der Hersteller spürbar. Weil Neuwagen nicht lieferfähig sein, werden die Dienstwagen länger gefahren und fehlen dem Gebrauchtwagenmarkt.

Wichtig sei der Hinweis, dass viele der Dienstfahrzeuge nach Umweltgesichtspunkten ausgesucht würden, der Anteil der E-Fahrzeuge sei nicht gering und habe den Hochlauf der Elektromobilität stark beschleunigt.

Neid-Debatten müssten vermieden werden

„Die in der medialen Debatte erwähnte Ungerechtigkeit, dass Dienstfahrzeuge steuerlich subventioniert würden und viele Bürgerinnen und Bürger sich solche Fahrzeuge nicht leisten könnten“, so Jan-Nikolas Sontag, Geschäftsführer des Kfz-Landesverbands Schleswig-Holstein, „ist Ausdruck einer in diesem Zusammenhang nicht sachgerechten Neid-Debatte.“

Schon aktuell verzichteten viele Arbeitnehmer, die einen Dienstwagen in Anspruch nehmen könnten, darauf, weil es ihnen wegen der Versteuerung zu teuer ist. Für andere ist es einfach eine gute Kombination der dienstlichen und der privaten Nutzung eines Fahrzeugs.

Steuerfreie Pauschale ist wegen der hohen Spritpreise nicht kostendeckend

Sollten Fahrzeuge rein dienstlich genutzt werden, müsste vermutlich eine nicht unerhebliche Anzahl von zusätzlichen Privatfahrzeugen angeschafft werden. „Denn die aktuelle steuerfreie Kilometer-Pauschale von 0,30 Euro/km“, so Sontag, „ist bei den aktuellen Kraftstoffpreisen in aller Regel nicht kostendeckend.“

„Wir hoffen, dass sich diese Debatte versachlicht und dann auch die fiskalischen Vorteile der bisherigen Regelung deutlich werden“, erklärt Nina Eskildsen, Präsidentin des schleswig-holsteinischen Kfz-Verbands. Es müsse erkennbar werden, dass durch die Abschaffung der Vorteile oder durch Verteuerung weder für die Umwelt noch für den Staat Vorteile erreicht würden.

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